
Adolf Emil Baur (* 4. August 1873 in Ulm; † 14. März 1944 in Zürich) war Chemiker und von 1911 bis 1943 ordentlicher Professor für Physikalische Chemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Er leistete Beiträge zur Forschung in der Elektrochemie, insbesondere zu Brennstoffzellen. Baur war ein Pionier in den Bereichen der Festoxidbrennstoffzelle (SOFC) und der Schmelzkarbonatbrennstoffzelle (MCFC), einschließlich der Kohlenstoff-Brennstoffzelle.
Baur wurde in Ulm geboren und stammt aus einer Kaufmanns- und Staatsbeamtenfamilie. Er studierte in München und Berlin physikalische Chemie. Er wurde 1897 in München promoviert und habilitierte sich dort 1901. Er arbeitete für Wilhelm Muthmann an der TU München und als Assistent für Wilhelm Ostwald in Leipzig. Ab 1905 war er als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Reichsgesundheitsamt in Berlin tätig. 1907 wurde er Professor der physikalischen Chemie an der Technischen Hochschule Braunschweig.
Baur, der sich schon 1909/1910 mit Brennstoffzellen befasst hatte und der ab 1911 in Zürich arbeitete, setzte dort die Forschung an Brennstoffzellen fort. Baur und sein Schüler William Dupré Treadwell (1885–1959) meldeten zwei gemeinsame Patente zu Brennstoffzellen an; Baur selbst arbeitete auch an einer Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle mit geschmolzenem Natriumhydroxid als Elektrolyten. Baurs Veröffentlichung von 1937 machte Festoxidbrennstoffzellen in der Fachwelt bekannt. Erfolglos arbeitete er an der Umwandlung von Kohlenstoff in Diamant. 1914 bzw. 1919 erhielt Baur Patente auf die Gewinnung von Gold aus verdünnten Lösungen, insbesondere aus dem Wasser der Ozeane. Er vermutete, dass die Weltmeere die Hauptmenge der Goldvorräte enthielten. Dies führte in den 1920er Jahren zu einem von Fritz Haber vorangetriebenen Forschungsprojekt, das die Goldgewinnung aus den Ozeanen zum Ziel hatte, aber letztlich erfolglos blieb.
Baur heiratete 1905, er hatte eine Tochter und einen Sohn, Arthur Baur (1915–2010), der als Sprachwissenschaftler bekannt wurde. Baur war 1913 einer der Gutachter der Habilitationsschrift von Otto Stern.
Baur veröffentlichte über 150 wissenschaftliche Publikationen.
Die wichtigen Monographien Baurs sind:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baur, Emil |
| ALTERNATIVNAMEN | Baur, Adolf Emil |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chemiker, Hochschullehrer an der ETH Zürich |
| GEBURTSDATUM | 4. August 1873 |
| GEBURTSORT | Ulm |
| STERBEDATUM | 14. März 1944 |
| STERBEORT | Zürich |