Erwin Bader (* 10. Oktober 1943 in Schladming) ist ein österreichischer Professor für Philosophie im Ruhestand.
Erwin Bader wurde als Sohn des Lehrers und Kunstmalers Ernst Petrus Maria Bader und der Lehrerin Ludmilla Bader geboren.
Er studierte zuerst Psychologie, Philosophie und Zoologie in Graz, dann Politikwissenschaft und Rechtsphilosophie bei René Marcic in Salzburg, später auch katholische Religionspädagogik. Während seiner Studienzeit war er im Verband Sozialistischer Studentinnen und Studenten Österreichs (VSStÖ) in Graz und auf Bundesebene aktiv.
Er war Universitätslektor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Salzburg, dann Religionslehrer an höheren Schulen in Wien und nach einigen Jahren als Assistent bei Norbert Leser zuletzt ao. Universitätsprofessor am Institut für Philosophie der Universität Wien, mit eingeschränkter Lehrtätigkeit für Sozialphilosophie.
Sein besonderes Interesse gilt Fragen der Ethik, des Weltethos, der Sozial- und Religionsphilosophie (Dialog der Religionen) sowie der christlichen Soziallehre. Er wirkte lange Zeit als Vorsitzender des Universitätszentrums für Friedensforschung in Wien und ist jetzt als Vizepräsident der Initiative Weltethos Österreich aktiv.
Im Ruhestand arbeitet Bader weiterhin an der Universität, betreut Studenten, schreibt Bücher und Aufsätze und hält Vorträge sowie gelegentlich auch Predigten. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und sechs Enkel.
Über die Philosophie hinaus hat Bader auf interdisziplinäre und internationale Kooperation geachtet. Er kooperierte mit zahlreichen Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen. Nach dem Urteil des Marxismus-Forschers Norbert Leser hat Bader „den exakten Nachweis erbracht, dass die Marx zugeschriebene Lehre vom Absterben des Staates eigentlich eine Schöpfung des Mitstreiters von Karl Marx, nämlich Friedrich Engels ist.“
Bader hat an der Universität Wien und darüber hinaus den Dialog der Religionen praktiziert und gefördert. Viele seiner Publikationen betreffen Personen, deren Bedeutung in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit bis dahin nicht gewürdigt worden waren.
Im Rahmen der Friedensforschung betonte Bader die friedensstiftenden Möglichkeiten auf der Grundlage echter Neutralität und verlangte die Ächtung der Atombombe (Kriegsverbrechen).
Über seine wissenschaftliche Aktivität hinaus erwarb er internationale Aufmerksamkeit durch seine Anfechtung der Volksabstimmung über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union beim Verfassungsgerichtshof mit Unterstützung von Inge Rauscher zur Beschaffung der notwendigen Unterschriften und der Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, unterstützt von Freda Meissner-Blau. Auch sein konsequentes Eintreten für die Beibehaltung der immerwährenden Neutralität Österreichs fand Beachtung.
| Personendaten | |
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| NAME | Bader, Erwin |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Philosoph und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 10. Oktober 1943 |
| GEBURTSORT | Schladming |