Ernst Voit

Ernst Eduard Voit (* 14. April 1838 in Speyer; † 14. Februar 1921 in München) war ein deutscher Physiker und Hochschullehrer.

Das Grab von Ernst Voit und seiner Ehefrau Eugenie geborene Lange auf dem Waldfriedhof (München)

Leben

Ernst Voit war das jüngste Kind aus der 1. Ehe seines Vaters, des Architekten August von Voit, mit Mathilde, geborene Burgett (1808–1845). Nach der Übersiedlung der Familie 1841 nach München wuchs Ernst Voit hier auf, zusammen mit seinen Geschwistern Karl, August (1834–1900) und Amalie (1836–1904) und mehreren Halbgeschwistern aus der 2. Ehe des Vaters.

Voit studierte Physik und promovierte zum Dr. phil. 1864 las er als Privatdozent am Polytechnikum – ab 1865 „Polytechnische Hochschule“ – in Karlsruhe, ab 1868 wirkte er als Professor an der „Königlichen Industrieschule“ in München. An der „Polytechnischen Schule“ in München hielt er Vorlesungen über Dynamomaschinen zunächst wieder als Privatdozent, ab 1885 als ordentlicher Professor für Angewandte Physik im Bereich Heizungs- und Elektrotechnik. Auf den elektrotechnischen Ausstellungen 1882 in München und 1883 in Wien war er als Spezialist für technische Optik für die Durchführung von Lichtmessungen zuständig. Am 19. Juli 1886 erfolgte seine Wahl (Matrikel-Nr. 2582) in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Sektion Physik. Ab 1893 war er Vorsitzender des „Münchener Elektrotechnischen Vereins“, ab 1898 Vorstand für die mechanisch-technische Abteilung der Hochschule, an der er auch die Prüfungskommission im Fachbereich Physik leitete. Beteiligt war er an den Arbeiten der 1900 gegründeten „Münchener elektrotechnischen Versuchsanstalt“.

Während seine Vorlesungen in Bezug auf wissenschaftliche Kompetenz und Aktualität kritisiert wurden, werden seine Leistungen auf dem Gebiet der technischen Optik hervorgehoben, unter anderem seine Zusammenarbeit mit dem Physiker Philipp Ludwig von Seidel und dem Optiker Hugo Adolph Steinheil in München. Unter der Leitung von des letzteren Vater Carl August von Steinheil führte er ab 1868 Untersuchungen zum Verhalten von Rädern auf Eisenbahnschienen und Längenmaßvergleichungen durch, worüber Steinheil in einer Sitzung der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften in München berichtete. Ab 1870 arbeitete er am geodätischen Institut in Potsdam an Steinheils „Fühlspiegelkomparator“. 1883 veröffentlichte er seine Wägungsreihen mit verschiedenen Steinheilschen Bergkristall-Kilogrammgewichten. Mit dem Physiker Hugo Krüss entwickelte er ein Spectro-Photometer. Von 1899 bis 1907 gab er die 10 Bände der „Sammlung elektrotechnischer Vorträge“ bei Ferdinand Enke, Stuttgart, heraus.

1870 heiratete Voit Eugenie Antonie Lange (1844–1929), Tochter des Landschaftsmalers Julius Lange und Schwester des Direktors der Kunstgewerbeschule in München, Emil von Lange (1841–1926). 1889 erwarb er ein Haus in München (Barerstr. 33). Der Ehe entstammten drei Söhne und eine Tochter.

Auszeichnungen

Quelle:

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ der Internist und Professor Fritz Voit war ein Sohn des Bruders Karl
  2. ↑ Mitgliedseintrag von Ernst Voit bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 4. November 2017.
  3. ↑ https://www.hermann-foettinger.de/ausbildung/ausbildung.htm
  4. ↑ König (1995), S. 62
  5. ↑ Hashagen (2003), S. 303
  6. ↑ von Steinheil: Beitrag zur Geodäsie, in: Sitzungsberichte der k.b.Akademie der Wissenschaften (1868), S. 466, 494, 496
  7. ↑ Lueger (1907), S. 571–572: Komparator, eine Vorrichtung zu Maßvergleichungen und zur Bestimmung der Ausdehnungskoeffizienten von Meßwerkzeugen. Der Komparator wird z..B. benutzt zur Bestimmung der Länge von Urmaßen, Normalen, Basisapparaten und Längenmeßinstrumenten.
  8. ↑ Cornelia Meyer-Stoll (2010), S. 234
  9. ↑ Hugo Krüss: Die elektro-technische Photometrie. Hartleben, Wien 1886
  10. ↑ Voit, Ernst: Familien-Bogen (München, Stadtarchiv)
  11. ↑ Leopoldina (1897), S. 32
Personendaten
NAME Voit, Ernst
ALTERNATIVNAMEN Voit, Ernst Eduard (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Physiker und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 14. April 1838
GEBURTSORT Speyer
STERBEDATUM 14. Februar 1921
STERBEORT München