Embolisation

Die therapeutische Embolisation ist der künstliche Verschluss von Blutgefäßen durch Verabreichung von z. B. flüssigen Kunststoffen, Kunststoffkügelchen oder Fibrinschwämmen über einen Katheter. Sie wird in der Regel durch einen auf die interventionelle Radiologie spezialisierten Radiologen in einer sogenannten Angiographie-Suite unter Durchleuchtungskontrolle durchgeführt. Man unterscheidet zwischen Notfallembolisationen mit einer Indikationsstellung aufgrund einer schwer stillbaren, lebensbedrohlichen Blutung sowie einer elektiven (geplanten) Embolisation bei z. B. einer Gefäßfehlbildung oder Tumorbehandlung.

Notfallembolisationen

Notfallembolisation nach Beckentrauma: Blutungen meist aus dem frakturierten Beckenknochen, dem präsakralen Venenplexus und Ästen der Arteria iliaca interna.

Notfallembolisation Organe:

Elektive Embolisationsbehandlung

Materialien

Flüssige Embolisate sind Histoacryl, Ethibloc, Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer, Ethanol und Lipiodol. Sie sind sehr effektiv bei der Embolisation und funktionieren unabhängig vom Gerinnungsstatus des Patienten (sehr wichtig, wenn der Patient z. B. nach einem Verkehrsunfall mehrere Liter Blut verloren hat und seine Gerinnung trotz Massentransfusionen noch nicht wieder adäquat funktioniert). Einige flüssige Embolisate haben ein erhöhtes Komplikationsrisiko, da sie ähnlich einem Sekundenkleber blitzschnell wirken.

Partikuläre Embolisate sind Gelfoam, Polyvinylalkohol (PVA) und neuentwickelte sphärische Mikropartikel aus Gelatine oder Plastik. Sie haben teilweise eine nur temporäre Wirkung, die embolisierten Gefäße eröffnen sich wieder. Die sphärischen Mikropartikel bieten durch ihr Vorliegen in multiplen Größenstufen (zwischen 40 und 900 Mikrometer in Abstufungen von etwa 100 µm) die Möglichkeit, ein passendes Embolisat für das jeweilige Gefäß oder parenchymatöse Organ auszusuchen.

Als metallisches Verschlussmaterial dienen Coils, Interlocking detachable Coils (IDC) und gitterartige Verschlusssysteme. Bei den Coils und Interlocking detachable Coils handelt es sich um teilweise steuerbare, metallische Mikrospiralen mit aufgearbeiteten thrombogenen Fäden. Microcoils und IDCs benötigen eine funktionierende Gerinnung, um ein großes blutendes Gefäß effektiv verschließen zu können.

Siehe auch

Einzelnachweise

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  2. ↑ A. Raikhlin, M. O. Baerlocher, M. R. Asch, A. Myers: Imaging and transcatheter arterial embolization for traumatic splenic injuries: review of the literature. In: Can J Surg. 51(6), Dec 2008, S. 464–472.
  3. ↑ V. Monnin, C. Sengel, F. Thony, I. Bricault, D. Voirin, C. Letoublon, C. Broux, G. Ferretti: Place of arterial embolization in severe blunt hepatic trauma: a multidisciplinary approach. In: Cardiovasc Intervent Radiol. 31(5), Sep-Oct 2008, S. 875–882.
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  7. ↑ B. Radeleff, M. Eiers, R. Lopez-Benitez, G. Noeldge, P. Hallscheidt, L. Grenacher, M. Libicher, Felix Zeifang, P. J. Meeder, G. W. Kauffmann, G. M. Richter: Transarterial embolization of primary and secondary tumors of the skeletal system. In: Eur J Radiol. 58(1), Apr 2006, S. 68–75.
  8. ↑ J. P. Pelage, W. J. Walker, O. Le Dref, A. Laurent, R. Rymer: Treatment of uterine fibroids. In: Lancet. 357, 2001, S. 1530.
  9. ↑ Embolisation bei chronischen Gelenkschmerzen Charité Berlin