

Die Ephyralarve ist eine Larvenform bei den Schirmquallen (Scyphozoa). Sie ist eine Besonderheit der Scyphozoa.
Auf ein Polypenstadium folgende Larvenformen vieler anderer Nesseltiere werden Actinula genannt. Bei allen Cnidaria, unter Einschluss der Scyphozoa, existiert außerdem ein weiteres Larvenstadium, das auf die Medusengeneration folgt (nicht auf die Polypengeneration). Es wird Planula genannt.
Die Ephyra entsteht in der Polypengeneration im Verlauf des Generationswechsels vegetativ durch Strobilation (Querabschnürung) von einem sessilen Scyphopolypen, genannt Scyphistoma. Dabei gibt es Arten, deren Polyp zahlreiche Ephyralarven abschnürt (genannt polydisk). Bei anderen Arten bildet jeder Polyp nur eine Ephyra (genannt monodisk).
Nach ihrer Loslösung schwimmt die Ephyra mit Hilfe von acht langen Stammlappen, die sich in zwei Flügellappen aufzipfeln. Zwischen diesen Flügellappen sitzt je ein Rhopalium.
Später sprießen zwischen den Randlappen neue Loben (Velarlappen) hervor, die dann mit den Randlappen verschmelzen, sodass sich schließlich ein geschlossener Medusenschirm bildet.
Vom Magen gehen acht größere, taschenförmige Ausstülpungen in die Randlappen hinein, adradial stülpen sich kleinere Ausstülpungen den Velarlappen entgegen.
Die Ephyra wurde zunächst nicht als Larvenform erkannt. Der norwegische Meeresbiologe Michael Sars beschrieb auf Basis einer Ephyra 1829 eine vermeintlich neue Art der Nesseltiere, die er Strobila octoradiata nannte. Später (1829) stellte Johann Friedrich Eschscholtz für ein im Atlantik gefundenes Tier mit acht Armen eine neue Art Ephyra octolobata auf (eine Gattung Ephyra hatten François Péron und Charles-Alexandre Lesueur 1810 neu eingeführt). Sars wies dann 1835 selbst nach, dass seine Strobila als Entwicklungsstadium aus einem Polypen hervorgeht, den er selbst 1829 als Scyphistoma filicorne beschrieben hatte. Spätere Stadien sähen genauso aus wie die Ephyra, die Eschscholtz beschrieben hatte. Die Namen Scyphistoma für das Polypenstadium und Ephyra für die Medusenlarve wurden dann von späteren Wissenschaftlern beibehalten. Auf Basis des Namens Strobila wurde die Abschnürung junger Ephyrae „Strobilation“ genannt.