Emanuel Hecht

Emanuel Hecht (hebräisch העכט, עמנואל; geboren 3. April 1821 in Nordheim; gestorben 25. Februar 1862 in Hoppstädten) war ein Lehrer und Schriftsteller. Hecht tat sich als Autor von Schulbüchern für israelitische Bekenntnisschulen hervor.

Leben

Emanuel Hecht wurde im Jahr 1821 in Nordheim, dem heutigen Nordheim in der Rhön geboren. Hecht nahm nach dem Schulbesuch ein Studium an der Universität Würzburg auf und graduierte im Jahr 1842 an der dortigen Lehrerbildungsanstalt für jüdische Lehrer. Von der Regierung von Unterfranken wurde Hecht daraufhin zum Pädagogikdozenten der Universität ernannt. Parallel dazu nahm er eine Stelle als Lehrer auf. In dieser Zeit entstanden bereits die ersten Publikationen, die unter anderem eine biblische Geschichte für Grundschüler umfasste.

Auf Einladung des Landesrabbiners David Einhorn ging Hecht ab 1845 ins Fürstentum Birkenfeld. Er wurde Lehrer an der Hoppstädtener Judenschule und gründete den dortigen Lehrerverein. In dieser Zeit gelang es Hecht, zusammen mit dem Stellvertreter Einhorns, der jüdische Schule den gleichen rechtlichen Status wie den christlichen Bekenntnisschulen zu sichern. Als Folge seines Engagements wurde Hecht im Jahr 1858 zum „Provincialrath“ gewählt. Ein Jahr später wurde er angeklagt, weil er in seiner Schrift „Unterscheidungslehre Zwischen Juden- und Christenthum“ das Christentum verunglimpft haben soll. Hecht wurde allerdings freigesprochen. Bereits 1858 hatte er zusammen mit E. Treu aus Münster den „Israelitische Haus- und Schulfreund“ ins Leben gerufen, der allerdings nur ein Jahr lang erschien. Wegen seiner literarischen Arbeiten erhielt Hecht die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn. Er starb am 25. Februar 1862 in Hoppstädten.

Werk

Hecht schuf eine Vielzahl an Aufsätzen für verschiedene Zeitschriften und Sammelbände. Erste Monografien sind bereits in den 1840er Jahren nachweisbar. Hecht schrieb vor allem Lehr- und Schulbücher für die israelitischen Bekenntnisschulen im Fürstentum Birkenfeld. Diese erhielten mit wachsender Bekanntheit Hechts oft mehrere Auflagen und wurden bald innerhalb des gesamten Deutschen Bundes rezipiert. Ab den 1850er Jahren wurden erste Werke auch ins Englische übersetzt, vor allem aus den USA erfuhr Hecht nun zunehmend Aufmerksamkeit. Nachweisbar sind in späterer Zeit auch zwei historische Werke. Es handelt sich um eine Geschichte der Trierer Juden als Monografie und ein Aufsatz über die Entwicklung des Vorsängerdienstes.

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Für Geburtsdatum und Geburtsort: Geburtsregister 1811–1875 der israelitischen Gemeinde Nordheim in der Rhön im Staatsarchiv Würzburg - Jüdische Personenstandsregister Unterfranken 171 und 172.
  2. ↑ Der Geburtsort war - wie schon aus dem Geburtsregister hervorgeht, siehe Anm. 1, nicht Nordheim am Main. Bei Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Würzburg 2008 S. 208 war mit der Matrikel-Nr. 4 1817 eine der jüdischen Familien in Nordheim im damaligen königlichen Landgericht Fladungen die Familie des Pelzhändlers David Joseph Hecht.
  3. ↑ Isidore Singer, Harry H. Mayer: Artikel HECHT, EMANUEL. In: Jewish Encylopedia. o. O. 1906. S. 314 Digitalisat
Personendaten
NAME Hecht, Emanuel
ALTERNATIVNAMEN העכט, עמנואל (hebräisch)
KURZBESCHREIBUNG Lehrer und Schriftsteller
GEBURTSDATUM 3. April 1821
GEBURTSORT Nordheim am Main
STERBEDATUM 25. Februar 1862
STERBEORT Hoppstädten