Ernst Erbe

Portrait Foto des Grafikers Ernst Erbe in jungen Jahren, um 1930

Ernst Erbe (* 31. März 1894 in Hagen; † 24. Oktober 1967 ebenda) war ein deutscher Künstler und Grafiker.

Leben

Ernst Erbe war gelernter Holzschneider und bereits in frühen Jahren Mitglied des Bundes Deutscher Graphiker und gehörte zu den Ersten, die die Berufsbezeichnung Gebrauchsgraphiker führten. Mit seinem Bruder Otto gründete er 1920 in der Elberfelder Straße die Hagener Werbeagentur „Gebrüder Erbe Werkstätte Moderner Graphik“. Durch Ernst Erbes künstlerische Gestaltung entstanden ab dieser Zeit viele Logos für bekannte deutsche Marken, wie Pril, Dortmunder UNION, Küppersbusch, Thonet, Roland-Schuhe, Künstlerfarben Schmincke, BURG oder ABUS. Der Benzol-Verband Aral setzte in ihrer ersten Werbephase vollständig auf den Gebrauchsgrafiker Ernst Erbe und dessen expressionistische Formensprache. Seine Umschlaggestaltung für die Zeitschrift für Druckluft-Technik und -Wirtschaft war 1934. Ernst Erbes quadratisches Logo „ER BE“ steht über ein halbes Jahrhundert für Gebrauchsgrafik von höchster Qualität in der Formensprache der Moderne.

Ernst Erbe gilt neben seinem Bruder Otto und weiteren Kunstschaffenden, wie die Hagener Künstlerfreunde Reinhard Hilker, Hans Slavos und Karel Niestrath, als Mitbegründer der im Jahr 1924 ins Leben gerufenen Künstlervereinigung Hagenring. Zudem stand der Maler Christian Rohlfs der Gründungsphase sehr nahe und beteiligte sich intensiv an den frühen Ausstellungen der Gruppe. Ziel der Gruppe war es, nach dem Tod des Kunstmäzens Karl Ernst Osthaus die lebendige Kulturszene der Stadt Hagen vor dem Niedergang zu bewahren. Für die erste Ausstellung der Künstlergilde im Hagener Rathaus vom 20. Dezember 1925 bis 4. Januar 1926, gestaltete Ernst Erbe das Titelblatt des Ausstellungskatalogs „Im Dezember 25 – HAGENRING“ und schrieb darin eine persönliche Widmung.

Der 1923 gegründete Heimatverein Hagen-Schwelm gab 1925 eine eigene Heimatpostille heraus, deren erste Ausgabe den Titel „Donnerkiel“ erhielt und von Ernst Erbe mit einem kantigen Holzschnitt bebildert war. Vom 17. Juni bis 8. Juli 1925 präsentierte der Hagenring eine Ausstellung mit Werken von Ernst und Otto Erbe und anderen Künstlern in der Villa Elbers an der Hochstraße 33 in Hagen.

Doppelwohnhaus Müller-Lamberty und Erbe in Hagen, Oberer Altlohweg 7–9.

Im Adressbuch der Stadt Hagen von 1927 sind Ernst Erbe, Graphiker, Elberfelder Straße 41 und die Firma (Atelier) Gebr. Erbe, Gebrauchsgraphiker, Elberfelder Straße 39 b eingetragen. In den Jahren von 1928 bis 1930 entwarf und baute Ernst Erbe zusammen mit seinem Künstlerfreund dem Maler August Müller-Lamberty (1891–1989) im Oberen Altlohweg in Hagen-Emst ein Doppelwohnhaus im Bauhaus-Stil. Für beide Familien mit jeweils viel Wohnraum und großzügigen Atelier-Räumen mit großen Fenstern in den Außenbaukörpern. Architekt war Ernst Erbes Bruder Otto, der inzwischen in Köln lebte. Der Bruder Artur war Fotograf und fiel als Soldat 1944 im Zweiten Weltkrieg.

Verheiratet war Ernst Erbe seit dem 30. November 1920 mit Minna Marie Erbe geb. Fischbach (* 19. Februar 1893 in Lüdenscheid; † 26. November 1985 in Hagen).

Ernst Erbes Tochter Ute Kugel-Erbe (* 9. April 1929 in Hagen; † 8. Oktober 2017 in Gütersloh) begann 1947 eine Lehre zur Gebrauchsgrafikerin im Atelier ihres Vaters. Bis 1952 studierte sie an der Werkkunstschule Wuppertal, unter anderem Gebrauchsgrafik und Schrift. Nach dem Studium betätigte sie sich in vielfacher Weise künstlerisch, so schuf sie Buchillustrationen, Fotostudien, Macrofotografien, Web-Art-Gobelins, Öl- und Acrylgemälde, Aquarelle, Collagen und Objekte sowie Gedichte.

Posthum zum 115. Geburtstag Ernst Erbes zeigte die Universitätsbibliothek Hagen in einer Ausstellung vom 10. Februar bis 23. März 2009 zahlreiche Arbeiten aus vier Jahrzehnten kreativen Schaffens. Die Tochter des Künstlers, Leihgeberin Ute Kugel-Erbe, beantwortete im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung Fragen zum Werk ihres Vaters.

Ausstellungen

Literatur

Commons: Ernst Erbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Dietmar Bleidick: Aral. 125 Jahre Kraftstoffwirtschaft in Deutschland, Band 1: Von den Anfängen bis 1945, Waxmann Verlag GmbH 2024, S. 306.
  2. ↑ Westfalenpost – Buchpräsentation bei Thalia über Werbegrafiker Ernst im Jahr 2009.
  3. ↑ ERNST ERBE (Umschlaggestaltung): Druckluft, Zeitschrift für Druckluft-Technik und -Wirtschaft einschließlich der Druckgase, 1. Jahrgang Heft 5, Verlag Dessau, Mai 1934.
  4. ↑ Jubiläumskatalog 100 Jahre HAGENRING 1924–2024; Hrsg. Hagenring e.V., BasseDruck Hagen, Oktober 2023, S. 11.
  5. ↑ Seit 100 Jahren für Hagen Heimatbund 1925–2025; Hrsg. Hagener Heimatbund e.V., ardenkuverlag Hagen, Oktober 2025, S. 106, 162.
  6. ↑ Adreßbuch (Einwohnerbuch - Wohnungsbuch) 1927 der Stadt und des Kreises Hagen nebst der Stadt Hohenlimburg (1927), S. 194.
  7. ↑ Architekturführer der Stadt Hagen: Stadt Hagen, Vorstandsbereich für Stadtentwicklung und Bauen (Hrsg.), ardenkuverlag Hagen 2005, Objekt Nr. 66, S. 101; ISBN 3-932070-65-8.
Personendaten
NAME Erbe, Ernst
KURZBESCHREIBUNG deutscher Künstler und Grafiker
GEBURTSDATUM 31. März 1894
GEBURTSORT Hagen
STERBEDATUM 24. Oktober 1967
STERBEORT Hagen