Erwin Leibfried

Erwin Heinrich Leibfried (* 14. Januar 1942 in Frei-Weinheim; † 1. August 2019 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Literaturwissenschaftler, Verleger und Autor. Von 1973 bis 2006 hatte er die Professur für Allgemeine Literaturwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen inne.

Leben

Am 14. Januar 1942 wurde Erwin Leibfried als Sohn einer Bauern- und Handwerksfamilie in Frei-Weinheim geboren. Nach dem Besuch des Sebastian-Münster-Gymnasiums in Ingelheim am Rhein nahm er 1961 das Studium der Philosophie, Psychologie, Germanistik und der Sportwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf. 1966 absolvierte er das Lehrerexamen in Deutsch und Sport in Mainz, worauf sich 1969 die Promotion anschloss. Nach seiner Promotion trat Erwin Leibfried eine Stelle als Assistenzprofessor für Philosophie an der Universität Trier an. 1973 folgte er einem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen als Professor für Literaturwissenschaft. Seinen Forschungsschwerpunkt bildeten Hermeneutik und Ästhetik.

1986 rief Leibfried die Phoibos-Apollon-Gesellschaft für Kultur und Wissenschaft e. V. ins Leben. Der Verein befasst sich mit wissenschaftlich fundierten Ausstellungen, die u. a. in Gießen, Ingelheim, Wiesbaden, Wien, Frankfurt am Main und Chemnitz gezeigt wurden.

1987, zum 100. Todestag des niederländischen Schriftstellers Multatuli, gründete Leibfried die Internationale Multatuli-Gesellschaft, welche die Erinnerung an den Autor pflegt. Er saß der Gesellschaft als Präsident vor.

1990 gründete er gemeinsam mit seiner Ehefrau Barbara Leibfried die Deutsche Akademie auf Mallorca. Im Rahmen der Akademie organisierte das Ehepaar literaturwissenschaftliche Vorträge in Palma und anderen mallorquinischen Städten.

1998 wurde durch die Initiative von Leibfried und Sascha Feuchert sowie der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich die Arbeitsstelle Holocaustliteratur am damaligen Institut für Neuere deutsche Literatur, heute Institut für Germanistik, an der Universität Gießen eingerichtet. Ziel der Arbeitsstelle ist die literaturwissenschaftliche und didaktische Untersuchung sowie Aufbereitung von Texten der Holocaustliteratur. Erwin Leibfried leitete die Arbeitsstelle bis 2008.

In den Jahren 1997–2001 wirkte er als deutscher Koordinator des europäischen Tempus-Phare-Programms, das für Germanistikstudenten der Universität Stettin bestimmt war.

Erwin Leibfried betrieb den Verlag litblockín. Seit 1998 war er Herausgeber des Wissenschaftlichen Literaturanzeigers.

Preise und Auszeichnungen

Bibliografie

Reihenherausgeber

Übersetzungen

Artikel in Lexika

Einzelnachweise

  1. ↑ Kurier Szczeciński: Na reformę zarządzania i nauczania. Tempus dla uczelni. 12. März 1998 (polnisch).
  2. ↑ Ryszard Lipczuk: Germanistyka zakończyła Tempus, „Przegląd Uniwersytecki. Pismo Uniwersytetu Szczecińskiego“ (7-9), 2001, S. 45.
  3. ↑ Siehe Seite des Peter Lang Verlages über die Reihe Archivlink (Memento vom 15. August 2014 im Internet Archive)
Personendaten
NAME Leibfried, Erwin
ALTERNATIVNAMEN Leibfried, Erwin Heinrich (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Literaturwissenschaftler
GEBURTSDATUM 14. Januar 1942
GEBURTSORT Frei-Weinheim
STERBEDATUM 1. August 2019
STERBEORT Frankfurt am Main