Eiko Ōtake (japanisch 大竹 永子; * 1952 in Tokio) ist eine japanische Performancekünstlerin, Tänzerin und Choreografin, die seit 1976 in New York lebt und arbeitet. Sie wurde zunächst als Teil des Duos Eiko & Koma bekannt und seit 2014 durch ortsspezifische Solo- und Medienarbeiten wie A Body in Places und A Body in Fukushima.
Ōtake wurde im besetzten Nachkriegsjapan in Tokio geboren; wegen der Arbeit ihres Vaters als Bankangestellter zog ihre Familie häufig um, sodass sie in der Grundschulzeit sechsmal die Schule wechselte. Ende der 1960er-Jahre beteiligte sie sich als Schülerin und Studentin an der japanischen Studentenbewegung; später beschrieb sie diese politische Prägung und ihr frühes Interesse an Literatur und bildender Kunst als formative Einflüsse. Im Jahr 1971 begegnete sie in der Theatergruppe von Tatsumi Hijikata in Tokio Takashi „Koma“ Ōtake, einem Mitbegründer des Butoh, und begann mit ihm eine künstlerische und private Partnerschaft. Nach Studien bei Hijikata und Kazuo Ohno in Japan sowie bei Manja Chmièl in Deutschland siedelten Eiko und Koma 1976 nach New York über. Ōtakes spätere Arbeiten zu Krieg und Gewalt beziehen auch Familienerinnerungen ein, etwa den Bericht ihres Vaters, im Zweiten Weltkrieg durch vorgetäuschte Tuberkulose dem Militärdienst entkommen zu sein.
Eiko und Koma entwickelten seit den 1970er-Jahren ein langsames, bildhaftes Bewegungstheater, dessen Werke eigene Choreografien, Bühnenbilder, Kostüme, Texte, Medienarbeiten und Klang umfassten. Im Jahr 1996 wurden sie als erstes kollaboratives Paar mit einer MacArthur Fellowship ausgezeichnet. Das Duo arbeitete über viele Jahre mit Institutionen wie dem Walker Art Center zusammen, das ihre Arbeit seit White Dance im Jahr 1981 begleitete und später Aufführungen, Residenzen, Auftragsarbeiten und eine Monografie präsentierte. Nach mehr als vier Jahrzehnten im Duo begann Ōtake eigene Soloarbeiten; ihre Solopräsenz wurde 2017 als zugleich besonders verletzlich und unheimlich beschrieben. Ihr Solozyklus A Body in Places begann 2014 mit einer zwölfstündigen Performance in der 30th Street Station in Philadelphia und wurde danach an zahlreichen öffentlichen Orten weiterentwickelt. In A Body in Fukushima arbeitete sie ab 2014 mit dem Historiker und Fotografen William Johnston in den von der Nuklearkatastrophe von Fukushima geprägten Landschaften; daraus entstanden Ausstellungen, Vorträge, Performances, ein Buch und ein Langfilm. Für ihre Arbeit nach Beginn des Solozyklus erhielt Ōtake eine Bessie Special Citation, ein Art Matters-Stipendium und 2016 den Anonymous Was A Woman Award. 2025 schuf Ōtake mit der chinesischen Künstlerin Wen Hui What Is War, eine Arbeit über Kriegserinnerungen, die am Walker Art Center gezeigt wurde und ihre New Yorker Premiere an der Brooklyn Academy of Music hatte. In der New-Yorker Aufführung erinnerten Ōtake und Wen Hui an den Zweiten Weltkrieg in China und Japan und präsentierten Besuche eines ehemaligen sogenannten „comfort station“-Ortes in Nanjing und Ōtakes Bericht über die Bombardierung Tokios 1945.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ōtake, Eiko |
| KURZBESCHREIBUNG | japanische Performancekünstlerin, Tänzerin und Choreografin |
| GEBURTSDATUM | 1952 |
| GEBURTSORT | Tokio |