Roque wurde 1939 in Seixal geboren, einer Stadt im industriell geprägten Großraum Margem Sul do Tejo (portugiesisch für: „Südufer des Tejo“) gegenüber der Hauptstadt Lissabon. Nach der Grundschule absolvierte er die Escola Industrial Alfredo da Silva, eine Escola industrial (vergleichbar der deutschen Handelsschule) im benachbarten Barreiro.
Seinen Militärdienst leistete er beim kartografischen Dienst des Portugiesischen Heeres, die Serviços Cartográficos do Exército (SCE). Nach einer Zeit bei der portugiesischen WochenschauImagens de Portugal, von 1953 bis 1970 produziert von António da Cunha Telles, kehrte er als Kameramann (als zweiter Bildassistent) zu den Filmteams des SCE zurück.
1962 arbeitete er als zweiter Kameraassistent für Raoul Coutard bei Pierre Kasts Dreharbeiten zu „Ferien in Portugal“ (Vacances portugaises), 1963 war er als erster Kameraassistent für Luc Mirot tätig, so bei Paulo Rochas wegweisenden Film „Die grünen Jahre“ und bei Alain BornetsLe Pas de trois. Unter Luc Mirot entwickelte er sich deutlich weiter und vertrat ihn zeitweilig auch als verantwortlicher Kameramann während einer zweiwöchigen Abwesenheit Mirots.
Erstmals als vollverantwortlicher Kameramann arbeitete er 1965, in António de MacedosDomingo à Tarde. Fortan arbeitete er bei einer Vielzahl an Filmprojekten vor allem in Portugal.
Nach der Nelkenrevolution 1974 gehörte er zu den Mitbegründern der Filmkooperative Cinequanon. Es folgten eine Vielzahl an Filmen, darunter zunächst viele politische Filme, entsprechend dem Zeitgeist und der politischen Diskussionen über die weitere gesellschaftliche Entwicklung Portugals nach der Revolution.
Ab 1980 begann er auch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen RTP zu arbeiten, später häufiger für portugiesische und französische Fernsehserien. Gelegentlich arbeitete er auch für internationale Filmproduktionen, häufig französische Projekte, mehrfach aber auch mit dem Briten Ken McMullen.
1995 führte er das einzige Mal selbst Regie, bei einem Dokumentarfilm über seine Heimatstadt Seixal. Davor war er nur einmal als Regisseur mittätig, als Teil des Filmkollektivs, das 1975 den revolutionär ausgerichteten Dokumentarfilm As Armas e o Povo drehte.
Bis Anfang der 1990er Jahre blieb Roque überaus aktiv als Kameramann, danach arbeitete er immer seltener, blieb aber tätig und gilt weiterhin als angesehener Kameramann, insbesondere für Arbeiten wie „Der goldene Fluss“ (O Rio do Ouro) (Paulo Rocha, 1988), „Die Wurzel des Herzens“ (A Raíz do Coração) (Paulo Rocha, 2000) oder Quem és tu? (João Botelho, 2001).
Rezeption
Elso Roque gilt als ein bedeutender Kameramann des Portugiesischen Kinos. Er begann seine Laufbahn zur Anfangszeit des Novo Cinemas und wirkte als Assistent bei einigen Schlüsselfilmen mit (Die grünen Jahre 1963, Belarmino 1964). Er entwickelte danach einen besonderen Umgang mit Licht und Farben und wird dafür von der Kritik immer wieder gelobt. Insbesondere seine Arbeiten für Kinofilme wie die Paulo Rochas belegten seine Qualität als einer der bedeutendsten, aber auch produktivsten Kameraleute in Portugal.