Elektrische Feststellbremse

Bedieneinheit der elektrischen Feststellbremse in der Mittelkonsole eines VW Touran

Die elektrische Feststellbremse ist eine Technik in Kraftfahrzeugen, die mittels Aktoren an der Hinterradbremse und eines Steuergeräts die konventionelle Feststellbremse ablöst. Der in der Kurzform EPB genannte Begriff kommt aus dem Englischen und ist die Abkürzung für Electric Parking Brake.

Je nach Automobilhersteller ist die EPB auch unter dem Namen APB (Automatic Parking Brake), EFB (Elektrische Feststellbremse) oder EMF (Elektromotorische Feststellbremse) bekannt.

Automobilzulieferer für elektrische Feststellbremsen sind: ZF TRW, Küster, Conti Teves, Brose Fahrzeugteile und die Robert Bosch GmbH.

Technik

Die elektrische Parkbremse (EPB, teilweise auch APB – automatische Parkbremse – genannt) löst in der Automobilbranche die mechanische Parkbremse ab und wird auch als elektrische Feststellbremse bezeichnet.

Bei der konventionellen Feststellbremse betätigt der Fahrer mit dem Fuß oder der Hand eine mechanische Vorrichtung, die seine Kraft über Seilzüge zumeist an die hintere Bremsanlage überträgt. Hier wird eine Feststellkraft auf die Bremsscheiben oder -trommeln ausgeübt. Bei sehr schweren Fahrzeugen wird oft eine separate Trommelbremse eingesetzt, um die notwendigen Haltekräfte zu realisieren.

Bei der elektrischen Parkbremse werden derzeit drei Systeme angeboten. Allen gemeinsam ist der Ersatz des mechanischen Bedienhebels oder Pedals durch eine elektrisch schaltende Bedieneinheit.

Cable Puller System

Ein elektro-mechanischer Aktuator (Motor-Getriebe-Einheit, meist mit integrierter elektronischer Steuerung) erzeugt die Feststellkraft und überträgt sie, wie bei der konventionellen Feststellbremse, über Seilzüge an die hinteren Bremsanlage. Im stromlosen Zustand blockiert der Aktuator, um das Lösen der Feststellbremse zu verhindern. Der Vorteil dieses Systems ist, dass die EPB in eine vorhandene Fahrzeugstruktur integriert werden kann, da der Bauraum frei wählbar ist und dieses System sowohl mit Trommel- als auch mit Scheibenbremsen funktioniert.

Motor on Caliper System

Hierbei handelt es sich um ein System, bei dem direkt an den hinteren Bremssätteln montierte zusätzliche kleine Motor-Getriebe-Einheiten (auch Direktaktuatoren genannt) die nötige Feststellkraft erzeugen und mechanisch auf die Bremskolben übertragen. Seilzüge sind nicht erforderlich. Das System ist sehr einfach in ein Fahrzeug zu integrieren, funktioniert aber nur mit Scheibenbremsen.

Elektro-Trommelbremse

Dieses System wird für sehr schwere Fahrzeuge angewendet. Eine Motor-Getriebe-Einheit aktiviert eine separate Trommelbremse, welche die Klemmkraft erzeugt. Bei diesem System gibt es ebenfalls keine Seilzüge.

Funktionsweise

Die elektrische Feststellbremse ist ein weiterer Schritt zur Umsetzung eines vollelektrischen Bremssystems. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, zusätzliche Komfortfunktionen zu realisieren, wie beispielsweise das unterstützte Anfahren am Berg. Diese Funktion kann aber auch durch andere Fahrassistenzsysteme ermöglicht werden.

Entfall des üblicherweise in der Mittelkonsole befindlichen Handbremshebels oder des Pedals samt Bowdenzügen. Bedient wird die EPB über einen Taster und eröffnet damit den Fahrzeugherstellern neue Möglichkeiten in der Gestaltung des Innenraums.

Vorteile und erweiterte Funktionen

Design des Fahrzeuginnenraums:

Redundantes Bremssystem (dynamischer Zustand) mit zusätzlichen Rückfallebenen:

Sicherheitsfunktionen:

Komfortfunktionen:

Erweiterte Funktionen:

Verringerter Wartungsaufwand:

Nachteile

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.audi.ch/ch/brand/de/tools/advice/glossary/elektromechanische.browser.html Verknüpfung von EFB mit ESP und ABS am Beispiel Audi
  2. ↑ http://www.opel-blog.com/2011/04/21/sicherheit-per-tastenzug/ EPB und ESP am Beispiel Opel