Entfernungshören

Das Entfernungshören ist eine abschätzende Bestimmung mit dem Gehör, wie weit eine Schallquelle vom Hörenden entfernt ist.

Im Gegensatz zur besonders gut ausgebildeten Fähigkeit des binokularen Entfernungssehens kann das Ohr des Menschen die Entfernung zu einer Schallquelle nur mangelhaft bestimmen. Beim Entfernungshören werden nicht die Signaldifferenzen genutzt, also die Pegel- und Laufzeitdifferenzen zwischen beiden Sensoren, sondern der Vergleich des Signals mit erlernten Reizmustern:

Die Entfernungsschätzung im freien Feld, also ohne Reflexionen und Echos, hängt in erster Linie von der Lautstärkeempfindung ab. Wenn es sich um einen bekannten Klang handelt, wird der Schalldruckpegel mit einem im Gedächtnis gespeicherten Wert verglichen und die Entfernung „berechnet“. Entfernungshören beruht also auf erlerntem Wissen, die Wahrnehmung ist maßgeblich von Erfahrungswerten beeinflusst.

Zunehmend setzt sich aber auch die Erkenntnis durch, dass die zeitliche und räumliche Staffelung der ersten schallstarken Reflexionen herausragenden Einfluss auf die auditive Entfernungswahrnehmung hat.