Ernst Finken (* 2. Februar 1855 in Werningerode; † 15. August 1927 in Köln-Rodenkirchen) war ein deutscher Gartenarchitekt und Landschaftsgärtner im Rang eines Königlichen Gartenbaudirektors.
Ausgebildet im schlesischen Proskau und weitergebildet an der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam, Preußens höchster Bildungsstätte für den Gartenbau unter Wilhelm Lauche, wurde er Mitarbeiter von Jens Person Lindahl beim Entfestigungsprojekt Würzburger Ringpark, der Gebrüder Siesmayer in Frankfurt-Bockenheim, dann Obergärtner und Lehrer für Feldmessen der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam unter Ferdinand Jühlke und Franz Vetter.
Nachdem Ernst Finken 1887 mit seinen preisgekrönten Stadtgartenentwürfen für Lissabon und den Volksgarten Köln Bedeutung erlangte, wurde er als Nachfolger von Julius Niepraschk 1891 Direktor der Flora Köln und ihrer höheren Gärtnerlehranstalt.
1896 machte er sich als Gartenarchitekt und Landschaftsgärtner in Köln selbständig, gründete eine Baumschule in Köln-Ehrenfeld und hatte seit 1898 sein vornehmlich in den Rheinlanden wirkendes Planungsbüro in der Großen Witschgasse 46–48. Schwerpunkte waren Aachen und der Kölner Raum. Bekannt sind die Arbeiten Neuss, Anholt und Bochum sowie zwei Friedhofsanlagen in Remscheid. Pläne zu Villengärten auf der Marienburg in Köln sind im Nachlass Erwin Barth erhalten. Für seinen Entwurf für die gärtnerische Umgestaltung der Wallanlagen von Ahlen erhielt Finken auf der Weltausstellung Paris 1900 die Goldmedaille. Ebenso ist die von Finken umgestaltete Wallanlage von Lemgo erhalten.
Die Mitwirkung am Würzburger Ringpark war Ausgangspunkt seiner städtebaulich orientierten Großprojekte in Köln, Neuss, Ahlen und Lemgo, deren Prinzipien Finken im Jahre seiner Ernennung zum Königlichen Gartenbaudirektor unter dem Titel Die Gartenkunst im Dienste des modernen Städtebaus veröffentlichte. Namentlich ist der aus Würzburg gebürtige Ernst Schneider in seinem Werk Finken gefolgt.
Als Spezialist für Entfestigungen stand er in Verbindung mit Josef Stübben, was auch Planungen für Luxemburg umfasste.
Finken führte im Rahmen der Stadterweiterung den Fortbau der Flora und des Zoologischen Gartens in Verbindung mit Direktor Ludwig Wunderlich bis zum Ersten Weltkrieg fort.
Da sein Volkspark-Entwurf die Grundlage der Kölner Stadtwereiterung war, zeigte die Stadt 1903 im Rahmen der ersten deutschen Städtebau-Ausstellung Dresden das von Finken neu geschaffene Modell des Kölner Volksgartens – und traf dort wohl mit Fritz Schumacher zusammen.
In Verbindung mit Carl Rehorst war Finken bei der Osterweiterung Deutz im Rahmen der Kölner Werkbundausstellung 1914 beteiligt. Der Garten Finken dort war das Gartenfoyer des Werkbund-Theaters von Henry van de Velde. Finken war ebenso an der Südöffnung Kölns beteiligt, dem 1910 eröffneten Golfplatz Marienburg-Rodenkirchen. Dem Haupteingang gegenüber lag die 1905 gegründete neue Baumschule, deren Areal mit dem Wohnhaus Finken von 1910 als Finkens Garten weiterbesteht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Finken, Ernst |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Gartenarchitekt |
| GEBURTSDATUM | 2. Februar 1855 |
| GEBURTSORT | Werningerode |
| STERBEDATUM | 15. August 1927 |
| STERBEORT | Köln-Rodenkirchen |