

Erwin Reidinger (* 11. Februar 1942 in Wiener Neustadt) ist ein österreichischer Bauingenieur.


Erwin Reidinger besuchte die Hauptschule und die HTL Mödling, anschließend absolvierte er das Studium Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Wien und graduierte 1968 zum Diplomingenieur. Von 1968 bis 1974 war er in einem Zivilingenieurbüro tätig. Er war seit 1974 Amtssachverständiger für Bauwesen und von 1992 bis 2002 Abteilungsleiter im Amt der Landesregierung Niederösterreich. 1996 wurde er mit dem Dissertationsthema Planung oder Zufall. Wiener Neustadt 1192 an der Technischen Universität Graz zum Dr.-techn. promoviert.
Erwin Reidinger engagierte sich für zahlreiche kultur- und bauhistorische Forschungen, hat Baustellen auf archäologische Details beobachtet und verschiedene Schriften dazu vorgelegt. Er hat mit vielen anderen in fünf Jahren mit jährlich 2000 freiwilligen Stunden an der Erhaltung der Filialkirche Winzendorf Mariä Himmelfahrt gearbeitet und Winzendorf erhielt 1991 dafür den Europa-Nostra-Preis. Er hat auf dem Gebiet der Geodäsie und Archäoastronomie zu historischen Absteckpunkten, Ostung und Achsknick von Kirchen und wie Klaus Humpert zur Stadtplanung und Absteckung von mittelalterlichen Stadtgründungen und Stadterweiterungen geforscht und ist dabei zu neuen Ergebnissen gelangt.
In seiner Arbeit über die Ausrichtung der Stiftskirche in Rein führt er Belege dafür an, dass der ursprüngliche romanische Kirchenbau in einzelnen Bauteilen auf Tage der Karwoche, das Triduum Sacrum, ausgerichtet war.
Erwin Reidinger ist verheiratet und hat vier Kinder und zehn Enkelkinder.
2000 wurde er von Kardinal-Großmeister Carlo Kardinal Furno zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 23. September 2000 durch Maximilian Fürnsinn, Großprior der österreichischen Statthalterei, investiert.

Erwin Reidinger möchte eine neue Forschungsdisziplin Bautechnische Archäologie begründen, die bautechnische, geodätische und astronomische Methoden verbindet, um antike Tempel zu rekonstruieren. Ausgehend von einem Abknicken der Ostmauer der herodianischen Tempelplattform, das er unter Zuhilfenahme von Ez 42 EU mit der Nordostecke des salomonischen Tempels identifizierte, glaubte Reidinger die Mittelachse des salomonischen Tempels festlegen zu können. Er ermittelte sodann, wann während der Regierungszeit Salomos die Sonne am 1. Tag Pessach durch diese Mittelachse aufging, und kam zu dem Schluss, dass der Bau am 18. April 957 v. Chr. begonnen worden sei. Es handelt sich hierbei um eine Außenseiterthese, die im Übrigen voraussetzt, was von Finkelstein und anderen in Frage gestellt wird, nämlich dass Salomo den Tempel erbaute.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reidinger, Erwin |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Bauingenieur |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1942 |
| GEBURTSORT | Wiener Neustadt |