| Ermera | ||
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| Koordinaten | 8° 45′ S, 125° 24′ O | |
| Der Suco Poetete Vila mit Ermera im südlichen Teil | ||
| Basisdaten | ||
| Staat | Osttimor | |
| Gemeinde | Ermera | |
| Verwaltungsamt | Ermera | |
| ISO 3166-2 | TL-ER | |
| Suco | Poetete Vila | |
| Höhe | 1178 m | |
| Einwohner | 2761 (2015) | |
Hauptstraße in Ermera mit Blick auf die Pfarrkirche | ||
Ermera (Vila Ermera, bis 1936: Hermera, auch Framera) ist die ehemalige Hauptstadt der osttimoresischen Gemeinde Ermera.
„Ermera“ bedeutet auf Mambai „rotes Wasser“. Die Vorfahren der heutigen Einwohner der Region fanden, als sie in das Land kamen, hier eine Quelle mit blutrotem Wasser.

Ermera nimmt fast die gesamte Aldeia Aldeia Vila (Suco Poetete Vila, Verwaltungsamt Ermera) ein. Südlich fließt der Buri, der zum Flusssystem des Loís gehört. Ermera liegt 1178 m über dem Meer. Zur Landeshauptstadt Dili sind es in Luftlinie etwa 30 km nach Nordosten, auf der Straße durch das Bergland 58 km. Die Gemeindehauptstadt Gleno liegt 5 km entfernt in derselben Richtung.
2015 lebten in Aldeia Vila 2761 Menschen.
Die Durchschnittstemperatur beträgt über das Jahr 22,2 °C, die höchste Monatsdurchschnittstemperatur 26,8 °C und die niedrigste 17,6 °C. Gerade nachts kann es unangenehm kühl werden.
Während der Schlacht um Timor im Zweiten Weltkrieg war Ermera der einzige portugiesische Militärposten, der nicht von den Japanern erobert wurde. Stattdessen besetzte die Sparrow Force der Alliierten Ermera 1942 mehrmals. Die Kirche, der Militärposten und andere Gebäude wurden im Krieg zerstört.

Anfang 1976 erreichten die indonesischen Invasionstruppen Ermera. Ein Teil der Bevölkerung floh aus Angst in die Berge. Nach der Eroberung von Samara (Verwaltungsamt Hatulia) am 24. April wurden 500 seiner Einwohner für die spätere Umsiedlung im Ort Ermera interniert. Aufgrund der fehlenden Nahrungsmittelversorgung in dem sogenannten Transit Camp litten die Menschen an Hunger. Das Camp bestand bis Ende 1979.
Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus dem Suco Ponilala und der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurden nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, verhungerten Einwohner. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.
Am 10. April 1999 brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah-Merah-Milizionären dutzende Häuser in der Stadt Ermera nieder.

Neben dem Sitz des Sucos Poetete Vila befinden sich im Ort Ermera die Sekundärschule Escola Secundaria Katolik Imaculada Conçeição Ermera, das kommunale Gesundheitszentrum Ermera Lama, die Zentrale Primarschule (Escola Primaria Central EPC) Poetete Vila und die Zentralgrundschule (Escola Básica Central EBC). Die Pfarrkirche (Igreja Matriz) Imaculada Conceição stammt aus der portugiesischen Kolonialzeit. Ihr gegenüber steht am anderen Ende der Hauptstraße die Villa des ehemaligen Großgrundbesitzers. An der Straße findet freitags ein Markt statt.