
Friederike Julie Caroline Elisabeth Tomitius (* 4. Mai 1868 in Neisse; † 23. April 1945 in Saasa) war eine deutsche Krankenschwester. Sie war von 1926 bis 1935 die erste Generaloberin der Schwesternschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
Elisabeth Tomitius stammte aus einer Offizierfamilie. Sie war das dritte Kind des damaligen Hauptmanns, zuletzt Oberstleutnants, Adalbert Tomitius und dessen Frau Luise, geb. Hummell, einer Schwester des Generalmajors Karl Hummell.
Relativ spät, im Alter von 31 Jahren, begann sie 1899 eine Ausbildung zur Krankenschwester am Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf. Sie war dann in der Privat- und Gemeindepflege tätig sowie in Krankenhäusern in Marburg, Halle, Bonn und Köln. Ab 1907 war sie Oberschwester am Städtischen Krankenhaus in Düsseldorf, dem heutigen Universitätsklinikum Düsseldorf. 1908 wurde sie Oberin der Düsseldorfer städtischen Schwesternschaft, die sich unter ihrer Leitung 1910 der DRK-Schwesternschaft anschloss. Otto Lubarsch, der als Professor der Medizinischen Akademie Düsseldorf, einer Vorgängerin der heutigen Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, eng mit ihr zusammenarbeitete, beschrieb sie in seinen Memoiren als „sehr stattliche, hoheitsvolle Dame“, „sehr tatkräftig, etwas herrschsüchtig und ein wenig eigensinnig“. Ihr sei es zu verdanken gewesen, dass durch den Anschluss an das Rote Kreuz „allmählich ein einheitlicher Geist in die Schwesternschaft hineinkam.“ Im Ersten Weltkrieg betreute sie ein Lazarett in Düsseldorf.
1919 kam Elisabeth Tomitius nach Berlin als Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Krankenpflegeinstitute (gegründet 1882), der 1922 in den Verband Deutscher Mutterhäuser vom Roten Kreuz e.V. umgewandelt wurde. Hier war sie zunächst 1. Schriftführerin; 1926 wurde sie zur ersten Generaloberin des Verbands gewählt. 1927 hatte sie maßgeblichen Anteil an der Gründung der Berliner Fortbildungsakademie Werner-Schule vom Roten Kreuz, benannt nach dem ehemaligen Vorsitzenden des Verbandes, dem Obergeneralarzt Otto Werner (1847–1923). Sie steuerte den Verband mit Umsicht und Kreativität durch die Inflationszeit, indem sie unter anderem den Status der Reserveschwester einführte.
Ihre letzten Amtsjahre waren geprägt von den einsetzenden Gleichschaltungsbemühungen des nationalsozialistischen Regimes. Ab 1934 war sie Kommissarin für das Schwesternwesen des Deutschen Roten Kreuzes unter dem Reichswalter für das Schwesternwesen Otto Stahl. Zum 31. März 1935 trat sie in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin wurde Luise von Oertzen.

Im Ruhestand leitete sie noch die Oberinnen-Vereinigung im Deutschen Roten Kreuz. Zuletzt lebte sie im Schwestern-Erholungsheim in Saasa, wo sie kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 23. April 1945 starb. Sie wurde auf dem Friedhof an der Kirche St. Salvator (Saasa) beigesetzt. An sie und zwölf weitere hier bestattete Rotkreuz-Schwestern erinnert ein 2023 restaurierter Gedenkstein.

Ein weiterer Gedenkstein für Elisabeth Tomitius mit der Bronze-Büste Junge Schwester von Ottilie Schäfer befindet sich auf dem Schwesternfeld der Düsseldorfer Schwesternschaft auf dem Stoffeler Friedhof in Düsseldorf-Oberbilk.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tomitius, Elisabeth |
| ALTERNATIVNAMEN | Tomitius, Friederike Julie Caroline Elisabeth (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Krankenschwester |
| GEBURTSDATUM | 4. Mai 1868 |
| GEBURTSORT | Neisse |
| STERBEDATUM | 23. April 1945 |
| STERBEORT | Saasa |