Erwin Reiters Plastik Strömung an der Linzer Donaulände, Forum Metall
Erwin Reiter besuchte von 1949 bis 1953 die Holzfachschule Hallstatt in Hallstatt und studierte dann bis 1959 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Fritz Wotruba. 1964 war er dessen Mitarbeiter am Relief für die Universität Marburg. 1968 wurde Erwin Reiter Lehrbeauftragter an der Akademie bei Wander Bertoni. Reiter zählte zum Kreis jener Künstler, die von Otto Mauer mit der Galerie nächst St. Stefan gefördert und deren Werke für die Sammlung angekauft wurden. 1973 erhielt er die Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Gestaltung in Linz, an der er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 die Meisterklasse für Bildhauerei leitete.
Reiter war ein Mitbegründer der Schulgalerie Oberösterreich und des Vereins Kunst Julbach. Er lebte und arbeitete in Wien und Oberösterreich.
Seit 1959 war Reiter mit der Textilkünstlerin Edda Seidl-Reiter verheiratet, aus der Ehe stammen zwei Töchter. 1997 gründete er mit seiner Frau den St.-Anna-Preis, der an Personen aus Oberösterreich, Bayern oder Tschechien verliehen wird, die sich besonders für die Kunst in diesen Landesteilen eingesetzt haben.
Werk
Plastik Stürzender Astronaut im Dr.-Franz-Koch-Hof, Wien 21.
Charakteristisch für Reiters Arbeiten ist die Welle bzw. Strömung, die seine typischen Figuren sowohl im Bild als auch in der Plastik (meist aus Chrom-Nickelstahl) formt. „Strömung“ ist auch der Name jener Figur, die seit dem Forum Metall im Jahr 1977 am Linzer Donauufer steht und ein häufig verwendetes Motiv auf vielen Linzer Postkarten darstellt. Außerhalb von Ausstellungs-, Museums- und Sammlerräumen stehen Reiters Werke an der Salzburger Autobahnabfahrt Schwarzach, an der Einfahrt des Ortes Kollerschlag, sowie in Form von Brunnenarbeiten in Julbach und bei der Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation. Weiters befindet sich in Julbach ein frei zugängliches Freilichtmuseum, ein Platz, auf dem vor allem die Arbeiten zum „Platz der Menschheit (Plaza)“ sowie zum Thema „Hukepak“ besichtigt werden können. Die Figuren „Strömung" und „Gene-Twins“ waren in der Fernsehserie SOKO Donau zu sehen.
Ausstellungen (Auswahl)
(Quellen: )
Einzelausstellungen
1966: Galerie Abstracta, Freiburg, Plastiken und Handzeichnungen. Erwin Reiter.
1966: Galerie nächst St. Stephan, Wien, Wiener Schule.
1969: Galerie Nouvelles Images, Den Haag (gemeinsam mit Peter Bischof)
1970: Galerie Schiessel, Köln und Künstlerhausgalerie, Wien
1975: Kunstverein La Jeune Gravure Contemporaine in Paris
1978: Moderne Skulpturen aus Österreich. Museum Lehmbruck, Duisburg
1979: Viegeland Museum, Oslo / Neue Kunsthalle, Soedertalje, Stockholm / Skulptures Modernes d’Autriche. Staatsmuseum Luxemburg / Nordjyllands Kunstmuseum, Aalborg / Modern Suiboku Painters Art Exhibition. Metropolitan Art Museum, Tokio
1980: Art 11’80. Internationale Kunstmesse Basel / Galeria Sztuki Wspolczesnej, Jelenia Góra / Kulturpalast Warschau / Salon Sztuki, Krakau / Museum für angewandte Kunst, Zagreb
2007: Andernorts II, Künstlervereinigung MAERZ. Galerie Města Plzně, Pilsen
2008: Das Antlitz Christi in der zeitgenössischen Kunst, Il Volto di Cristo nell’arte contemporanea. Domschatz- und Diözesanmuseum Passau, Museo Diocesano d'Arte Sacra Brescia
2010: Wotruba Schule – Skulptur als Markenzeichen.NÖ Art 2010. verschiedene Orte in Niederösterreich
↑Künstlergilde Salzkammergut (Hrsg.):Landschaftsbilder Bildlandschaften, Kunst im Salzkammergut III. Bibliothek der Provinz, Weitra 2008, ISBN 978-3-85252-887-8, S.136.
↑Galerie der Kunst Karlovy Vary (Hrsg.):Erwin Reiter. Energie und Konstruktion. Karlsbad / Karlovy Vary 2023, ISBN 978-80-88319-57-3.
↑Galerie Gabriel (Hrsg.):Erwin Reiter, Werkmonografie, Skulpturen 1948–1980. A. F. Koska, Wien / Berlin 1980, S.223–229.
↑MAERZ Künstlervereinigung (Hrsg.):ANDERNORTS II, Künstlervereinigung Linz. Linz 2007.
↑Domschatz- und Diözesanmuseum Passau, Museo Diocesano d’Arte Sacra Brescia, Künstlerseelsorge Passau, Associazione Arte e Spiritualità (Hrsg.):Das Antlitz Christi in der zeitgenössischen Kunst. Il Volto di Cristo nell’arte contemporanea. Passau / Brescia 2008.
↑NÖART – Niederösterreich Gesellschaft für Kunst und Kultur (Hrsg.):Wotruba Schule – Skulptur als Markenzeichen, NÖ Art 2010. St. Pölten 2010, ISBN 978-3-9502874-2-4.
↑Kultur- und Kunstverein Triftern, Alte Post (Hrsg.):Wege nach Wotruba. Bildhauerische Positionen in der Nachfolge von Fritz Wotruba. Triftern 2024.
↑Erwin Reiter. Galerie nächst St. Stephan: Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum Graz. 11. Jän. bis 4. Feb. 1968. Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, 1968 (google.de[abgerufen am 6.Mai 2026]).
↑Lentos Kunstmuseum Linz, Brigitte Reutner:Erwin Reiter. In: Lentos Kunstmuseum Linz: Skulpturen, Plastiken, Objekte: die Sammlung. Lentos Kunstmuseum, 2006, ISBN 978-3-902223-11-1, S.204 (google.de[abgerufen am 6.Mai 2026]).