| Enmedio | ||
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| Bathymetrisches 3D-Modell des submarinen Vulkans Enmedio | ||
| Höhe | 1625 m unter dem Meeresspiegel | |
| Lage | Kanarische Inseln, Spanien | |
| Gebirge | Kanarisches Archipel | |
| Koordinaten | 28° 4′ 48″ N, 16° 9′ 36″ W | |
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| Typ | unterseeischer Vulkan | |
| Alter des Gesteins | 240.000 Jahre | |
Enmedio ist ein submariner Vulkan im Atlantischen Ozean zwischen den Kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria. Der Name bedeutet „dazwischen“, was auf seinen Standort zwischen den beiden Inseln hinweist. Er wurde 1994 von Hans-Ulrich Schmincke und Roland Rihm bei der ersten Nennung bei einer Kartierung auch als Hijo de Tenerife („Sohn von Teneriffa“) bezeichnet. Sein Alter wird auf rund 240.000 Jahre, also das mittlere Pleistozän, datiert.
Der Enmedio liegt im Zentrum des vulkanisch entstandenen Kanarischen Archipels zwischen den bevölkerungsreichsten Inseln Teneriffa und Gran Canaria. Die Distanz zu Teneriffa beträgt 25 Kilometer und zu Gran Canaria 36 Kilometer. Hier liegt der Vulkan auf einer seismisch aktiven Verwerfung, die die beiden Inseln voneinander trennt.
In einem Umkreis von 12 Kilometern um den Enmedio wurden 20 kleinere vulkanische Erhebungen beschrieben, wovon fünf eine kraterartige Senke aufweisen. Der höchste dieser Kegel in der Umgebung hat eine Höhe von 310 Metern.
Der Enmedio wurde zwischen 2015 und 2024 per Echolot und Hydrophon bathymetrisch vermessen. Auf Grundlage der gesammelten Daten wurden Relief-Modelle dieses Gebiets erstellt. Der Vulkan ist konisch geformt und besitzt hierbei eine annähernd kreisförmige Basis, die einen Durchmesser von ungefähr 3,5 Kilometern hat. Der Vulkangipfel liegt 1625 Meter unter der Meeresoberfläche, und die Höhe des Kegels beträgt 560 bis 730 Meter über dem Meeresgrund, dessen Tiefe in dem Gebiet von 2140 auf 2350 Metern anwächst. Die Südwestflanke des Vulkankegels hat eine durchschnittliche Steigung zwischen 15 und 25°, die Nordostflanke ist mit einer Steigung zwischen 20 und 30° etwas steiler.
Eine 2,4 Kilometer lange und 0,35 bis 0,45 Kilometer breite Bruchzone durchläuft den Vulkankegel von Nordnordost nach Südsüdwest und verläuft über den Gipfel. Am Fuß des Vulkans ist an der Bruchlinie auf beiden Seiten ein Schuttkegel, wobei derjenige auf der Südsüdostseite stärker ausgeprägt ist. Eine 1,6 Kilometer lange, maximal 0,3 Kilometer breite und 20 Meter tiefe, halbmondförmige Senke auf der Südwestflanke des Hauptkegels befindet sich in einer Meerestiefe von fast 1900 Metern an der Südwestflanke des Enmedios. Sie ist vermutlich durch einen Einsturz entstanden.
Vulkangestein, wie Basalt, ist das dominante Gestein am Enmedio. Außerdem befindet sich hier feinkörniger bis glasartiger Tephri-Phonolith mit Einsprenglingen von Aegirin-Augit und dunklem Glimmer, eine ähnliche Komposition zeigt sich im Anaga-Gebirge auf Teneriffa. Gesteinsproben zeigten, dass hier leicht vesikuläres – d. h. hohlraumreiches, blasenartige Strukturen aufweisendes – Gestein vorliegt sowie etwas xenokristalliner Olivin.
Das Gebiet des Enmedio ist weiterhin seismisch aktiv. Im Jahr 1989 ereignete sich südwestlich des Vulkans ein mittelstarkes Erdbeben mit 5,2 ML auf der Richterskala, worauf ungefähr 230 Nachbeben folgten. 2023 und 2024 kam es beim Enmedio zu einer dreistelligen Zahl an Erdbeben. Ihr Hypozentrum lag 30 bis 40 Kilometer unter der Erdoberfläche.
Außerdem werden im Gebiet des Enmedio aufgrund verschiedener physikalischer, chemischer und biologischer Werte hydrothermale Aktivitäten vermutet. In diesem Gebiet hat der Meeresgrund eine gelbe bis dunkelorange Färbung, was auf eisenhaltigen Mineralen beruht, die typisch für hydrothermale Bereiche sind. Eisen(III)-hydroxidoxid entsteht hier möglicherweise durch mikrobielle Prozesse. Die chemische Zusammensetzung des Wassers unterscheidet sich ebenfalls von anderen Gebieten in den Kanaren. Bei der Bruchzone am Gipfel des Enmedio wurden erhöhte Konzentrationen an Silicaten, Phosphaten, Nitraten, Nitriten und vor allem Ammonium nachgewiesen. Auch die Wassertemperatur war in manchen Bereichen des Vulkans erhöht.
Verschiedene Arten wurden im Gebiet des Enmedio erstmals für den Kanarischen Archipel beschrieben, beispielsweise verschiedene Tiefseearten der Moostierchen und der Pfeilwürmer. In Tiefen zwischen 1700 und 1900 Metern wurde eine verhältnismäßig große Menge an verschiedenen Prokaryotenarten gefunden.