Emil Sandts Eltern waren Carl Sandt und Valesca, geb. Claasen. Ab 1888 arbeitete er als Zollbeamter, davon von 1907 bis 1918 als Zollamtskontrolleur in Hamburg und war nebenbei schriftstellerisch tätig. Nach Veröffentlichung seines Erstlingswerks Cavete! 1906 wurde er von Teilen der deutschen Presse als „deutscher Jules Verne“ gefeiert. Der Zukunftsroman rund um die damals noch sehr neue Zeppelin-Technik machte Sandt schlagartig berühmt. Cavete! war so erfolgreich, dass das Werk in den kommenden 20 Jahren mehr als zwei Dutzend Neuauflagen erlebte und von „Graf Zeppelin“ selbst überschwänglich gewürdigt wurde.
Familie
Emil Sandt war seit dem 30. April 1892 mit Margarethe Pauline, geb. Klahn (* 27. April 1864; † 23. Januar 1956) in Hamburg verheiratet.
Werke (Auswahl)
1906: Cavete! Eine Geschichte über deren Bizarrerien man nicht ihre Drohungen vergessen soll
1910: Im Aether. Das Testament eines Einsamen
1912: Das Lichtmeer
1916: Das Karussell des Lebens
1924: Gesammelte Werke (7 Bände)
1926: Die Schmiede
1931: Das Trio Religion – Moral – Technik und Gott
Robert N. Bloch: Bibliographie der utopischen und phantastischen Literatur 1750–1950. Munniksma, Gießen 1984, S. 113–114.
Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 6, 6. Aufl., Leipzig 1913, S. 116.
Henning Franke: Der politisch-militärische Zukunftsroman in Deutschland 1904–1914. Ein populäres Genre in seinem literarischen Umfeld. Lang, Frankfurt/Main 1985.
Rüdiger Haude: Grenzflüge. Politische Symbolik der Luftfahrt vor dem Ersten Weltkrieg. Das Beispiel Aachen. Bohlau, Köln Weimar Wien 2007, ISBN 978-3-412-20059-6.
Manfred Nagl: Science Fiction in Deutschland. Untersuchungen zur Genese, Soziographie und Ideologie der phantastischen Massenliteratur. TVV, 1972
↑Inge Stephan, Hans Gerhard Winter (Hrsg.): Liebe, die im Abgrund Anker wirft. Autoren und literarisches Feld im Hamburg des 20. Jahrhunderts. Argument, Hamburg 1990, ISBN 3-88619-380-2, S. 65.
↑Hans Frey: Fortschritt und Fiasko. Die ersten 100 Jahre der deutschen Science Fiction. Golkond, München 2018, ISBN 978-3-946503-32-3.
↑Roland Innerhofer: Deutsche Science Fiction 1870–1914. Rekonstruktion und Analyse der Anfänge einer Gattung. Böhlau Verlag, Wien 1996, ISBN 3-205-98514-1, S. 79.