Typen von Elementarmatrizen
Im Folgenden sei
ein Körper,
eine
-Einheitsmatrix und
eine
-Standardmatrix, d. h. eine Matrix aus Nullelementen, mit der Ausnahme, dass an der Stelle
ein Einselement steht, wobei
als Zeilenindex und
als Spaltenindex der Matrizen verwendet wird.
Man unterscheidet drei Typen von Elementarmatrizen:
Typ 1
Diese Matrix hat in ihrer Hauptdiagonale nur Einselemente, ansonsten nur Nullelemente, mit der Ausnahme der Stelle
, wo der Wert
steht, wobei
sein muss – d. h. der Wert
darf nicht in der Hauptdiagonalen stehen.
Erzeugt wird dies durch
, wobei
und
ist.
Zur Abkürzung schreiben wir

man beachte jedoch, dass es sich dabei nicht um eine Standardnotation handelt.
Explizit gilt also
,
wobei
in der
-ten Zeile und
-ten Spalte steht.
Beispiele


Typ 2
Diese Matrix entspricht einer Einheitsmatrix
, in der die
-te mit der
-ten Zeile vertauscht wurde (natürlich
). Dabei wird in der Hauptdiagonale von
an den Stellen
und
das Einselement weggezählt (um Null zu erhalten) und an den Stellen
und
das Einselement wieder hinzugefügt. Bei diesem Typ handelt es sich also um die Permutationsmatrix einer Transposition.
Folgende Matrizenoperationen führen dies aus:
, für 
Zur Abkürzung definieren wir hier den Typ 2 als

Die Operationen sehen allgemein so aus:


Das folgende Beispiel zeigt, wie die
-te mit der
-ten Zeile vertauscht wird:
Beispiel

Analog ist

Typ 3
Die Hauptdiagonale dieser Matrix besteht aus Einselementen, bis auf die Stelle
, wo der Wert
eingefügt wird, der ungleich Null sein muss. Außerhalb der Hauptdiagonale stehen nur Nullelemente.
Dies wird erreicht über
, mit
und 
(An der Stelle
wird
hinzugezählt und 1 abgezogen.)
Zur Abkürzung soll hier der Typ 3 als

definiert werden. Wiederum handelt es sich nicht um eine Standardnotation.
Ausgeführte Operationen:

Beispiele


Einfluss der Elementarmatrizen auf andere Matrizen
Sei A eine
-Matrix und
,
und
jeweils Matrizen vom Typ 1, Typ 2 und Typ 3.
Multiplikation von links ergibt Zeilenumformungen:
multipliziert die i-te Zeile von A mit dem Wert
, wobei die übrigen Zeilen unverändert bleiben (EZU I)
addiert das
-fache der j-ten Zeile von A zur i-ten Zeile von A. (EZU II)
vertauscht die i-te Zeile von A mit der j-ten Zeile von A. (EZU III)
Multiplikation von rechts ergibt Spaltenumformungen:
multipliziert die i-te Spalte von A mit dem Wert
, wobei die übrigen Spalten unverändert bleiben. (ESU I)
addiert das
-fache der i-ten Spalte von A zur j-ten Spalte von A. (ESU II) Man beachte die vertauschte Bedeutung von i und j im Gegensatz zur Zeilenumformung.
vertauscht die i-te Spalte von A mit der j-ten Spalte von A. (ESU III)
Siehe hierzu auch Matrizenmultiplikation.
Diese Eigenschaften sind wichtig für Lösungsverfahren von Matrizenrechnungen, wie zum Beispiel den Gauß-Jordan-Algorithmus.
Merkhilfe: Um für eine der oben genannten Umformungen die passende Elementarmatrix zu konstruieren, muss die entsprechende Umformung auf die Einheitsmatrix
angewendet werden. Um beispielsweise die Elementarmatrix zu erhalten, die die erste und zweite Zeile einer Matrix vertauscht, werden die erste und zweite Zeile der Einheitsmatrix vertauscht, wodurch sich
ergibt.