Épinal

Épinal
Épinal (Frankreich)
Épinal (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Vosges (Präfektur) (88)
Arrondissement Épinal
Kanton Épinal-1
Épinal-2
Gemeindeverband Épinal
Koordinaten 48° 10′ N, 6° 27′ OKoordinaten: 48° 10′ N, 6° 27′ O
Höhe 315–492 m
Fläche 59,24 km²
Bürgermeister Patrick Nardin
Einwohner 32.251 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 544 Einw./km²
Postleitzahl 88000
INSEE-Code
Website http://www.ville-epinal.fr/

Lage der Stadt Épinal
im Département Vosges

Épinal [e.pi.nal] ⓘ ist die Hauptstadt (Präfektur) des französischen Départements Vosges in der Region Grand Est (bis 2015 Lorraine). Sie ist Sitz des am 1. Januar 2012 neu ausgerichteten Gemeindeverbandes Agglomération d’Épinal.

Im Deutschen wurde noch bis ins 19. Jahrhundert der ursprüngliche Name Spinal (auch Spinneln) verwendet, der sich vom lateinischen Spinalium ableitet, wovon auch die Bezeichnung der Einwohner als Spinaliens herrührt.

Geografie

Die 32.251 Einwohner (Stand 1. Januar 2023) zählende Stadt am Südwestrand der Vogesen liegt an der oberen Mosel.

Nachbargemeinden von Épinal sind Golbey und Dogneville im Norden, Jeuxey, Deyvillers und Aydoilles im Nordosten, La Baffe im Osten, Archettes und Arches im Südosten, Dinozé und Dounoux im Süden, Uriménil und Renauvoid im Südwesten sowie Chantraine im Westen.

Geschichte

Épinal wurde gegen Ende des 10. Jahrhunderts durch den Metzer Bischof Dietrich I. gegründet.

Das Gefecht bei Épinal fand während des Winterfeldzuges 1814 der Befreiungskriege am 11. Januar 1814 statt zwischen französischen und württembergischen Truppen, die von russischen Kosaken unterstützt wurden.

Nach dem verlorenen Deutsch-Französischen Krieg und der damit verbundenen Grenzverschiebung nach Westen wurde Épinal als Fester Platz Épinal zur Gürtelfestung mit einer großen Anzahl das Zentrum umgebender Forts ausgebaut. Da es während des Ersten Weltkrieges hier zu keinen Kampfhandlungen kam, sind die meisten dieser Festungswerke nahezu vollständig erhalten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Épinal im Juni 1940 im Westfeldzug von der 2. Panzer-Division der Wehrmacht erobert. Unter deutscher Besatzung, wurden Juden gehörende Unternehmen und Geschäfte registriert und vom Vichy-Regime „arisiert“. Im Juni 1942 fand die erste Deportation von Juden statt. In den Vogesen formierte sich im März 1943 der erste Maquis der Résistance im Département, angeführt von Mamadou Addi Bâ (1916–1943) aus dem Fouta Djallon in Guinea und Marcel Arburger. Beide wurden festgenommen und ins Gefängnis von Épinal gesperrt. Die Gestapo folterte Addi Bâ ohne ihn zum Reden zu bringen. Am 18. Dezember 1943 wurden sie erschossen. Im Januar und März 1943 sowie im März 1944 folgten große Razzien gegen Juden. Insgesamt wurden mehr als 90 Juden in Lager gebracht, bevor sie größtenteils im KZ Auschwitz ermordet wurden. Am 24. September 1944 wurde die Stadt befreit, nachdem das Zentrum durch Artillerie schwer beschädigt worden war.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr19621968197519821990199920072018 2021
Einwohner30.31336.85639.60437.81836.73235.78233.52832.223 32.285

Sehenswürdigkeiten

Bildung

In der Stadt befindet sich die Ingenieurschule ENSTIB, die sich der Holzindustrie widmet.

Städtepartnerschaften

Verkehrsanbindung

Einfahrt des Eröffnungszuges mit Kaiser Napoleon III. in den Bahnhof von Épinal am 26. Juni 1857

Die Stadt an der Mosel ist über einen drei Kilometer langen Stichkanal an den Canal des Vosges angebunden, der in Verbindung mit den Flüssen Saône und Rhône eine schiffbare Verbindung mit dem Mittelmeer und über den Rhein-Marne-Kanal zum Rhein herstellt. Heute wird die Kanalverbindung hauptsächlich von Sport- und Hausbooten genutzt; Épinal verfügt auch über einen Jachthafen.

Über die Bahnstrecke Blainville-Damelevières–Lure und die in der Nähe der Stadt von dieser abzweigende Strecke nach Remiremont ist Épinal an das Schienennetz der SNCF angeschlossen. Die Eisenbahn erreichte Épinal 1857. Kaiser Napoleon III. weihte diesen Abschnitt der Strecke persönlich ein.

Auf der Straße erreicht man die Stadt unter anderem über die RN 57 von Metz bzw. von Besançon.

Kulinarische Spezialitäten

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Épinal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Épinal – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. ↑ Heinz Guderian. S. 134; books.google.de
  2. 1 2 Histoire de la Communauté juive d’Épinal – suite et fin. judaisme-alsalor.fr; abgerufen am 20. Dezember 2024.
  3. 1 2 Gérard Noiriel: Le peuple français : Histoire et polémiques. Éditions Tallandier, Paris 2025, ISBN 979-1-02106574-1, S. 160 f.
  4. ↑ Populations légales 2021 − Commune d’Épinal (88160). Insee, abgerufen am 26. Juli 2024.
  5. 1 2 Philippe Gloaguen et al.: Le Routard – Le guide de la visite d’entreprise. Nr. 79/0425/0. Hachette Livre, Vanves 2016, ISBN 978-2-01-323703-1, S. 117.