Engelbert Plassmann (* 23. März 1935 in Berlin; † 6. November 2021 in Bochum) war ein deutscher Bibliothekar, Bibliothekswissenschaftler und Fachhochschullehrer.
Engelbert Plassmann, Sohn von Martha Plassmann, geborener Brüning, und des zum Dr. jur. promovierten Bankiers Clemens Plassmann und Enkel des Astronomen Joseph Plassmann, studierte zunächst von 1954 bis 1960 Philosophie und Katholische Theologie an den Universitäten Berlin, Bonn, Freiburg im Breisgau und Köln, danach von 1960 bis 1964 Rechtswissenschaften an der Universität Würzburg. Er absolvierte die 2. Theologieprüfung und das Assessorexamen. 1968 wurde er an der Ruhr-Universität Bochum bei Paul Mikat mit einer Arbeit zum Thema Staatskirchenrechtliche Grundgedanken der deutschen Kanonisten an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zum Dr. jur. promoviert.
Er machte von 1969 bis 1971 eine Ausbildung zum Bibliothekar des Höheren Dienstes und war zunächst ab 1971 an der Universitätsbibliothek Bochum (bis 1973 als Referent), von 1973 bis 1976 als Hilfsreferent im nordrhein-westfälischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Düsseldorf, von 1976 bis 1977 als kommissarisacher Leiter des Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen in Köln und später als Leiter der Bibliothek der Fachhochschule Bochum tätig. Von 1975 bis 1984 war er Mitglied des Bochumer Stadtrates.
Ab 1975 war Plassmann zunächst Lehrbeauftragter für Bibliothekswissenschaft an der Universität Köln, ab 1977 auch Dozent am Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen in Köln. 1982 erhielt er eine Professur an der Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen und war von 1986 bis 1990 deren Rektor. Plassmann war zudem Mitherausgeber von Buchwissenschaftliche Beiträge aus dem Deutschen Bucharchiv München. Von 1989 bis 1991 war er Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare.
Im Jahr 1991 wechselte er als Gründungsdekan des Fachbereichs Buch und Museum an die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, 1995 wurde er auf eine Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin berufen. Seit 2000 war er emeritiert, nahm aber weiterhin Lehr- und Prüfungsaufgaben wahr.
Plassmann veröffentlichte zahlreiche Aufsätze und Bücher, darunter das Standardwerk Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland (2. Auflage 1983 zusammen mit Horst Ernestus, 3. Auflage 1999 zusammen mit Jürgen Seefeldt). 2006 ist das Werk Bibliotheken und Informationsgesellschaft in Deutschland. Eine Einführung von Engelbert Plassmann, Hermann Rösch, Jürgen Seefeldt und Konrad Umlauf erschienen (Wiesbaden: Harrassowitz, 2006, ISBN 3-447-05230-9).
Er war seit 1964 mit Annemarie Plassmann, geborener Keyser, verheiratet und hatte vier Kinder (Engelbert, Henrike, Bernhard und Friedrich). Plassmann war Mitglied der katholischen Studentenverbindungen Bavaria Freiburg, Arminia Bonn und Julius-Echter Würzburg im KV.
| Personendaten | |
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| NAME | Plassmann, Engelbert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bibliothekswissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 23. März 1935 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 6. November 2021 |
| STERBEORT | Bochum |