Elwin D. Farwell (* 1. Mai 1919 in Quincy, Michigan; † 5. Mai 2017 in Decorah, Iowa) war ein US-amerikanischer lutherischer Geistlicher und Hochschullehrer. Er stand dem Luther College in Decorah von 1963 bis 1981 als Hochschulpräsident vor. Im Ruhestand amtierte er zweimal als Bischof ad interim einer Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika.
Farwell wurde im südlichen Michigan geboren und schloss die Roosevelt High School in Coldwater ab. Anschließend studierte er Tierzucht an der Staatsuniversität Michigan und erlangte dort 1942 den Abschluss als Bachelor of Science. Er meldete sich 1943 zur US-Armee und diente im Zweiten Weltkrieg. Bei seiner Rückkehr ins Zivilleben 1946 hatte er den Dienstgrad eines Hauptmanns inne. Er setzte seine Studien fort, erlangte 1947 einen Master of Science und nahm anschließend einen Ruf in den Lehrkörper der Staatsuniversität an. In dieser Funktion war er maßgeblich am Aufbau einer landwirtschaftliche Hochschule in Kolumbien beteiligt. 1955 wechselte Farwell an die Universität von Kalifornien in Berkeley, wo er 1959 in den Erziehungswissenschaften zum Doctor of Education promoviert wurde. Zugleich studierte er Evangelische Theologie am Pacific Lutheran Theological Seminary, wo er ebenfalls 1959 den Abschluss als Bachelor of Divinity erlangte. Er wurde im selben Jahr durch die Amerikanische Lutherische Kirche zum Pfarramt ordiniert und trat eine Pfarrstelle an der Salem Lutheran Church in Andrew im Bundesstaat Iowa an.
Bereits 1961 kehrte er an die Hochschule zurück und wurde zum Dekan an die California Lutheran College in Thousand Oaks berufen. Schon 1963 folgte er dem Ruf als Hochschulpräsident des Luther College in Decorah. Er war damit der erste Präsident dieser einst von norwegischen Einwanderern gegründeten Institution, der selbst nicht norwegischer Herkunft war. In seine Amtszeit fielen eine große Zahl von Baumaßnahmen, darunter drei neue Studentenwohnheime, ein neues Bibliotheksgebäude und ein Theater. Er machte sich um das Wachstum der Hochschule verdient und erreichte nicht nur eine höhere Studierendenzahl, sondern auch eine höhere Diversität in der zuvor sehr homogen skandinavischstämmigen Studierendenschaft. Darüber hinaus hatte er eine Reihe von Funktionen in Organisationen des Bildungswesens und der Zivilgesellschaft in Iowa und den Vereinigten Staaten inne. 1981 trat Farwell in den Ruhestand.
Mehrfach übernahm er auch im Ruhestand noch Ämter im akademischen und kirchlichen Bereich. So leitete er von 1985 bis 1986 kommissarisch das Dana College in Blair, Nebraska. Zweimal diente er als Interimsbischof für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika, nämlich 1990 in der Nebraska-Synode und von 1993 bis 1994 in der Rocky-Mountain-Synode.
Farwell erhielt vier Ehrendoktorate, darunter 1969 einen Doctor of Laws des Loras College in Dubuque. Er war Ritter erster Klasse sowohl des norwegischen St.-Olav-Ordens als auch des schwedischen Nordstern-Ordens.
Farwell heiratete 1942 Helen Hill, mit der er vier Kinder hatte. Er starb im Alter von 98 Jahren am 5. Mai 2017 in seinem Haus in Decorah.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| J. W. Ylvisaker | Präsident des Luther College 1963–1981 | H. George Anderson |
| James Kallas | Präsident ad interim des Dana College 1985–1986 | Myrvin Christopherson |
| Dennis Anderson | Bischof ad interim der Nebraska-Synode 1990 | Richard Jessen |
| Wayne Weissenbuehler | Bischof ad interim der Rocky-Mountain-Synode 1993–1994 | Alan Bjornberg |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Farwell, Elwin |
| ALTERNATIVNAMEN | Farwell, Elwin D. |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer lutherischer Theologe und Bischof |
| GEBURTSDATUM | 1. Mai 1919 |
| GEBURTSORT | Quincy, Michigan |
| STERBEDATUM | 5. Mai 2017 |
| STERBEORT | Decorah, Iowa |