Ernst Michael Kopper

Ernst Michael Kopper (2009)

Ernst Michael Kopper (* 22. Juni 1945 in Sankt Marein bei Graz, Steiermark; † 2. September 2024 in Wien) war ein österreichischer Architekt.

Leben

Ernst M. Kopper studierte Architektur an der Technischen Universität Graz und diplomierte im Jahre 1971 bei Karl Augustinus Bieber. Von 1973 bis 1975 war er Mitarbeiter von Richard J. Dietrich bei Die Metastadt in München. Er bearbeitete die Bereiche Entwurf, Städtebau und technische Entwicklung.

Während des Neubaus des AKH Wien war Ernst M. Kopper von 1975 bis 1984 Bereichsleiter der Architekturabteilung der Architekten AKH und verantwortlich für alle Sonderbauten am Gelände. 1984, nach Verleihung der Befugnis, nahm er in Bürogemeinschaft mit Architekt Martin Köhler die selbstständige Tätigkeit in Wien auf. Nach dem Tod von Martin Köhler im Jahr 1990 übernahm Kopper die alleinige Büroführung mit unterschiedlichen wiederkehrenden projektbezogenen Partnerschaften, u. a. mit Croce & Klug und Johannes Zeininger.

Bedeutend ist die ARGE Architekten Altes AKH bestehend aus den Architekten Hugo Potyka, Friedrich Kurrent, Johannes Zeininger, Sepp Frank und Ernst M. Kopper, die für die Umnutzung und Sanierung des Altes Allgemeines Krankenhaus Wien zum Campus der Universität Wien in den Jahren 1993 bis 1998 verantwortlich war.

Malerei und Film

Parallel zum Studium der Architektur beschäftigte sich Ernst M. Kopper autodidaktisch mit der Malerei. 1971 nahm er am 1. Grazer Kunstmarkt und 1972 am 2. Grazer Kunstmarkt von Rainer Verbizh teil. Nach der Begutachtung seiner Arbeiten durch die Neue Galerie Graz erhielt er ein Stipendium der steirischen Landesregierung, welches ihm in den Jahren 1972 bis 1973 einen Studienaufenthalt in Rom ermöglichte.

Von 1980 bis 1984 erfolgte die Umsetzung des Videoprojektes „Kulturverhalten in Niederösterreich“ mit der Gruppe „Grund 100 Hollabrunn“, gefördert durch das Land Niederösterreich und der Ausführung mit Gustav Deutsch. Zeitgleich wurde durch Subvention der Länder Wien und Niederösterreich die Gründung der Medienwerkstatt Wien möglich.

Von 1989 bis 1991 lief das Filmprojekt „Welt/Zeit 25812 min“ mit Gustav Deutsch, gefördert vom BMUK. Eine Kamera macht eine Weltreise und dabei jede Minute ein Bild ohne Motivwahl. Die Vorführung läuft in Normalgeschwindigkeit (24 fps).

Alternative Lebensweisen

Im Jahr 1973 nahm Kopper an einer von ihm mitorganisierten sechswöchigen Selbsterfahrungsgruppe in Salina teil, aus der 1975 die Gruppe Grund 100 entstand. Diese erwarb den Nexenhof mit der Zielsetzung, gemeinschaftlich die Integration von Wohnen und Arbeiten, landwirtschaftliche Produktion für den täglichen Bedarf, Architekturarbeit und kritische Beobachtung von Umwelt und Gesellschaft zu leben. Die Gruppe löste sich 1980 auf.

Bauten und Entwürfe (Auswahl)

Filmografie

Auszeichnungen und Preise

Publikationen

Commons: Ernst Michael Kopper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ POSITION-N. 17 In: position-n.at, abgerufen am 15. März 2021
  2. ↑ Die einfachen Dinge. Österreichisches Filmmuseum, archiviert vom Original; abgerufen am 2. November 2024.
  3. 1 2 Welt/Zeit 25812 min. In: sixpackfilm. Abgerufen am 17. März 2026.
  4. ↑ Gustav Deutsch, Ernst Kopper: Videoprojekt Gruppe Grund 100 / Nexenhof. 1979.
  5. ↑ Campus Vienna Biocenter. 9. April 2015, abgerufen am 17. März 2026.
  6. ↑ FULKUR on Vimeo. In: vimeo.com, abgerufen am 15. März 2021
  7. ↑ Christian Kaufmann: StR Ludwig ehrt Stadtsoziologen Gutmann sowie Architekten Henke und Kopper. In: ots.at. PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien, 2. November 2016, abgerufen am 15. März 2021.
Personendaten
NAME Kopper, Ernst Michael
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Architekt
GEBURTSDATUM 22. Juni 1945
GEBURTSORT Sankt Marein bei Graz, Steiermark
STERBEDATUM 2. September 2024
STERBEORT Wien