Eeva Park

Eeva Park, 2014

Eeva Park (bis 1970 Eeva Hint, * 9. September 1950 in Tallinn) ist eine estnische Schriftstellerin.

Leben und Werk

Eeva Park wurde als Tochter der Schriftsteller Minni Nurme und Aadu Hint geboren. Nach dem Abitur in Tallinn (1970) war sie bis 1985 als Archivmitarbeiterin sowie als Seiden- und Porzellanmalerin tätig.

Eeva Park ist seit 1993 Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbands. Sie lebt heute als freischaffende Schriftstellerin in Saku.

Literarisches Werk

Park debütierte 1983 als Lyrikerin, widmete sich aber bald auch der Prosa. In diesem Genre wurde sie bereits mit ihrem ersten Buch sehr gelobt und als Konkurrentin von Jaan Kross tituliert. In den folgenden Prosabüchern stach ein starkes autobiografisches Element hervor, dessen belletristische Bearbeitung von der Kritik gelobt wurde.

Danach konzentriert Park sich auf zeitgenössische Themen und gehörte damit zu „den wichtigsten Begleitern der neuen Zeit in Estland“. Besonders ihr Roman Lõks lõpmatuses (2003; deutsch: „Falle, unendlich“, 2008, s. u.) erregte Aufsehen. In dem Thriller beschreibt Eeva Park eine junge Estin, die in Berlin zur Prostitution gezwungen wird, sich in das Plastinatenkabinett des „Professor von Toth“ flüchtet und schließlich ihren Peininger und anschließend sich selbst tötet. Besonders die Schattenseiten des estnischen Wirtschaftswunders mit Straßenkindern, moralischer Verwahrlosung und der täglichen Brutalität werden in dem Buch verarbeitet.

Daneben verfasst Eeva Park Theaterstücke und Kurzgeschichten sowie weiterhin regelmäßig Gedichte.

Auszeichnungen

Bibliographie

Deutsche Übersetzungen

Als einzige Buchveröffentlichung auf Deutsch liegt Lõks lõpmatuses vor:

Des Weiteren sind einige Kurzgeschichten erschienen:

Außerdem sind zwei Essays von Eeva Park auf Deutsch erschienen:

Übersetzungen in andere Sprachen

Eeva Parks Kurzgeschichten und Gedichte sind auf Englisch, Finnisch, Französisch, Lettisch, Litauisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch und Ungarisch erschienen.

Der Roman Lõks lõpmatus liegt außer auf Deutsch auch auf Norwegisch und Schwedisch vor.

Ferner gibt es eine Gedichtsammlung auf Finnisch:

Sekundärliteratur

Commons: Eeva Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Eesti kirjanike leksikon. Koostanud Oskar Kruus ja Heino Puhvel. Tallinn: Eesti Raamat 2000, S. 397.
  2. ↑ Kärt Hellerma: Veel üks nonkonformist, in: Keel ja Kirjandus 7/1988, S. 438.
  3. ↑ Valeeria Villandi: Elu ja lood, in: Keel ja Kirjandus 3/1995, S. 199.
  4. ↑ Cornelius Hasselblatt: Geschichte der estnischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2006, S. 758–759.
Personendaten
NAME Park, Eeva
KURZBESCHREIBUNG estnische Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 9. September 1950
GEBURTSORT Tallinn, Estnische SSR