Einbaumhaus

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Das Einbaumhaus ist ein Baudenkmal in der Gemeinde Dähre im Altmarkkreis Salzwedel.

Baubeschreibung und Geschichte

Die Einbaumhaus in der Friedensstraße 41 (ehemals Friedensstraße 8) in Dähre ist ein Fachwerkbau mit ausgemauerten Gefachen. Es gehört zu den ältesten Bauten von Dähre und wurde in seinen ältesten Teilen dendrochronologisch auf das Jahr 1472 datiert. Die Bezeichnung als Einbaumhaus beruht auf der ungewöhnlichen Bauweise, bei der ein einziger Baumstamm als tragende Säule für alle Decken des Hauses vom Keller bis zum Dach reicht.

Ursprünglich handelte es sich dabei um die sogenannte Neue Propstei, die ihren Namen daher erhielt, dass die an anderer Stelle im Ort befindliche Propstei abbrannte. Um den Neubau südlich der Kirche St. Andreas errichten zu können, tauschte der Bischof von Verden eine Hofstelle ein. Der Neubau entstand als Wohnhaus für Propst Johann Verdeman etwa ab dem Jahr 1466. Es ist damit auch eines der ältesten profanen Häuser im gesamten Altmarkkreis. Der Propstsitz des Sprengels des Bistums Verden wurde erstmals im Jahr 1223 erwähnt.

Der Bischof von Verden ignorierte die Folgen der Reformation, durch die er eigentlich alle Gerechtsame in der Altmark verloren hatte, und säkularisierte die Propstei Dähre 1564, schuf daraus eine Dotation für den Pfarrer von Dähre und gab dann die Propstei als weltliches Lehen an den bisherigen Propst Christoph V. von der Schulenburg, der sie bereits seit 1558 innehatte. Erst nach dem Tod Christophs zog der Kurfürst von Brandenburg die Propstei ein und übergab sie 1589 als Lehen an den Kanzleinotar Renner. 1617 konnten die von der Schulenburg das Lehen wieder erwerben, diesmal vom Kurfürst. Vermutlich im 18. Jahrhundert wurden der Giebel und Teile des Obergeschosses in Fachwerk erneuert. In den 1870er Jahren wurde ein kurzer Querflügel aus Backstein an der Nordostseite ergänzt.

Das Haus wurde zeitweise als Jugendklub genutzt, steht aber seit den späten 1990er Jahren leer und verfällt. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz und ist im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt mit der Erfassungsnummer 094 13923 als Baudenkmal eingetragen.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Christian Reuter: Das Einbaumhaus in Dähre steht seit 30 Jahren leer und zerfällt. In: az-online.de. 24. April 2026, abgerufen am 3. Mai 2026.
  2. 1 2 Dehio. Sachsen-Anhalt II, S. 154.
  3. ↑ Johann Friedrich Danneil: Das Geschlecht der von der Schulenburg. Band 2. Salzwedel 1847, S. 368, 138, 375 (google.de).
  4. ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 3. Mai 2026 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 3875–3876).

Koordinaten: 52° 48′ 0,2″ N, 10° 54′ 22,9″ O