Ernst Schick

Ernst Johann Christoph Schick (* Oktober 1756 in Den Haag; † 11. Dezember 1815 in Berlin) war ein deutscher Geiger und Komponist.

Leben

Schick kam mit seinem Vater, einem Tanzmeister, in jungen Jahren nach Amsterdam und erlernte dort das Violinspiel. Sein Lehrer war Johann Adam Kreusser (1732–1791), der Leiter des Amsterdamer Theaterorchesters.

1774 wurde Schick Mitglied der Mainzer Hofkapelle des dortigen Kurfürsten Friedrich Karl Joseph von Erthal, wo er unter Vincenzo Righini zweiter Kapellmeister war. Ab 1788 fungierte er außerdem als Kapellmeister am Mainzer Nationaltheater. Am 22. Februar 1789 heiratete er in Mainz die Sängerin Margarete Luise Hamel (1768–1809).

Im Sommer 1782 unternahm Schick eine Konzertreise nach Berlin, wo er am 26. Juli und 12. September im Konzertsaal des Gastwirts Johann Friedrich Corsica (1738–1811) auftrat. Weitere Stationen dieser Tournee waren Warschau und Hamburg. Dort spielte Schick Mitte August in einem Privatkonzert eines der bahnbrechenden, 1781 erschienenen Sechs Streichquartette op. 33 von Joseph Haydn, – zusammen mit Friedrich Benda (2. Violine), A. (?) Hofmann (Viola) und Jean-Balthasar Tricklir (Violoncello). In Hamburg konzertierte er am 9. und 16. November noch im Schauspielhaus am Gänsemarkt, am 17. November in einem Privatkonzert des Musikalienhändlers Johann Christoph Westphal (1727–1799) sowie am 1. März 1783.

Zu Schicks Mainzer Schülern zählten Johann Kreusser (1763–1833) und George Bridgetower (1778–1860), dessen Vater von 1786 bis 1788 Kammermohr am Mainzer Hof war.

Im Winter 1792/93 hielten sich Schick und seine Frau in Frankfurt am Main auf und trafen dort mit König Friedrich Wilhelm II. zusammen, der ihnen ein Engagement in Berlin anbot. 1793 zog das Ehepaar daraufhin in die preußische Metropole, wo Schick eine Anstellung an der Königlichen Kapelle erhielt. 1813 wurde er zum Konzertmeister ernannt.

Schick wohnte zuletzt in der Friedrichstadt in dem Haus Friedrichstraße 179 Ecke Taubenstraße. Er leitete noch am 10. Dezember 1815 ein Konzert der Gebrüder Müller und starb in der Nacht darauf „am Schlagflusse“. Am 15. Dezember wurde er beerdigt.

Werke

Von Schick erschienen ab 1783 sechs Violinkonzerte im Druck, außerdem einige Lieder.

Nachkommen

Ernst Schick und seine Frau hatten mehrere Kinder:

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Nach der offiziellen Angabe im Sterbebuch der katholischen Gemeinde St.-Hedwig in Berlin (Nr. 150/1815) starb Ernst Schick am 11. Dezember 1815 „nachts“. Original in Berlin, katholische Kirchengemeinde Pfarrei Bernhard Lichtenberg, Gemeindebüro Herz Jesu.
  2. ↑ Axel Beer, Ernst Schick – Neues zu seinen Konzertreisen, in: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte, Nr. 88 vom Juni 2016, S. 56–58, hier S. 57
  3. ↑ Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 132 vom 17. August 1782, S. 4 (Digitalisat)
  4. ↑ Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 182 vom 13. November 1782, S. 6 (Digitalisat)
  5. ↑ Josef Sittard, Geschichte des Musik- und Concertwesens in Hamburg vom 14. Jahrhundert bis auf die Gegenwart, Altona und Leipzig: Reher 1890, S. 129–131 (Digitalisat)
  6. ↑ Allgemeiner Straßen- und Wohnungs-Anzeiger für die Residenzstadt Berlin, hrsg. von Salomo Sachs, Berlin 1812, S. 23: „Schick, Dirigens der ersten Violine, Friedrichsstraße 179“. (Digitalisat) – Das nächste Adressbuch erschien erst 1819.
  7. ↑ Todesanzeige, in: Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen, Nr. 151 vom 19. Dezember 1815, Beilage, S. 5. Demnach starb Schick bereits „am Sonntage den 10ten d. Abends zwischen 10 und 11 Uhr“ (Digitalisat). Korrekt dürfte aber die offizielle Angabe im Sterbebuch sein, das den 11. Dezember nennt.
  8. ↑ Siehe Website DIKON
  9. ↑ Katholische Gemeinde St.-Hedwig in Berlin, Taufbuch, S. 167
  10. ↑ Katholische Gemeinde St.-Hedwig in Berlin, Taufbuch, S. 235
Personendaten
NAME Schick, Ernst
ALTERNATIVNAMEN Schick, Ernst Johann Christoph (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Geiger und Komponist
GEBURTSDATUM Oktober 1756
GEBURTSORT Den Haag
STERBEDATUM 11. Dezember 1815
STERBEORT Berlin