Die Einteilung folgt heute oft internationalen Standards wie dem IACS Polar Class (PC) System oder nationalen Regeln (z. B. Finnisch-schwedische Eisklasse). Diese Einstufung ist zudem eine wesentliche Voraussetzung für die Fahrt in polaren Regionen gemäß dem seit 2017 verbindlichen Polar Code der IMO.
Neben technischen Sicherheitsaspekten beeinflusst die Eisklasse auch ökonomische Faktoren: In verschiedenen Ländern, die auf eine ganzjährige Versorgung durch Schiffe angewiesen sind, werden Hafen- und Lotsengebühren gemäß der nationalen Eisklasse gestaffelt. Dies soll den Eignern eisverstärkter Schiffe einen Ausgleich für die höheren Baukosten und die baubedingt verminderte Tragfähigkeit geben.
Nationale Eisklassen
Die Georg Essberger wartet vor Loviisa (Finnland) auf den Eisbrecher Nordica, Klasse 1A Super
In Kanada wurden die bisherigen Eisklassen Arctic 1 bis Arctic 10 von Transport Canada durch die folgenden vier neuen Eisklassen („Canadian Arctic Categories“) ersetzt:
CAC 1 für Eisbrecher, die überall in der Arktis eingesetzt werden können und kontinuierlich oder durch Rammen durch mehrjähriges Eis vordringen können.
CAC 2 für kommerzielle Frachtschiffe, die überall in der Arktis fahren können und kontinuierlich oder durch Rammen durch mehrjähriges Eis vordringen können.
CAC 3 für kommerzielle Frachtschiffe, die im zweijährigen Eis und schweren Eis des ersten Jahres uneingeschränkt fahren können.
CAC 4 für kommerzielle Frachtschiffe, die im einjährigen Eis fahren können.
E4 (Eisdicke bis 1,0 m, korrespondierende finnisch-schwedische Eisklasse: 1A Super)
E3 (Eisdicke bis 0,8 m, korrespondierende finnisch-schwedische Eisklasse: 1A)
E2 (Eisdicke bis 0,6 m, korrespondierende finnisch-schwedische Eisklasse: 1B)
E1 (Eisdicke bis 0,4 m, korrespondierende finnisch-schwedische Eisklasse: 1C)
E (Eisdicke bis 0,15 m, korrespondierende finnisch-schwedische Eisklasse: II bzw. III)
Arktische Eisklassen:
ARC 7
ARC 6
ARC 5
ARC 4
ARC 3
ARC 2
ARC 1 (entspricht etwa der baltischen Eisklasse E4)
Polarklassen
2006 veröffentlichte die International Association of Classification Societies (IACS) als Dachverband einen Entwurf für die globalen Klassen PC 1 bis PC 7. Diese sind für dauerhaft in arktischen Gewässern operierende Schiffe bzw. Eisbrecher gedacht. Daher gehen sie in ihren Ansprüchen weit über die Eisklassen hinaus. Die höchste deutsche Klasse E4 entspricht etwa PC 6. Die höheren Klassen sind also eher mit den russischen Eisbrecherklassen zu vergleichen.
IACS-Polarklassen
PC 1 Ganzjährige Fahrt in allen Polargewässern
PC 2 Ganzjährige Fahrt in mittlerem mehrjährigem Eis
PC 3 Ganzjährige Fahrt in zweijährigem Eis mit mehrjährigen Einschlüssen
PC 4 Ganzjährige Fahrt in dickem einjährigem Eis mit älteren Einschlüssen
PC 5 Ganzjährige Fahrt in mittlerem einjährigem Eis mit älteren Einschlüssen
PC 6 Sommerfahrt in mittlerem einjährigem Eis mit älteren Einschlüssen (äquivalent zu E4)
PC 7 Sommerfahrt in dünnem einjährigem Eis mit älteren Einschlüssen (äquivalent zu E3)