Der Elativ (von lateinisch efferre „herausholen, herausheben“) ist eine Steigerungsform des Adjektivs. Er ist im Deutschen entweder formal mit dem Superlativ identisch oder wird mittels Vorsilben oder einer dem Adjektiv vorangestellten Gradpartikel gebildet. Mit dem traditionell auch absoluter Superlativ genannten Elativ wird außerhalb eines Vergleichs ein sehr hoher Grad angezeigt, während der relative Superlativ das Beschriebene im Vergleich zu anderen heraushebt. Eine jüngere sprachübergreifende Untersuchung von Wilfried Baumgarten hat jedoch anhand zahlreicher Beispiele gezeigt, dass es sich oft eher um eine Form handelt, welche wesensimmanente, typische Eigenschaften bezeichnet, und die daher eher qualitativ als quantitativ zu verstehen ist. So sind beispielsweise Elative, die im Arabischen bestimmte körperliche Gebrechen benennen (wie أعمى, "blind") keineswegs als "absoluter Superlativ" zu verstehen, und sie bezeichnen auch keinen "sehr hohen Grad", sondern einfach eine nicht ohne Weiteres zu ändernde, naturgegebene Eigenschaft.
Das Deutsche, und auch die anderen germanischen Sprachen, kennen keine eigene Form für den Elativ.
Oft erscheinen bei den beiden letzten Formen lokalen Dialekten oder Soziolekten entsprungene Wörter. Präfixe wie erz-, schwer-, super-, mega-, ur-, end-, ober- werden zur Bildung von beispielsweise erzkonservativ, schwerreich, superschnell, megavoll, urkomisch, endgeil und oberfaul herangezogen. Entsprechende Intensivpartikeln sind sehr, konkret, voll, fett, krass, übel, derbe, hammer, übertrieben, arg.
Auch Superlativformen ohne Endungen wie höchst, herzlichst gelten als Elative, dürfen aber nicht mit dem Hyperlativ verwechselt werden.
Beispiele für Elative sind: beim besten Willen, beim leisesten Anzeichen, gütigst, in tiefster Trauer, mit freundlichsten Grüßen, zu unserer vollsten Zufriedenheit. Hingegen ist in keinster Weise streng genommen kein Elativ, da das Wort kein kein Adjektiv, sondern ein Indefinitpronomen ist; kein ist daher nicht steigerbar. Diese eher umgangssprachliche Floskel ist daher umstritten. Laut der Sprachkolumne Zwiebelfisch sei eine Steigerung von kein logisch gedacht nicht möglich, stilistisch aber doch, da der Elativ außer Konkurrenz verwendet werde, also ohne einen wirklichen Vergleich anzustellen.
Der Elativ ist auch im Arabischen geläufig. Es werden mit seiner Hilfe nicht nur Komparativ und Superlativ ausgedrückt, sondern auch wesenstypische Eigenschaften, wie beispielsweise die wesensimmanente Größe Gottes in dem bekannten Ausruf الله أكبر "Allah ist groß.".