Eine Episode (griech. έπεισόδιον, Einschaltung, Hinzukommen) ist ein in eine Komposition eingeschobener Teil, der für die Entwicklung innerhalb des Werkes eine untergeordnete Rolle spielt und außerhalb der eigentlichen thematischen Arbeit steht. Im engeren gewohnheitsmäßigen Sprachgebrauch finden sich folgende Definitionen:
Allgemeiner und prinzipieller meint das Episodische das Hinzukommende. Insofern steht das Episodische dem Periodischen gegenüber. Auch beim Periodischen ist zu unterscheiden, zwischen der musikterminologisch enger gefassten Spezialbedeutung der Periode und dem prinzipiell Periodischen, welches allgemein das in sich abgeschlossene betrifft. Ein episodischer Musikteil kann also allgemeiner als das Unvollständige, am Ganzen beteiligte gelten. Aus dieser Sicht sind also z. B. die Teile einer Sonate episodisch, und erst der ganze Sonatensatz ist ein vollständiges Ganzes. Demgegenüber ist z. B. ein Fugenthema (sei es nun ein Einzel- oder Doppelthema) periodisch, obwohl es in der Musikterminologie nicht als Periode (vgl. Lied) bezeichnet wird und obwohl es eine denkbar unabgeschlossene Endung hat: Es zielt nicht als ein Unvollkommenes (vgl. Hauptthema) auf ergänzendes (vgl. Nebenthema), sondern immer wieder nur auf die Ganzheit (bzw. Einzigkeit) seiner selbst.