Emil Pfitzner

Benno Waldemar Emil Pfitzner (* 9. April 1837 in Bomst; † 15. August 1896 in Devin bei Stralsund) war ein deutscher evangelischer Pastor, Hofprediger, Konsistorialrat und Historiker.

Jugend und Ausbildung

Emil Pfitzner wurde als Sohn des ersten Lehrers der Stadtschule von Bomst in der preußischen Provinz Posen geboren. Er besuchte seit seinem zehnten Lebensjahr bis 1856 das Gymnasium in Glogau, wo er mit 19 Jahren das Abitur ablegte.

In Berlin studierte Pfitzner Theologie und war während der Vorbereitungszeit auf seine Examen als Hauslehrer tätig. Nach bestandenem zweiten Examen wurde er Hilfsprediger in Wollstein (Posen). 1865 erhielt Pfitzner eine Anstellung als Pfarrer in Buckow (heute polnisch Buków) (Kreis Schwiebus).

In Buckow gründete Pfitzner eine Familie. Am 16. Februar 1868 kam sein Sohn Richard zur Welt, der von 1882 bis 1888 die Klosterschule in Ilfeld (Kreis Sangerhausen) besuchte. Er wurde im November 1896 Pastor in Straßberg am Harz.

Als Autor publizierte Pfitzner eine vielgelesene Anleitung zur Anlage eines Kleingartens für Selbstversorger, die mehrere Auflagen erlebte. Sie wurde vom Verein für die Beförderung des Gartenbaues in den Königlich Preußischen Staaten zu Berlin mit einer bronzenen Vereinsmedaille prämiiert.

Berufung nach Stolberg

Im Mai 1881 wurde Emil Pfitzner als Archidiakonus (zweiter Geistlicher) nach Stolberg im Harz versetzt. Hier bekleidete er zugleich das Amt des Kreisschulinspektors.

1892 erhielt er die Stelle des Superintendenten am (ab 1893 fürstlichen) Konsistorium der Grafschaft. Am Hof des Landesherrn, des Grafen und späteren Fürsten Alfred zu Stolberg-Stolberg (1820–1903), der seit 1848 mit Auguste Amalie Ida Prinzessin von Waldeck und Pyrmont (1824–1893) verheiratet war, diente Pfitzner als Hofprediger. Für seinen Beitrag zur Allgemeinen Deutschen Biographie über Louise zu Stolberg stand ihm das Hausarchiv zur Verfügung; so zitiert er darin aus dem seltenen, aus Abschriften der Gräfin entstandenen Privatdruck Varnhagen von Ense in Stolberg. Unterdrückte Blätter aus seinem Tagebuch (nach 1862).

Pfitzner engagierte sich im Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde und hielt bei dessen Versammlung in Stolberg am 30. Juli 1889 die Festrede. Bei einigen seiner Schriften, auch bei einer Kontroverse mit dem gräflich-stolbergischen Archivar Heinrich Beyer über den Besuch Martin Luthers in Stolberg, arbeitete Pfitzner mit seinem Freund, dem Wernigeroder Archivar Eduard Jacobs zusammen.

Nach kurzer Krankheit starb Emil Pfitzner bei einem Kuraufenthalt im Sommer 1896 im Ostseebad Devin, wo er Erholung zu finden hoffte. Er wurde in Stolberg beigesetzt.

Werke

Literatur

Wikisource: Emil Pfitzner – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. Programm des Königlich evangelischen Gymnasiums zu Groß-Glogau für das Schuljahr von Ostern 1856 bis Ostern 1857, mit welchem zu der öffentlichen Prüfung aller Classen am 6. April so wie zu der Redeübung am 7. April im Namen des Lehrer-Collegiums ehrerbietigst einladet der Director Dr. G. A. Klix. Druck von Carl Flemming, Glogau 1857, S. 31: [Schulnachrichten.] IV. Statistische Uebersicht. A. Frequenz des Gymnasium (Scan in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Vgl. Pfarr-Almanach der Provinz Sachsen (1903), S. 314 (genealogy.net. GenWiki).
  3. ↑ Vgl. Karl August Varnhagen von Ense: „…in meiner Seele ist Stolberg.“ Reiseblätter und drei Briefe an Louise von Stolberg. In: Der Sopha schön, und doch zum Lottern. Freundesgabe für Konrad Feilchenfeldt (= Almanach der Varnhagen Gesellschaft. 3). Hrsg. von Nikolaus Gatter unter Mitarbeit von Inge Brose-Müller und Sigrun Hopfensperger. BWV, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-8305-0579-2, S. 135–164.
  4. ↑ Vgl. Mario Bolte: Streitfall anno 1917: Besuchte Luther Stolberg? In: Das Amtsblatt. Landkreis Mansfeld-Südharz. Jg. 9, 26. März 2016, S. 10 f. (Webseite des Amtsblatts im Landkreis Mansfeld-Suedharz (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) [PDF; 6,7 MB]).
Personendaten
NAME Pfitzner, Emil
ALTERNATIVNAMEN Pfitzner, Benno Waldemar Emil (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Geistlicher und Historiker
GEBURTSDATUM 9. April 1837
GEBURTSORT Bomst
STERBEDATUM 15. August 1896
STERBEORT Devin (Stralsund)