Egelinde

Egelinde
Koordinaten: 52° 13′ N, 12° 28′ OKoordinaten: 52° 12′ 35″ N, 12° 28′ 6″ O
Höhe: 84,2–89,1 m ü. NHN
Postleitzahl: 14806
Vorwahl: 033847
Ortsansicht
Ortsansicht

Egelinde ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Werbig der Stadt Bad Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Geografische Lage

Egelinde liegt nordwestlich von Bad Belzig in einem Waldgebiet und ist durch die Kreisstraße 6935 mit dem westlich gelegenen Gemeindeteil Hohenspringe und dem östlich gelegenen Gemeindeteil Verlorenwasser verbunden. Südlich der Wohnbebauung fließt der gleichnamige Fluss Verlorenwasser vom Osten kommend in westlicher Richtung vorbei. Das Gelände liegt auf einer Höhe von 84,2 m ü. NHN und steigt auf 89,1 m ü. NHN im Süden hin an.

Geschichte

Ernst Fidicin bezeichnete in seinen Fortsetzungen zu dem Landbuch Kaiser Karls IV. Mitte des 19. Jahrhunderts für 1440 die Schreibweise Egelinge, zwei Meilen südöstlich von Ziesar, dann eingepfarrt nach Werben, gehörend dem Achim Segeser zu Neuendorf bei Brück. Seit 1330 soll Egelinde bereits der Familie von Oppen gehört haben. Auf der Gemarkung von Egelinde wurde 1646 namentlich ein gutsherrliches Vorwerk der in der Region mittlerweile reich begüterten Adelsfamilie von Oppen erwähnt. Johann Gottlieb Heineccius bezeichnet 1785 Egelinde als ein adeliches dem Herrn von Oppen gehöriges Vorwerk mit acht Feuerstellen. Hinzu erwähnt er eine Egelingsmühle, eine Wasser-Schneidemühle im Besitz der genannten Adelsfamilie. Für 1820 ist die Einwohnerzahl von 40 Personen in acht Wohnhäusern bestätigt. Noch 1821 fand es als kleiner Gutshof in offiziellen Statistiken amtlich Erwähnung. Der Familie von Oppen wurde 1844 auch für Egelinde die Patrimonialgerichtsbarkeit bestätigt. Egelinde gehörte 1873 der anverwandten Familie der Freiherren von Oppen-Huldenberg, die 1840 die preußische Erlaubnis zur Namensvereinigung bekamen und 1859 in Form der Erstgeburt den Freiherrentitel. Vertreter auf Fredersdorf, Weitzgrund und Egelinde war Albert Freiherr von Oppen-Huldenberg. Egelinde gehörte zu jener Zeit zur preußischen Provinz Sachsen, Kreis Jerichow I. Erben wurde zunächst der ältere Sohn, Freiherr von Oppen-Huldenberg, dann sein Bruder der gut situierte Oberst, Hans Matthias Freiherr von Oppen-Huldenberg (1852–1918) als Herr eines inzwischen gestifteten Familienfideikommiss. Seine Frau war Emmy von Schack, Tochter des Generalleutnants Karl von Schack. Egelinde gehörte 1929 weiterhin zum Gutskomplex Fredersdorf. Das Rittergut Egerlinde umfasste 1922 für sich genommen 1340 ha Land, davon 1263 ha Forsten unter Leitung von Oberförster Flechsig als Verwalter. Letzter Grundbesitzer wurde der Oberleutnant d. R. Hans-Carl Freiherr von Oppen-Huldenberg, geboren 1919 in Berlin, vermisst 1943. Nach den Forschungen der Genealogen Hans Friedrich von Ehrenkrook und Friedrich Wilhelm Euler mit Stand von 1963 stirbt mit ihm die männliche Linie seiner Familie aus. Freiherr von Oppen war seit 1940 mit Elsita Gräfin Reichenbach verheiratet und hatte mit ihr zwei Töchter, beide in Dresden geboren, die auf Wunsch der Mutter katholisch wurden. Der Reserveoffizier war Herr auf Fredersdorf mit Weitzgrund und Egelinde, welches immer noch zum Kreis Jerichow gehörte. Des Weiteren hatte Oppen-Huldenberg altererbte Besitzungen in Neukirch in der sächsischen Oberlausitz. Das Fideikommiss Fredersdorf-Egerlinde war einst im Jahre 1884 gegründet worden und wurde 1934 freies allodiales Eigentum des Gutsbesitzers, und zwar bis 1945.

Während der DDR‑Zeit war der Ort Teil der landwirtschaftlich geprägten Strukturen des Kreises Belzig. Nach der Kreisgebietsreform 1993 wurde Egelinde Bestandteil des neu gebildeten Landkreises Potsdam‑Mittelmark und gehört seit der brandenburgischen Gemeindegebietsreform zur Stadt Bad Belzig.

Einzelnachweise

  1. ↑ Bad Belzig, Dienstleistungsportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 19. Januar 2026.
  2. ↑ Egelinde, Brandenburgviewer, abgerufen am 19. Januar 2026.
  3. ↑ Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg oder Geschichte der einzelnen Kreise, Städte, Rittergüter, Stiftungen und der Dörfer in derselben, als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karls IV. 1860. III. Kreis West-Havelland. Kries Ost-Havelland, Kreis Zauche, Der Zauchische Kreis. II. Ortschaften. 15. Egelinde. Selbstverlag, Berlin 1860, S. 75 (google.de).
  4. ↑ Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1882. In: „Der Gotha“. 7. Auflage. Oppen. Justus Perthes, Gotha 11. November 1881, S. 376 (google.de).
  5. ↑ George Adalbert von Mülverstedt (Hrsg.): Urkundenbuch zur Geschichte des altadeligen Geschlechts von Oppen. 1. Von 1207 bis 1648, 1058). 1646 ff. E. Baensch jun., Magdeburg 1893, S. 695–698 (uni-duesseldorf.de).
  6. ↑ Johann Gottlieb Heineccius: Ausführliche topographische Beschreibung des Herzogthums Magdeburg und der Grafschaft Mansfeld, Magdeburgischen Antheils. 1785. Ziesarscher Kreis, Plattes Land. Georg Jacob Decker, Berlin 1785, S. 313 (google.de).
  7. ↑ Karl von Seydlitz: Alphabetisches Verzeichniß sämmtlicher bewohnter und benamter Ortschaften im Regierungs-Bezirk Magdeburg. 1820. In: Geographisches Statistisches Handbuch. Selbstverlag, Magdeburg 1820, S. 50 (google.de).
  8. ↑ Leopold Krug, Alexander August Mutzell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staats. 1821. In: Öffentliche Bekanntmachungen. Band 1. Karl August Kümmel, Halle 1821, S. 319 (google.de).
  9. ↑ Oeffentlicher Anzeiger der Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. 6. September 1844. In: Öffentliche Bekanntmachungen. Amtsblatt der Regierung in Potsdam. 1844-09-06 Auflage. Nr. 36. Selbstverlag, Potsdam 18. August 1844, S. 334 (google.de).
  10. ↑ Rudolf von Stillfried-Rattonitz: Verzeichniss der seit dem Bestehen des Kgl. Preuss. Heroldamtes (1855) erfolgten Standeserhöhungen, Adelsbestätigungen und Namensvereinigungen nebst Beschreibung der verliehenen Wappen. In: Herold Verein zu Berlin (Hrsg.): Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. Separat-Ausgabe Auflage. C. Freiherren, Oppen von Huldenberg. Mitscher & Röstell, Berlin 1875, S. 9 (google.de).
  11. ↑ Marcelli Janecki: Handbuch des Preußischen Adels. 1893. Band 2, Oppen-Huldenberg. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893, S. 464–465 (uni-duesseldorf.de).
  12. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1878. In: „Der Gotha“. 28. Auflage. Oppen-Huldenberg. Justus Perthes, Gotha 28. November 1877, S. 530–531 (google.de).
  13. ↑ Albert Johannesson (Hrsg.): Deutsches Millionär-Adressbuch. Oppen von Huldenberg, Freih. Hans, Oberst, Dresden, Königsstr. 3. Alb. Johannesson (Inh. Paul Grund). Selbstverlag des Ersten Berliner Reclame-Bureau, Centralstelle für die Verbreitung von Drucksachen, Berlin 1894, S. 142 (uni-duesseldorf.de).
  14. ↑ Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Hogrefe: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII. Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. Kreis Zauch-Belzig. In: Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. 4. Auflage. Letzte Ausgabe-Niekammer-Reihe. Verlag Niekammer’s Adreßbücher, Leipzig 1929, S. 172 (martin-opitz-bibliothek.de).
  15. ↑ Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band V, Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. In: Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S. (Hrsg.): Verzeichnis der für die Landwirtschaft wichtigen Behörden und Körperschaften. 3. Auflage. V der Reihe von Paul Niekammer, Kreis Jerichow I. Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 24–25 (slub-dresden.de).
  16. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1874. In: "Der Gotha". 24. Auflage. Oppen-Huldenberg, Neukirch/Lausitz. Justus Perthes, Gotha 6. November 1873, S. 488–491 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 9. Juli 2022]).
  17. ↑ Freiherrlich Oppen von Huldenbergisches Familienfideikommiß \ (Rittergut Fredersdorf mit Weitzgrund, Kreis Zauch-Belzig und Rittergut Egelinde, Kreis Jerichow I). 1884–1891 (Akte). In: Brandenburgisches Landeshauptarchiv (Hrsg.): BLHA. 1884, 1891, 1934 Auflage. Rep., 53A ML Gen 975. 2A III F 18607. Eigenverlag, Fredersdorf, Potsdam 1884, S. 1 f. (brandenburg.de [abgerufen am 9. Juli 2022]).