Ernst Batzer

Ernst Batzer (* 12. Januar 1882 in Metz; † 19. August 1938 in München) war ein deutscher Lehrer, Museums- und Archivleiter und Heimatforscher.

Leben

Er wurde 1882 in Metz in Lothringen als Sohn des promovierten Oberstabsarztes Robert Batzer und dessen Ehefrau Josefine Santlus geboren. Nach dem Abitur promovierte er im Jahre 1910 an der Universität Heidelberg zum Dr. phil. Das Thema seiner Dissertation lautete Die Handschriften der Formularsammlung des Richard von Pofi. Er wurde Lehrer an der Oberrealschule in Offenburg und erhielt später den Professorentitel.

1917 wurde er als Nachfolger von Carl Frowin Mayer Vorsteher der Städtischen Sammlungen und des Stadtarchivs von Offenburg. Er interessierte sich besonders für die Regionalgeschichte Badens sowie für regionale Bräuche und Volkskunst. Unter seiner Leitung entwickelten sich die Sammlungen des Museums mit den Schwerpunkten Naturgeschichte, Mineralogie, Kunst und Volkskunde weiter. Daneben beschäftigte er sich intensiv mit der römischen Geschichte Offenburgs. Er gilt auch als der Begründer der seriösen Grimmelshausen-Forschung.

Ab 1912 war Ernst Batzer Schriftführer des Historischen Vereins für Mittelbaden, dessen Gründungsmitglied er 1910 war. Später wurde er außerdem zum Chefredakteur der Zeitschrift Die Ortenau. Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden ernannt. 1924 erhielt er ein Amt als Denkmalpfleger, 1932 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Badische Historische Kommission berufen.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Jahre 1933 kam er aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber den neuen Machthabern und wegen seiner jüdischen Ehefrau Albertine geborene Weiner zunehmend in Bedrängnis und wurde als Museumsleiter abgelöst. 1937 wurde Batzer an der Oberrealschule Offenburg gemäß §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zwangsweise in den Ruhestand versetzt.

Batzer starb 1938 auf einer Forschungs- und Studienfahrt in München. Seine Frau überstand die NS-Zeit unter großen Gefahren und kehrte nach dem Krieg nach Offenburg zurück. Sein Nachfolger wurde, zunächst kommissarisch, Otto Kähni.

Seine Schwester Maria Batzer war eine Schriftstellerin. Der 1919 geborene Chemiker Hans Batzer war sein Sohn. Seine 1929 geborene Tochter, die promovierte Altphilologin Sibylle Batzer, wirkte am Grimmelshausen-Gymnasium in Offenburg, wo sie 2014 verstarb.

In Offenburg wurde eine Straße nach Batzer benannt.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Wikisource: Ernst Batzer – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Eigene Angabe des Geburtsjahres 1882 im Lebenslauf durch Ernst Batzer. Die heute meist zu findende Angabe 1881 ist nicht korrekt.
  2. ↑ Ernst Batzer: Die Handschriften der Formularsammlung des Richard von Pofi. C. Winter, Heidelberg 1910 (uni-heidelberg.de [abgerufen am 10. Juni 2026] Dissertation, Universität Heidelberg 1910).
  3. ↑ Ernst Batzer: Die Handschriften der Formularsammlung des Richard von Pofi. Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg 1910 (google.de [abgerufen am 10. Juni 2026] Dissertation; Digitalisat auf Google Books).
  4. ↑ Die Römer in Offenburg: eine archäologische Spurensuche. Text und Katalog, Seite 9.
  5. 1 2 Manfred Merker: Er wusste, wo das Römerkastell zu finden sein müsste. In: Badische Zeitung. 12. März 2007, abgerufen am 11. Juni 2026.
  6. ↑ Jens Hoppe: Jüdische Geschichte und Kultur in Museen. Zur nichtjüdischen Museologie des Jüdischen in Deutschland, Edition Waxmann, 2002, Seite 151.
  7. ↑ Schulpersonalien. In: Neckar-Bote. 16. August 1937 (marchivum.de [abgerufen am 10. Juni 2026] Digitalisat im Marchivum Mannheim).
  8. 1 2 3 Martin Ruch: Neue Quellen im Nachlaß Ernst Batzer im Stadtarchiv Offenburg. In: Simpliciana. Schriften der Grimmelshausen-Gesellschaft. XXXVII. Jahrgang 2015, Peter Lang, Bern 2016, S. 387.
  9. ↑ BZ-Redaktion: Erinnerung an die Autorin Maria Batzer. In: Badische Zeitung. 4. Oktober 2012, abgerufen am 10. Juni 2026.
  10. ↑ Sibylle Batzer: Die Umformung der Aulularia. Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau 1956 (uni-freiburg.de [abgerufen am 11. Juni 2026] Dissertation).
  11. ↑ Suchergebnis „Ernst-Batzer-Straße“. In: Geoportal Baden-Württemberg. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, abgerufen am 11. Juni 2026.
Personendaten
NAME Batzer, Ernst
KURZBESCHREIBUNG deutscher Lehrer und Heimatforscher
GEBURTSDATUM 12. Januar 1882
GEBURTSORT Metz
STERBEDATUM 19. August 1938
STERBEORT München