Ernst Gebauer

Paul Ernst Gebauer (* 23. Mai 1782 in Lietzen; † 7. Juli 1865 in Berlin) war ein preußischer Porträt- und Hofmaler.

Leben

Gebauer war der fünfte Sohn des Predigers Michael Erdmann Gebauer und einer von dessen Ehefrauen. Da er eher eine schwächliche Gesundheit hatte, schickte ihn der Vater nicht wie seine Brüder zum Studium, sondern gab ihn, da er über ein zeichnerisches Talent verfügte, in die Lehre in die Stobwassersche Lakkierfabrik nach Berlin. Von 1802 bis 1846 zeigte er Werke in der Berliner Akademieausstellung, so dass er die Aufmerksamkeit des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. auf sich lenkte, indem er diesem 1811 die Kopie eines Christuskopfes nach Leonardo da Vinci hatte zukommen lassen. Der König bedachte ihn daraufhin mit einem Geldgeschenk und ließ ihn an der Königlichen Akademie der bildenden Künste ausbilden. Im Jahr 1834 wurde er zum Hofmaler, durfte den Titel Hofrat verwenden und erhielt zudem ein eigenes Atelier im Königlichen Schloss. Er fertigte fast ausschließlich Porträts und Kopien eigener Werke zur Vervielfältigung von durchschnittlicher Qualität.

Besonders bekannt sind seine Werke aus den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Ein Porträt des Generals Gebhard Leberecht von Blücher wurde 1815 auf Gebauers Vorschlag, der seine Kunst in den Dienst der Wohltätigkeit stellte, als Kupferstich vervielfältigt. Die dadurch eingenommenen 1800 Taler kamen verletzten Soldaten zugute. 1816 gab er ein Porträt des Königs heraus und weitere Werke folgten, so dass er bis 1830 auf diese Art 60.000 Taler für wohltätige Zwecke spenden konnte. Das Geld ging unter anderem an ein Waisenhaus.

Gebauer war verheiratet und hatte vier Söhne. Er wurde auf dem Alten Luisenstädtischen Friedhof in der Bergmannstraße beigesetzt.

Werke (Auswahl)

König Friedrich Wilhelm III. von Preussen 1829
Ludwig Yorck von Wartenburg

Gebauer schuf neben zahlreichen Porträts der Mitglieder der Königlichen Familie, die in die Königlichen Schlösser in Berlin, Charlottenburg, Potsdam und in das Hohenzollernmuseum kamen, auch einigen Kopien nach italienischen und anderen Malern.

Nach Gebauer gestochen oder lithographiert

Literatur

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Einzelnachweise

  1. ↑ Gebauer, Ernst (Paul E.). In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 13: Gaab–Gibus. E. A. Seemann, Leipzig 1920, S. 309 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. ↑ Joachim Großmann: Künstler, Hof und Bürgertum. Leben und Arbeit von Malern in Preußen 1786–1850. In: Artefact. Band 9, Zugleich Diss. Univ. Essen 1992; Akademie-Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-05-002412-7, S. 162 ff.
  3. ↑ Alexander Glintschert: Friedrich Wilhelm III. – 1834 – Porträt von Ernst Gebauer. 26. November 2021, Stand 2025.
  4. ↑ Otto Mönch: Weiteres über den Hofmaler Ernst Gebauer in Berlin. In: Verein für die Geschichte Berlins (Hrsg.): Mittheilungen. Nr. 7. Berlin 1909, S. 145–146 (digital.zlb.de).
Personendaten
NAME Gebauer, Ernst
ALTERNATIVNAMEN Gebauer, Paul Ernst (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Porträtmaler
GEBURTSDATUM 23. Mai 1782
GEBURTSORT Lietzen
STERBEDATUM 7. Juli 1865
STERBEORT Berlin