Enaktivismus

Enaktivismus (energetische Aktivierung) ist ein theoretischer Ansatz innerhalb der Kognitionswissenschaften. Er basiert auf der Vorstellung, dass Kognition sich aus der Interaktion von Lebewesen mit ihrer Umwelt (Mitwelt) entwickelt. Dabei ist zentral, dass das Lebewesen als complete agent körperlich mit der Umwelt interagiert (Embodiment; embodied und situated cognition). Der enaktivistische Ansatz überschneidet sich weitgehend mit dem der Embodied Cognitive Science.

Der Enaktivismus kritisiert ältere Ansätze der Kognitionswissenschaften, die Geist (Mind) auf mentale Repräsentationen zurückführen wollen, und versteht sich als Alternative zu Kognitivismus, Computationalismus und Dualismus.

Der Begriff geht zurück auf das Buch Der Baum der Erkenntnis von Humberto Maturana und Francisco Varela.

Heutige Vertreter des Enaktivismus sind u. a. Ralph D. Ellis, Daniel D. Hutto, Shaun Gallagher, Alva Noë und Evan Thompson.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Aus dem Artikel Enactivism der englischsprachigen Wikipedia: In The Tree of Knowledge: The Biological Roots of Human Understanding, Francisco Varela claims to have "proposed using the term enactive to designate this view of knowledge, to evoke the view that what is known is brought forth, in contraposition to the more classical views of either cognitivism or connectionism. [Tree of Knowledge pg. 255; orig. El árbol del conocimiento (1984), dt. v. Kurt Ludewig (1987)] Within the book, the analogies of the Razor's Edge and the Scylla and Charybdis are used to describe the "epistemologic Odyssey" between the notions of solipsism and representationalism. Enactivism, therefore is the middle ground between the two extremes [Tree of Knowledge, pgs. 133,134,253]."