Eric T. Hansen

Eric T. Hansen am Brandenburger Tor (2008)

Eric T. Hansen (* 3. Juli 1960 in Bellingham, Washington) ist ein US-amerikanischer Autor, Journalist und Satiriker, der in Berlin lebt und auf Deutsch publiziert.

Leben

In Washington geboren, wuchs Hansen ab dem sechsten Lebensjahr in Kailua (Hawaii) auf. Als Mormone erzogen, missionierte er ab 1981 in der Bundesrepublik Deutschland. Nach einer Selbstaussage sprach er mit 30 sein letztes Gebet. In Deutschland lernte er auch seine zukünftige Frau kennen. 1983 kehrte er nach Hawaii zurück, um sein Linguistikstudium an der University of Hawaii fortzusetzen. Noch im selben Jahr kehrte er Hawaii endgültig den Rücken, um zu heiraten.

Zunächst studierte er in Düsseldorf, später an der Ludwig-Maximilians-Universität München Literatur des deutschen Mittelalters und erwarb 1989 seinen Magister. Danach arbeitete er als freiberuflicher Journalist im Bereich Kultur und Medien. Seine Artikel erschienen unter anderem in The European, Variety, The Hollywood Reporter, The Washington Post, Cicero und Süddeutscher Zeitung. 1989 trat er aus der Kirche der Mormonen aus.

Seit 2000 schreibt Hansen hauptsächlich Bücher, betreibt mehrere Blogs und verfasst Artikel für deutsche und amerikanische Zeitungen. Hansen ist geschieden und lebt mit seiner Lebensgefährtin und Co-Autorin Astrid Ule in Berlin.

Themen und Arbeitsweise

Sein erstes humoristisches Sachbuch Die Nibelungenreise – Mit dem VW-Bus durchs Mittelalter beschreibt eine zwölfmonatige Reise im VW-Bus durch Deutschland auf der Suche nach Spuren des Mittelalters. Hansens weitere Sachbücher Planet Germany – Eine Expedition in die Heimat des Hawaii-Toasts und Deutschland-Quiz – Alles, was Sie über dieses Land wissen sollten und nie zu fragen wagten nehmen sich „exotischer“ deutscher Gepflogenheiten aus der Sicht eines Amerikaners an. Dabei sieht er sich in der Tradition von Schriftstellern wie Art Buchwald oder Mark Twain.

Hansens Bücher basieren auf intensiver journalistischer Recherche, die zur Grundlage satirischer Übertreibungen und bis ins Absurde weitergedachter Besonderheiten seiner Studienobjekte wird – der ‚Methode Hansen’, wie Henryk M. Broder es auf Spiegel Online bezeichnete. Bei allen Texten arbeitet Astrid Ule als Lektorin mit, bei Deutschland-Quiz war sie Co-Autorin. Von ihr stammen auch die Illustrationen zu Planet Germany und Deutschland-Quiz. Nibelungenfieber ist der erste satirische Roman, den Hansen und Ule als Team zusammen geschrieben haben.

Politisch hat Hansen sich selbst als "früher eher links" verortet, in letzter Zeit nahm er allerdings immer wieder Trump und dessen autoritäre Politik in Schutz und relativierte dessen Einschüchterungsversuche gegenüber einer freien Presse und Meinungsfreiheit generell. "Jeder Präsident seit Teddi Roosevelt", so Hansen im September 2025 in einem Gespräch mit Sandra Navidi in der Sendung "Maischberger", habe Einfluss auf die Justiz, das FBI und die freie Presse genommen. Insofern stelle Trump in diesem Punkt nichts Besonders dar. Es gebe "keinen Schritt hin zu einem Faschismus hin", so Hansen. Vielmehr sei die Verbreitung dieser Thesen in vielen Trump-kritischen Medien die "Einladung an Menschen, mit Gewalt einzuschreiten, um diesen Faschismus zu verhindern".

Hula Ink

2015 gründete Hansen seinen Mikroverlag Hula Ink für zumeist kurze literarische Werke, die keinen Printverlag finden. Obwohl Hula Ink in der Regel E-Books herausbringt, veröffentlichte der Verlag 2017 seine erste gedruckte Publikation, Hansens langen Essay Losing my Religion auf Englisch und Deutsch.

Ule Hansen

2016 begann Hansen gemeinsam mit Astrid Ule eine Thriller-Reihe unter dem Pseudonym Ule Hansen zu schreiben. Unter dem Titel Neuntöter erschien im gleichen Jahr der erste Band der Berlin-Trilogie um die Ermittlerin Emma Carow.

Werke

Sachbücher

Romane

Thriller

Emma-Carow-Reihe

Commons: Eric T. Hansen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Deutschlandfunk (Memento vom 24. November 2017 im Internet Archive)
  2. ↑ Henryk M. Broder: Heimatbuch „Planet Germany“. Die Deutschen – schwedenselig, verzagt und beinbehaart. In: Spiegel Online. 7. Februar 2007.
  3. ↑ tagesschau: Sandra Navidi und Eric T. Hansen diskutieren: Wohin steuern die USA? | maischberger. 24. September 2025, abgerufen am 6. Oktober 2025.
Personendaten
NAME Hansen, Eric T.
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Autor
GEBURTSDATUM 3. Juli 1960
GEBURTSORT Bellingham, Washington, USA