Else „Eddy“ Klopsch (* 12. Mai 1906 in Berlin; † 16. März 1960 in West-Berlin) war eine deutsche lesbische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus und Lebensgefährtin von Hilde Radusch.
Klopsch wurde vermutlich mit einem Herzfehler geboren und arbeitete in einer Tabakfabrik, musste aber mit zweiundzwanzig Jahren wegen ihrer Behinderung aufhören. Klopschs verkehrte laut Schilderung von Radusch im lesbischen Damenklub „Violetta“, der bis 1933 existierte. 1939 lernte sie ihre Nachbarin und spätere Lebensgefährtin Hilde Radusch kennen. Das Paar plante die Eröffnung des privaten Mittagstisches „Lothringer Küche“ im Berliner Scheunenviertel; da Klopsch aber mit einem ehemaligen Schutzhäftling zusammenwohnte, erhielt sie von der SA dafür keine Erlaubnis. Nach einem erfolgreichen Gerichtsprozess konnte das Lokal eröffnet werden und unterstützte durch illegale Essensspenden Jüdinnen und Juden und andere politisch Verfolgte. Im Sommer 1940 erwarb das Paar wegen ständiger Überwachung durch die Nationalsozialisten eine kleine Gartenlaube als Wochenenddomizil und zweiten geheimen Wohnsitz für Notfälle in Prieros in Brandenburg. Ende 1943 versteckten die beiden dort Erna Hackbarth, die Lebensgefährtin von Richard Stahlmann, die aus einem Lager geflohen war.
Im August 1944 warnte eine mit Klopsch befreundete Kriminalpolizistin sie vor der bevorstehende Verhaftung von Radusch im Rahmen der Aktion Gitter, der Massenverhaftung politischer NS-Gegner. Radusch gelang es, daraufhin, nachts in einem Ruderboot in ihre Gartenlaube zu flüchten. Klopsch folgte ihr kurze Zeit später, nachdem sie in Berlin einen SA-Mann zusammengeschlagen hatte, um dessen Verfolgung zu entkommen. Da sie keine Lebensmittelkarten besaßen, war das Paar dem Hungertod nahe und erlitt schwere gesundheitliche Schäden. Das Paar wurde schließlich von der Roten Armee befreit, wie Radusch in ihrem Kriegstagebuch schilderte.
Nach Kriegsende lebte das Paar gemeinsam in West-Berlin und wurde wegen seiner Homosexualität oftmals diskriminiert und belästigt. Beide arbeiteten in einem Trödelladen von Klopsch in Berlin-Mitte. 1948 wurde Radusch der Status als „Opfer des Faschismus“ aberkannt und sie erhielt nur eine kleine Erwerbsminderungsrente. Else Klopsch starb 1960 an Krebs.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klopsch, Else |
| ALTERNATIVNAMEN | Klopsch, Eddy (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche lesbische Widerstandskämpferin |
| GEBURTSDATUM | 12. Mai 1906 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 16. März 1960 |
| STERBEORT | West-Berlin |