Ältermann

Als Ältermann oder Oeltermann niederdeutsch auch als Olderman oder Oldermand, in der Mehrzahl als Olderlude und Oldermenne oder Oldermanni oder seniores bezeichnet, auch Altermann, Oldermann, Aldermann, Eldermann – alleinige eindeutige Schreibweise dieses Titels ist dessen latinisierte Form Comes Hansae („Konsul der Hanse“) – wurden bzw. werden bezeichnet:

Durch die Einführung der napoleonischen Gewerbefreiheit um 1810 verfielen die Zünfte in den betroffenen Territorien in Amt (ständische bzw. städtische Ratsvertretung) und Gilde (gleichberechtigter Beistand und Geselligkeit), wodurch die Definition des Obermeisters nach 1810 keine lexikalische Relevanz besaß.

Bei den Sankt Knudsgilden wird der Ältermann auf Lebenszeit gewählt, erst wenn er sein Amt freigibt oder stirbt, wird die Neubesetzung durch Ballotage (weiße Kugel = ja; schwarze Kugel = nein) in geheimer Wahl durch die Stuhlbrüder vollzogen.

In den baltischen Studentenverbindungen hieß der Fuchsmajor Oldermann.

Auch die City of London Corporation besitzt bis heute einen Court of Aldermen, deren Mitglieder jeweils einem Stadtteil der Gemeinde im Zentrum Londons vorstehen.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Karl Schiller, August Lübben: Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bd. 3: M–R, Bremen: Verlag von J. Küthmann's Buchhandlung, 1877, S. 223; Google-Books
  2. 1 2 Martin Rheinheimer: Die Dorfordnungen im Herzogtum Schleswig. Dorf und Obrigkeit in der frühen Neuzeit ( = Quellen und Forschungen zur Agrargeschichte, Bd. 46), zugleich Habilitationsschrift 1998 an der Universität Kiel, Bd. 2: Edition, Stuttgart: Lucius & Lucius, 1999, ISBN 978-3-8282-0088-3 und ISBN 3-8282-0088-5, passim, v. a. S. 993 (für Olderman(d), Olderlude), 953; Vorschau über Google-Bücher
  3. ↑ Christoph Anz: Gilden im mittelalterlichen Skandinavien ( = Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Bd. 139), zugleich Dissertation 1996 an der Universität Göttingen, Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1998, ISBN 978-3-525-35454-4 und ISBN 3-525-35454-1, S. 204 (Anm. 462); Vorschau über Google-Bücher
  4. ↑ Brigitte Bjarnason, Kirsten Rühl: Schwefel, Tran und Trockenfisch. Wie Hamburger Kaufleute Island eroberten, Hamburg: acabus, 2019, ISBN 978-3-86282-724-4 und ISBN 3-86282-724-0, S. 21; Vorschau über Google-Bücher
  5. ↑ Karl von Hegel: Städte und Gilden der germanischen Völker im Mittelalter, Bd. 1, [Photomechanischer Neudruck der Ausgabe Leipzig 1891], Aalen (Württemberg), 2022, S. XVII; Google-Books
  6. ↑ Igor Koschkin: Zu den terminologischen Ämterbezeichnungen in den deutsch-russischen Vertragsurkunden Altlivlands. In: Gisela Brandt (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache im Baltikum, Bd. 5 ( = Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik, Nr. 440), Stuttgart: Heinz, Akademischer Verlag, 2007, ISBN 978-3-88099-445-4, S. 39; Vorschau über Google-Bücher
  7. ↑ Die Chroniken der niedersächsischen Städte, Bd. 2: Braunschweig ( = Die Chroniken der deutschen Städte, Bd. 16), auf Veranlassung ... Seiner Majestät des Königs von Bayern Maximilian II. hrsg. durch die Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Leipzig: Hirzel, 1880, S. 602; Google-Books
  8. ↑ Walther Stein: Die Genossenschaft der deutschen Kaufleute zu Brügge in Flandern, Inauguraldissertation vom 23. November 1889 an der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin, Berlin: R. Gaertner's Verlagsbuchhandlung Hermann Heyfelder, [1889], S. 31; Google-Books