Enoch Heiland

Enoch Heiland (Stich von Hans Jacob Gabler)
Epitaph in der Leipziger Paulinerkirche

Enoch Heiland (auch: Heyland; * 26. August 1582 in Weißenfels; † 15. Mai 1639 in Leipzig) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben

Enoch war der Sohn des Bürgers und Gastwirts in Weißenfels Wolfgang Heiland und dessen Frau Rebecca (geb. Hermann; † 1589). Nach dem Besuch der Schule in Weißenfels wurde er am 19. Oktober 1596 in die kurfürstlich sächsische Landesschule Pforta aufgenommen. 1602 nahm er an der Universität Leipzig ein Studium auf. Die ersten drei Jahre absolvierte er zunächst philosophische Studien, unter anderem bei dem Mathematiker und Physiker Christoph Hunnich. Im Anschluss beschäftigte er sich mit medizinischen Studien, wendete sich jedoch unter der Führung von Wilhelm Schmuck (1575–1634) dem Studium der Rechtswissenschaften zu.

Hierzu frequentierte er ab dem 21. Mai 1606 die Vorlesungen von Bonaventura Gaur an der Universität Wittenberg und im Wintersemester 1607 die von Ilico Ummius (1581–1643) an der Universität Jena. Nach Leipzig zurückgekehrt, erwarb er sich am 9. Mai 1611 das Lizenziat und 26. März 1612 den akademischen Grad eines Doktors der Rechte. Anschließend arbeitete er als Anwalt am kurfürstlich sächsischen Appellationsgericht und wurde 1617 Advokat am geistlichen Konsistorium in Leipzig.

1621 erhielt er die Stelle eines Assessors an der juristischen Fakultät der Leipziger Hochschule. Hier stieg er am 30. Juni 1628 zum Professor der Instituten auf und wurde damit verbunden Kanoniker im Stift Naumburg. Am 16. Oktober 1637 übernahm er zudem die Professur des Kodex und erhielt damit verbunden die Stelle eines Domherrn in Merseburg. Auch wirkte Heiland als Assessor am Leipziger Oberhofgericht. Im Wintersemester 1629 und 1637 führte er als Rektor der Leipziger Alma Mater deren Geschicke. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam am 19. Mai 1639 in der Leipziger Paulinerkirche begraben. Dort errichtete man ihm ein marmornes Epitaph.

Familie

Heiland heiratete am 28. Oktober 1611 in Leipzig Margarethe Leyser (* 22. Februar 1594 in Wittenberg; † 14. Januar 1662 in Leipzig), die Tochter des Theologen Polykarp Leyser des Älteren und dessen Frau Elisabeth (geb. Cranach). Aus der Ehe stammen fünf Söhne und fünf Töchter.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Carl Friedrich Heinrich Bittcher: Pförtner Album. Friedrich Christian Wilhelm Vogel, Leipzig, 1843, S. 93 (digital.slub-dresden.de).
  2. ↑ Bernhard Weissenborn: Album Academiae Vitebergensis. Jüngere Reihe. Ernst Holtermann, Magdeburg, 1934, Teil 1, S. 44, Nr. 94.
  3. ↑ Georg Mentz, Reinhold Jauernig: Die Matrikel der Universität Jena. 1548 bis 1652. Band 1, Gustav Fischer, Jena 1944, S. 146, Sp. b.
  4. ↑ Emil Albert Friedberg: Hundert Jahre aus dem Doctorbuch der Leipziger Juristenfacultät 1600-1700. Alexander Edelmann, Leipzig, 1887, S. 13; Georg Erler: Die jüngere Matrikel der Universität Leipzig. 1559–1809. Band 1, Giesecke & Devrient, Leipzig 1909, S. 171.
  5. ↑ Salomon Stepner: Inscriptiones Lipsienses. Nicolaus Scipium, Leipzig, 1686, S. 3, Nr. 10 (digitale.bibliothek.uni-halle.de).
  6. ↑ Fritz Roth: Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften für genealogische und kulturhistorische Zwecke. Band 5, Selbstverlag, Boppard am Rhein 1967, S. 360, R. 4626.
  7. ↑ Emil Albert Friedberg: Hundert Jahre aus dem Doctorbuch der Leipziger Juristenfacultät 1600-1700. Alexander Edelmann, Leipzig 1887, S. 16, Nr. 207;
    Matr. Uni. Leipzig j.R. I, S. 171;
    Matr. Uni. Wittenberg IV S. 297, Nr. 263; Johann Gottfried von Meier: Acta pacis executionis publica. Band 2, Johann Christian Ludwig Schultze, Leipzig / Göttingen 1737, S. 45 (books.google.de);
    Christoph Schelle: Christliche Leich-Predigt Uber dem kräfftigen Lebens-Wort des Sohns Gottes, Joh. XI: Ich bin die Aufferstehung und das Leben, etc.. Bey hoch-ansehnlicher Leichbegängnüß Des weiland, Wol-Edlen, Vest- und Hochgelahrten Herrn Polycarpi Heylands, Weitberühmten Iuris-Consulti Des Durchlauchtigsten Fürstens und Herrn, Herrn Augusti, Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg/ geheimen Hoff- und Cantzeley-Raths. Leipzig 1662 (diglib.hab.de).
  8. ↑ Founus. Enochi. Heilandi. Indictivom. XV. Kal. April. MDCLXIX. Luget. Themis. Academica. Leipzig 1669 (kxp.k10plus.de).
  9. ↑ Heiland (Enoch). In: Christian Gottlieb Jöcher (Hrsg.): Allgemeines Gelehrten-Lexicon. Band 2: D–L. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1750, Sp. 1445 (books.google.de – Hier ist 1673 als Sterbejahr angegeben).
  10. ↑ Salomon Stepner: Inscriptiones Lipsienses. Nicolaus Scipium, Leipzig 1686, S. 314, Nr. 1585 (digitale.bibliothek.uni-halle.de);
    Georg Lehmann: Das rühmliche Andencken, Der nicht falschen Kinder Gottes, an Ihrem Heyland, Welches die Wohl-Edle, Hoch-Ehr-und Tugendreiche Frau Anna Martha, Des Wohl-Edlen, Vesten und Hochgelahrten Herrn Enoch Heylands auff Schleißig, vornehmen JCti, Fürstl. Anhältischen wohlbestallten Raths, wieauch der löblichen Juristten Facultät Asessoris und berühmten Consulentens allhier Sehligen, nachgelassene Wittbe. Leipzig 1676 (digital.slub-dresden.de).
  11. ↑ Emil Albert Friedberg: Hundert Jahre aus dem Doctorbuch der Leipziger Juristenfacultät 1600-1700. Alexander Edelmann, Leipzig 1887, S. 16, Nr. 210; Matr. Uni. Leipzig j.R. I, 171, Matr. Uni. Wittenberg IV S. 297, Nr. 264.
  12. ↑ Fritz Roth: Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften für genealogische und kulturhistorische Zwecke. Band 5, Selbstverlag, Boppard am Rhein 1967, S. 345, R. 4592.
  13. ↑ Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftsteller Geschichte. Band 5, Cramerischer Buchladen, Kassel 1785 S. 369 (reader.digitale-sammlungen.de);
    Matrikel Uni. Leipzig. j.R. I, 171;
    Matr. Uni. Helmstedt II, S. 26, Sem. 116, Nr. 82;
    Georg Lehnert, Hermann Haupt: Chronik der Universität Gießen 1607 bis 1907. Alfred Töpelmann, Gießen 1907, S. 66.
  14. ↑ Fritz Roth: Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften für genealogische und kulturhistorische Zwecke. Band 3, Selbstverlag, Boppard am Rhein 1962/64, S. 403, R. 2784.
  15. ↑ Matrikel Uni. Wittenberg IV, S. 553, Nr. 202;
    Matr. Uni. Jena II, S. 403.