Ellen Fuhr

Ellen Fuhr (geb. Hertz; * 8. Oktober 1958 in Berlin; † 19. September 2017 ebenda) war eine deutsche Malerin und Grafikerin.

Leben und Werk

Ellen Fuhr entstammte einer Familie mit langer naturwissenschaftlicher Tradition. Ihr Großvater war der Nobelpreisträger Gustav Hertz. Nach dem Abitur in Ost-Berlin absolvierte sie 1977/1978 im Rahmen einer Erwachsenen-Qualifizierung eine Ausbildung zur Biologielaborantin. 1978 bis 1983 studierte sie bei Gerhard Kettner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Malerei und Grafik.

1983 und 1987 wurden ihre Töchter Antonie und Ida geboren. Von 1986 bis 1989 war Ellen Fuhr Meisterschülerin bei Gerhard Kettner an der Akademie der Künste der DDR. Danach lebte und arbeitete sie in Berlin und auf Hiddensee. Sie war Mitglied der Gruppe Pankower Künstler, die 1997 auf Anregung von Gerhard Wolf die Galerie Forum Amalienpark gründete.

Ellen Fuhr gehörte zu den wichtigen Künstlern des Berliner Ostens. Sie war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. 1986 reiste sie für diesen mit Christine Stäps nach Paris, um die Ausstellung Femmes-artistes de la R.D.A. zu beaufsichtigen. Sie hatte eine große Anzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, darunter 1987/1988 die X. Kunstausstellung der DDR.

Grab Ellen Fuhrs auf dem Friedhof Pankow III.

Ellen Fuhr war mit dem Biophysiker Günter Fuhr (* 29. Juli 1953) verheiratet. Sie wurde auf dem Friedhof Pankow III beigesetzt.

Rezeption

„Die viel zu früh verstorbene Künstlerin malte das Chaos der Großstadt, ihre Dynamik und Nervosität. Sie liebte die Tristesse seiner mehr oder weniger verkommenen Transitorte, ihre pulsierende Geometrie, die blau-orangen Bahnhofsmondnächte, die schwingenden Treppen nach (n)irgendwo, die Überführungen und Ampeln. Ihre Arbeiten muten wie eine bildgewordene Sinfonie der Großstadt an.“

„Ellen Fuhr hat ihre Arbeiten in einer Mischtechnik entwickelt, bei der sie mit Flächen und Linien das Bild oft über Monate aufbaute, teilweise überarbeitete, ganz übermalte und es so Schicht um Schicht immer mehr verdichtete. Dabei ging es auch um Bewahren und Verwerfen, also um maßgebliche Entscheidungen während des Malvorgangs.“

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Ellen Fuhrs (unvollständig)

Werkbeispiele

Tafelbilder

Druckgrafik

Künstlerbuch

Postume Einzelausstellungen (unvollständig)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Femmes-artistes de la R.D.A. - Paris 1986 | Art in Networks — The GDR and its Global Relations. Abgerufen am 6. Dezember 2023.
  2. ↑ Urszula Usakowska-Wolf zur Ausstellung in der Galerie Helle Coppi; Art in Berlin, 8. Januar 2021 (Die Ausstellung »Zufall, Glück und Spiel« von Ellen Fuhr in der Galerie Helle Coppi – KUNSTDUNST)
  3. ↑ Ellen Fuhr – Arbeiten aus vier Jahrzehnten | Kulturelle Projekte (kulturelle-projekte.de)
  4. ↑ suchen :: museum-digital:deutschland
  5. ↑ https://www.ellen-fuhr.de/image.php?id=2
  6. ↑ http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30135049/df_hauptkatalog_0260035
  7. ↑ http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/80054501/df_hauptkatalog_0739298
  8. ↑ Die Weltverbesserer, Pirckheimer-Blog, 18. Februar 1921
  9. ↑ Picasso, Rubens und Monet auf Hiddensee
  10. ↑ Galerie der Berliner Graphikpresse. Abgerufen am 20. Juli 2025.
Personendaten
NAME Fuhr, Ellen
KURZBESCHREIBUNG deutsche Malerin und Grafikerin
GEBURTSDATUM 8. Oktober 1958
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 19. September 2017
STERBEORT Berlin