Emanuel Kegel

Emanuel Kegel (* um 1665 vermutlich in oder bei Eisenach (nach älteren Angaben: 1654/55 in Gera); † 21. oder 22. Juni 1724 in Gera) war ein deutscher Komponist.

Leben

Kegel war der Sohn eines Amtsschössers, möglicherweise von Matthes Kegel, der in Hütscheroda als Verwalter nachgewiesen ist. Nach Angaben von Johann Gottfried Walther, die oft nachgedruckt wurden, besuchte er das Gymnasium in Gotha und studierte in Jena. Diese Angaben sind jedoch dokumentarisch nicht zu belegen und gelten als unzuverlässig. Tatsächlich wurde Kegel 1683 ins Gymnasium Casimirianum Coburg aufgenommen. Vermutlich war er ein Privatschüler des seinerzeit in Jena wirkenden Komponisten Adam Drese. 1684 wurde Kegel zuerst Kantor in Neustadt bei Coburg, ein halbes Jahr später Kantor in Saalfeld. Im Jahre 1693 übernahm er in Gera dann das Figuralkantorat. 1699 wurde „nach dem Ableben des hiesigen Stadtorganist Justi Weinmann ... Kegel in ansehung seiner guten qualitäten“ Stadt- und Hoforganist in Gera unter Graf Heinrich Reuß XVIII. 1700 wurde er Kapelldirektor am Geraer Hof. Von 1703 bis 1707 war er Lehrer von Gottfried Heinrich Stölzel. In einem Kapellverzeichnis wird 1712 Johann Friedrich Fasch als Kapellmeister unter ihm verzeichnet. Kegel führte das Amt des Kapelldirektors in Gera bis zum 31. Dezember 1717 aus. Ab dem 1. Januar 1718 wurde Gottfried Heinrich Stölzel bis zum September 1719 mit dem Amt bestallt, woraufhin Kegel auf dem Klagewege seine früheren Rechte zurückforderte. Kegel erhielt ab Ende 1719 bis zu seinem Tode wieder den Titel des Kapelldirektors und seine früheren Bezüge, übernahm jedoch offenbar nicht wieder die Leitung der Hofkapelle, wie die Geraer Orgelbauakte zeigt.

Emanuel Kegel heiratete spätestens 1691 Sophia Dorothea Kupffer. Er hatte sechs Kinder. 1720 heiratete er erneut, diese letzte Ehe blieb jedoch kinderlos. Emanuel Kegel starb in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1724 in Gera und wurde am 23. Juni begraben.

Von seinen Kompositionen ist zu Lebzeiten nichts gedruckt worden.

Sein Sohn Ludwig Heinrich Kegel (* 25. Oktober 1705; † nach 1749) wurde wiederum Amtsnachfolger von Stölzel in Gotha nach dem Ableben Stölzels 1749. Seine Tochter Johanna Ämilia (Emilia) Kegel heiratete Adam Falckenhagen, den Komponisten am Weißenfelser Hof.

Werke

Einspielungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bernd Koska: Die Geraer Hofkapelle zu Beginn des 18. Jahrhunderts. ortus, Beeskow 2013, ISBN 978-3-937788-31-9.
    1. ↑ S. 18 u. 122
    2. ↑ S. 17
    3. ↑ S. 18
    4. ↑ S. 20–24
    5. ↑ S. 19 f.
    6. ↑ S. 40 u. 122
  2. ↑ Carl Gottfried Felbrig: Fasciculus, worinnen enthalten von den geraischen gelehrten Stadtkindern, gesammlet von C. G. Felbrig. Stadtarchiv Gera Nr. 5623, S. 891. Zitiert nach: Bernd Koska: Die Geraer Hofkapelle zu Beginn des 18. Jahrhunderts. ortus, Beeskow 2013, ISBN 978-3-937788-31-9, S. 17 f.
  3. ↑ Hermann Mendel, August Reissmann: Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Band 6. Berlin 1876, S. 8 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  4. ↑ Johann Gottfried Walther: Musicalisches Lexicon oder Musicalische Bibliothek. Leipzig 1732, S. 336 f. (digitale-sammlungen.de).
  5. ↑ Curt Höfner: Die Matrikel des Gymnasium Casimirianum Academicum zu Coburg 1606–1803 (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Reihe 4: Matrikeln fränkischer Schulen, Bd. 6). Schöningh, Würzburg 1958, S. 60. Zitiert nach: Koska 2013, S. 18.
  6. ↑ Musikalische Real-Zeitung: für das Jahr 1789. Speyer, 1789, S. 178 (digitale-sammlungen.de).
  7. ↑ Bert Siegmund: Stölzel, Gottfried Heinrich. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 15 (Schoof – Stranz). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2006, ISBN 3-7618-1135-7 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  8. ↑ Christian Ahrens: „Zu Gotha ist eine gute Kapelle …“ Aus dem Innenleben einer thüringischen Hofkapelle des 18. Jahrhunderts. Franz Steiner, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-515-09236-4, S. 144.
  9. ↑ Erdmann Werner Böhme: Gottfried Heinrich Stoeltzel in Gera.: Zeitschrift für Musikwissenschaft, Jahrgang 1931, S. 333 f. (online bei ANNO).
  10. ↑ Michael Maul: Johann Sebastian Bachs Besuche in der Residenzstadt Gera. In: Bach-Jahrbuch. 90, 2004, S. 101–119, hier S. 108 f.; doi:10.13141/bjb.v20042123.
  11. ↑ Albert Schiffner: Sebastian Bach’s geistige Nachkommenschaft. In: Neue Zeitschrift für Musik: das Magazin für neue Töne. Band 12, 1840, hier S. 97 (Textarchiv – Internet Archive).
  12. ↑ Erdmann Werner Böhme: Die frühdeutsche Oper in Thüringen. Richter, Stadtroda 1931, S. 74 f. (digitale-sammlungen.de).
  13. ↑ Renate Brockpähler: Handbuch zur Geschichte der Barockoper in Deutschland. Lechte, Emsdetten 1964, S. 167 f.
  14. ↑ RISM ID: 230001327
  15. ↑ RISM ID: 230001354
  16. ↑ RISM ID: 211004663
  17. ↑ RISM ID: 840001389
  18. ↑ RISM ID: 250014140, RISM ID: 453000403
  19. ↑ RISM ID: 230001381
  20. ↑ RISM ID: 200045670
  21. ↑ Lobt Gott ihr Christen allzugleich; Baroque Bass Cantatas bei Discogs
  22. ↑ Choral Cantatas Around 1700 - From Buxtehude To JS Bach bei Discogs
Personendaten
NAME Kegel, Emanuel
KURZBESCHREIBUNG deutscher Komponist
GEBURTSDATUM um 1665
GEBURTSORT unsicher: Eisenach
STERBEDATUM 21. Juni 1724 oder 22. Juni 1724
STERBEORT Gera