| Ankerit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Ank |
| Andere Namen |
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| Chemische Formel |
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| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Carbonate und Nitrate (ehemals Nitrate, Carbonate und Borate) |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
Vb/A.03a V/B.03-020 5.AB.10 14.02.01.02 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | trigonal |
| Kristallklasse; Symbol | trigonal-rhomboedrisch; 3 |
| Raumgruppe | R3 (Nr. 148) |
| Gitterparameter | a = 4,84 Å; c = 16,19 Å |
| Formeleinheiten | Z = 3 |
| Zwillingsbildung | einfache Zwillinge mit den Ebenen {0001}, {1010} oder {1120} |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 3,5 bis 4 |
| Dichte (g/cm3) | 2,95 bis 3,10 |
| Spaltbarkeit | vollkommen nach {1011} |
| Bruch; Tenazität | schwach muschelig; spröde |
| Farbe | graubraun, braungelb, weiß, farblos im Durchlicht |
| Strichfarbe | weiß |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Glanz | Glasglanz, Perlmuttglanz |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nω = 1,690 bis 1,750 nε = 1,510 bis 1,548 |
| Doppelbrechung | δ = 0,180 bis 0,202 |
| Optischer Charakter | einachsig negativ |
Ankerit, veraltet auch als Braunspat oder Eisen-Dolomit bzw. Eisendolomit und Ferrodolomit bekannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate und Nitrate“ (ehemals Nitrate, Carbonate und Borate) mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung CaFe[CO3]2 und damit chemisch gesehen ein Calcium-Eisen-Carbonat.
Ankerit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt meist rhomboedrische Kristalle mit gewölbten oder sattelförmigen Flächen bis etwa 5 cm Größe. Er findet sich aber auch in Form säulenförmiger, stalaktitähnlicher, körniger oder massiger Mineral-Aggregate.
In reiner Form ist Ankerit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung ist er jedoch meist durchscheinend weiß und kann durch Fremdbeimengungen eine graubraune oder braungelbe Farbe annehmen. Seine Strichfarbe ist allerdings immer weiß.
Ankerit bildet eine Mischreihe mit Dolomit (CaMg[CO3]2) und Kutnohorit (CaMn[CO3]2), weshalb die chemische Zusammensetzung in verschiedenen Quellen auch als Mischformel in der Form Ca(Fe2+,Mg,Mn2+)[CO3]2 angegeben wird. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Eisen, Magnesium und Mangan können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals. Zudem muss der Eisengehalt stets bei über 50 % liegen, um als Ankerit zu gelten.
Erstmals entdeckt wurde Ankerit im Erzberg in der Steiermark (Österreich) und beschrieben 1825 von Wilhelm Ritter von Haidinger, der das Mineral nach dem österreichischen Mineralogen Matthias Joseph Anker (1771–1843) benannte.
Da der Ankerit bereits lange vor der 1958 gegründeten International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und der Ankerit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral bezeichnet. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Ankerit lautet „Ank“.
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht dokumentiert.
In der letztmals 1977 überarbeiteten und daher veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Ankerit zur Mineralklasse der „Nitrate, Carbonate und Borate“ (Unterklasse „Carbonate“) und dort zur Abteilung „Wasserfreie Carbonate ohne fremde Anionen“, wo er gemeinsam mit Dolomit und Kutnohorit in der „Dolomit-Reihe“ mit der Systemnummer Vb/A.03a innerhalb der „Dolomit-Norsethit-Gruppe“ steht.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer V/B.03-020. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Wasserfreie Carbonate [CO3]2−, ohne fremde Anionen“, wo Ankerit zusammen mit Benstonit, Dolomit, Huntit, Kutnohorit, Minrecordit und Norsethit die „Dolomitgruppe“ mit der Systemnummer V/B.03 bildet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Ankerit in die Klasse der „Carbonate und Nitrate“ und dort in die Abteilung „Carbonate ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Erdalkali- (und andere M2+) Carbonate“ zu finden, wo es zusammen mit Dolomit, Kutnohorit und Minrecordit die „Dolomitgruppe“ mit der Systemnummer 5.AB.10 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Ankerit die System- und Mineralnummer 14.02.01.02. Das entspricht der Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Carbonate“. Hier findet er sich in der „Dolomitgruppe“, in der auch Dolomit, Kutnohorit und Minrecordit eingeordnet sind.
Ankerit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 148) mit den Gitterparametern a = 4,84 Å und c = 16,19 Å sowie 3 Formeleinheiten pro Elementarzelle.


Ankerit bildet sich in mittel- bis niedriggradigen, hydrothermalen Gängen, aber auch durch Metamorphose oder Sedimentation in verschiedenen „Eisensteinen“ (Magnetit, Limonit, Hämatit) und Karbonatiten, wo es meist in Paragenese mit Siderit und Dolomit anzutreffen ist.
Als häufige Mineralbildung konnte Ankerit an vielen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 4300 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2026). Außer an seiner Typlokalität am Erzberg in der Steiermark wurde das Mineral in Österreich noch bei Badersdorf, Stadtschlaining und Redlschlag im Burgenland; in vielen Gegenden von Kärnten; bei Kirchberg am Wechsel und Semmering in Niederösterreich; in mehreren Regionen von Salzburg und der Steiermark; in Nord- und Osttirol sowie im Montafontal im Vorarlberg gefunden.
In Deutschland wurde Ankerit unter anderem im Schwarzwald (Baden-Württemberg), im Fichtelgebirge, Bayerischen Wald und Oberpfälzer Wald (Bayern); Odenwald, Spessart und Taunus (Hessen); im Harz (Niedersachsen); im Bergischen Land, Sauerland, Siegerland und in der Eifel (Nordrhein-Westfalen); im Hunsrück und Westerwald (Rheinland-Pfalz); im Erzgebirge (Sachsen) sowie bei Gera, im Thüringer Wald und bei Saalfeld/Saale (Thüringen).
In der Schweiz fand sich Ankerit vor allem in den Kantonen Graubünden, Tessin und Wallis.
Erwähnenswert aufgrund ihrer besonderen Mineralfunde sind zudem unter anderem die „Tui Mine“ bei Te Aroha in Neuseeland mit Kristallfunden von bis zu 5 cm Größe und die „Gilman Mine“ im Eagle County (Colorado) in den USA, wo bis zu 4 cm große, braune Ankerit-Rhomboeder geborgen werden konnten. In Kladno und anderen Orten in Tschechien fanden sich in Konkretionen etwa einen Zentimeter große, gelbliche Kristalle.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Afghanistan, Ägypten, Algerien, Angola, der Antarktis, Argentinien, Australien, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Chile, China, Fidschi, Finnland, Frankreich, Ghana, Griechenland, Grönland, Indien, Indonesien, Iran, Irland, Italien, Japan, Kanada, Kasachstan, Kirgisistan, Kolumbien, Nord- und Südkorea, Malawi, Malaysia, Mali, Marokko, Mauretanien, Mexiko, Mongolei, Myanmar, Namibia, Niederlande, Norwegen, Pakistan, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Sambia, Schweden, Senegal, Simbabwe, Slowakei, Spanien, Südafrika, Tadschikistan, Taiwan, Tunesien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Usbekistan, im Vereinigten Königreich (England, Nordirland, Wales), den Vereinigten Staaten von Amerika (Alabama, Alaska, Arizona, Arkansas, Colorado, Kalifornien, Minnesota und andere) und Vietnam.
Ankerit dient als Zuschlag beim Eisenschmelzen.