Emil Flaminius (* 1807 in Küstrin; † 7. Oktober 1893 in Berlin; vollständiger Name: Emil Karl Alexander Flaminius) war ein deutscher Architekt und preußischer Baubeamter.

Flaminius wuchs in Küstrin in der Zeit der Koalitionskriege und des Wiederaufbaus nach dem Abzug der Franzosen 1814 auf. Mit zwanzig Jahren beteiligte er sich in seiner Heimatstadt an den Deichbauten an Oder und Warthe. Flaminius ging 1828 nach Berlin und studierte Architektur an der Berliner Bauakademie. Hier kam er in Kontakt mit Karl Friedrich Schinkel, mit dem er in den nächsten Jahren eng zusammenarbeitete. Noch während seiner Studienzeit setzte Flaminius Entwürfe von Schinkel um. So arbeitete er im Alter von 21 Jahren nach dem Einsturz des Südturms für Schinkel an der Instandsetzung der Frankfurter Marienkirche, einem der größten Gebäude der Norddeutschen Backsteingotik; der zerstörte Südturm wurde dabei nicht wiederhergestellt. Bereits 1830 schloss Flaminius das Studium an der Bauakademie ab.
Zwischen 1832 und 1836 war Flaminius an der Errichtung des Gebäudes für die Berliner Bauakademie nach Plänen Schinkels beteiligt. In der Diskussion um den Wiederaufbau des 1962 abgebrochenen Gebäudes ist Flaminius wieder aktuell. So warf der Ingenieur Horst Draheim, auf dessen Entwürfen die Musterfassade von 2001/2002 beruht, die Frage auf:
„Sehr detailliert hat sich Emil Flaminius, Schinkels Baumeister, u. a. auch mit der Ausführung der – vorgeblendeten – Fassaden befasst. Um nämlich die negativen Einflüsse der Baudurchführung auf die darunter fertiggestellten Fassadenflächen zu vermeiden, sind die Fassaden von „oben nach unten“ gemauert worden. Das heißt: Auf jeweils bestehenden Jochen in Geschoßdeckenhöhe ist die Fassade für das jeweilige Geschoß von oben nach unten fertiggestellt worden.
Beim Für und Wider der Rekonstruktion treten die Puristen für eine originale Rekonstruktion nach den Plänen von 1831 von Karl Friedrich Schinkel ein. Oder nach dem von Emil Flaminius bis 1836 tatsächlich errichteten Gebäude?“
Im Jahr 1838 wurde Flaminius Stadtbaurat in Frankfurt (Oder). 1852 nahm er in Sigmaringen in den Hohenzollernschen Landen im heutigen Baden-Württemberg das Amt des Oberbauinspektors ein, ging aber bereits 1853 zurück nach Brandenburg, wo er nun in Frankfurt (Oder) das Amt des Regierungs- und Oberbaurates bekleidete. 1867 wechselte er als Geheimer Baurat in das preußische Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. 1872 wurde er hier zum Geheimen Oberbaurat befördert. Flaminius trat 1881 in den Ruhestand, behielt aber noch bis 1887 als stellvertretender Vorsitzender der Technischen Prüfungs-Kommission Einfluss auf das staatliche Bauwesen.


Etliche noch vorhandenen Bauten aus der folgenden Auflistung stehen unter Denkmalschutz.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Flaminius, Emil |
| ALTERNATIVNAMEN | Flaminius, Emil Karl Alexander (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und preußischer Baubeamter |
| GEBURTSDATUM | 1807 |
| GEBURTSORT | Küstrin |
| STERBEDATUM | 7. Oktober 1893 |
| STERBEORT | Berlin |