Als Forschungsreise (früher auch: Studienreise) bezeichnet man eine Reise, die eine Person zur Vertiefung von Erkenntnissen und Fertigkeiten auf seinem Fachgebiet oder zur Erforschung wenig bekannter Regionen unternimmt. Forschungsreisen fallen in die Kategorie Wissenschaftstourismus.
Reisen von Naturforschern dienen überwiegend der Wissenserweiterung auf Gebieten der Biologie und der Geowissenschaften und führen vielfach zur Entdeckung neuer Arten, geologischer Formationen oder führen zu ihrer besseren Klassifizierung. Die Dokumentation erfolgt meist fotografisch, allfällige Kartografie mit terrestrischer oder Luftbild-Photogrammetrie.
Studienreisen auf den Gebieten der Künste und der Geisteswissenschaften haben häufig fremde Städte zum Ziel, um dort befindliche Bibliotheken, Akademie- oder Forschungsinstitute, Kunstsammlungen und Archive zu konsultieren. Oft dienen sie auch dem Studium des Wissenschafts- oder Kunstobjekts selbst, etwa von Gemälden, Ausgrabungen, Baudenkmälern, Gesteinsformationen oder fremden Tier- und Pflanzenarten.
Eine Sonderform der Forschungsreise ist die meist in entlegene und unzugängliche Gebiete führende Expedition.
Forschungsreisen hat es in fast allen Epochen der menschlichen Geschichte gegeben. Sie sind im Wesentlichen daran interessiert, Daten und Erkenntnisse über meist neu entdeckte Gebiete der Erde zu erhalten. Dazu bereiten sie sich zunächst intensiv auf ihren neuen Aufenthaltsort vor, indem sie
Mitunter ist die Grenze zwischen Forschungsreise und Abenteuer nicht klar zu ziehen. Eine Forschungsreise kann auch mit einem Eroberungsfeldzug einhergehen, wie beispielsweise die ägyptische Expedition 1799 unter Napoleon Bonaparte. Speziell im 19. Jahrhundert verstanden Forschungsreisende sich oft auch als Pioniere kolonialer Unterwerfung, z. B. Karl von Gravenreuth.