Emanuel Karsch

Emanuel Karsch (* 12. Mai 1839 in Hasel; † 16. Mai 1911 in Böhmisch-Kamnitz, Österreich-Ungarn) war ein österreichischer Unternehmer, dessen Industriebetriebetrieb zu den größten Nordböhmens zählte. Er war ein Mäzen und Stifter, ihm gehörte die Burg Hasištejn.

Leben und Wirken

Frühere Karsch’sche Spinnerei im Rabsteiner Tal, 2021
Frühere Villa Karsch in Česká Kamenice, 2018
Grabkapelle Preidl/Karsch auf dem Friedhof in Česká Kamenice, 2010

Emanuel Karsch war der Neffe und nach einem Millionen-Erbschaftsprozess der Universalerbe des in den Adelsstand erhobenen Großindustriellen und Großgrundbesitzers Franz Preidl von Hassenbrunn (1810–1889). Preidl hatte in Böhmisch-Kamnitz und Umgebung mehrere Webereien und Spinnereien errichtet und kontinuierlich erweitert und durch Ankäufe von Niederlassungen erweitert. Diese Textilfirma fiel nach Preidls Tod größtenteils an Emanuel Karsch. Sein Sohn Franz Karsch wurde Prokurist der fünf Baumwollspinnereien und -zwirnereien in Böhmisch-Kamnitz, Rabstein, Kamnitz-Neudörfel, Johnsbach, in denen auch Strickwolle erzeugt wurde. Daneben gab es Bleichen und Färbereien. Außerdem gehörte zum Erbe die Burg Hassenstein, die Emanuel Karsch renovieren ließ, und der Besitz von Ländereien um Brunnersdorf, Schirschowitz und Tschernowitz sowie die Grabkapelle auf dem Friedhof in Česká Kamenice. 1904 ließ er im Rabsteiner Grund das Gasthaus „Zur Rabsteiner Schweiz“ errichten, das zugleich als Kantine seiner Spinnereien diente.

Am 14. Oktober 1910 übertrug er den gesamten Firmenbesitz und die alleinige Leitung der Spinnereifirma „Franz Preidl“ an seinen Sohn Franz und trat aus der Firma aus.

Er betätigte sich häufig als Mäzen und Stifter, förderte das Feuerlöschwesen, den Kamnitzer Turnverein und war u. a. Mitorganisator der Internationalen Schlauchkupplungs-Ausstellung in Böhmisch-Kamnitz im Februar 1901. Daneben war er ein Wohltäter der Stadt Böhmisch-Kamnitz.

Die 1895 errichtete Villa Karsch erinnert als Baudenkmal an Emanuel und Franz Karsch. Das Gebäude wird als Kinder- und Jugendhaus genutzt.

1888 stellte Franz Preidl am Hof in Wien den Antrag, den ihm verliehenen Adelsstand an seinen Neffen Emanuel Karsch zu übertragen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Kirchenbuch von Hasel. Abgerufen am 19. Juli 2026.
  2. ↑ Hasel. In: Deutsche in Böhmen & Mähren. 10. Dezember 2019, abgerufen am 17. September 2026.
  3. ↑ Der Preidl’sche Millionen-Erbschaftsprocess. 1891.
  4. ↑ Export-Compass 1894. S. II. 272.
  5. ↑ Johnsbach. In: Deutsche in Böhmen & Mähren. 30. Dezember 2018, abgerufen am 17. September 2026.
  6. ↑ Leipziger Monatsschrift für Textil-Industrie vom 26. Oktober 1910, S. 20.
  7. ↑ Geschichte des Kamnitzer Turnvereins- 1887, S. 30.
  8. ↑ Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 12. Februar 1901, S. 4.
  9. ↑ Eintrag im Österreichischen Staatsarchiv
Personendaten
NAME Karsch, Emanuel
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Unternehmer
GEBURTSDATUM 12. Mai 1839
GEBURTSORT Hasel
STERBEDATUM 16. Mai 1911
STERBEORT Böhmisch-Kamnitz