| Eschatornis | ||||||||||||
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| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Oberes Pleistozän | ||||||||||||
| 25 .000 Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Eschatornis | ||||||||||||
| Machado, Vasconcelos, Vilaboim Santos, Parisi Dutra, Cartelle, Câmara, Dantas & Degrange, 2026 | ||||||||||||
Eschatornis ist eine ausgestorbene Gattung aus der Familie der Phorusrhacidae („Terrorvögel“). Der relativ kleine Vertreter von rund 6 kg Körpergewicht ist lediglich über einen fragmentierten Beinknochen bekannt. Das Stück stammt aus dem ostbrasilianischen Bundesstaat Bahia. Mit einer Stellung im Jungpleistozän und einem absoluten Alter von gut 25.000 Jahren handelt es sich um den bisher jüngsten, eindeutig bestimmten Angehörigen der Familie. Vermutlich lebten die Tiere in offenen Waldlandschaften. Die Gattung wurde im Jahr 2026 wissenschaftlich eingeführt. Es ist eine Art anerkannt.
Eschatornis ist ein kleiner Angehöriger der Phorusrhacidae. Als Belegfunde für die Gattung liegt lediglich ein linker Tibiotarsus vor, dem allerdings der obere, körpernahe Abschnitt fehlt. Am unteren Gelenkende erreichte der Knochen eine Breite von 1,6 cm. Anhand der Größe des Fundes kann auf ein Gewicht des Vogels von rund 6,1 kg geschlossen werden. Der Schaft wies einen ovalen Querschnitt auf. An dessen Vorderseite schnitt eine markant ausgeprägte Rinne ein, der Sulcus extensorius. Ihren unteren Abschnitt überspannte wiederum ein Knochensteg, die Pons supratendineus. Beide nahmen die Sehnen der Unterschenkelmuskulatur auf und sind typische Charakteristika der Phorusrhacidae. Der Knochensteg stand bei Eschatornis nicht ganz so schräg im Bezug zur Längsachse des Schaftes, wie es bei Psilopterus der Fall war, wies aber eine größere Breite auf als bei letztgenannter Form. Das untere Ende der Rinne zeigte sich deutlicher ausgeprägt als bei Mesembriornis. Die Rollen des unteren Gelenkendes standen bei Eschatornis leicht schräg zueinander. Die innere Gelenkrolle war dabei massiver als die äußere und kragte weiter aus. Auch das ist typisch für die „Terrorvögel“, war aber bei Psilopterus nicht ganz so deutlich entwickelt.
Bisher liegt von Eschatornis lediglich ein fragmentierter Tibiotarsus vor. Dieser stammt aus der Höhle Toca dos Ossos, welche sich in der Gemeinde Ourolandia im zentralen Norden des brasilianischen Bundesstaates Bahia befindet. Es handelt sich hierbei um ein weit verzweigten Höhlensystem, das insgesamt 14,2 km lang ist und die Kalksteine der Caatinga-Formation durchzieht. Diese wiederum ist am rechten Flussufer des Rio Salitre aufgeschlossen. Das Höhlensystem erlangte durch seine zahlreichen Fossilfunde Bekanntheit. Vertreten sind größere und kleinere Säugetiere, darunter Faultiere, Gepanzerte Nebengelenktiere, Rüsseltiere und Nagetiere. Der Faunengemeinschaft wird allgemein ein jungpleistozänes Alter zugesprochen. Vom Vogelknochen entnommenes Probenmaterial für eine Radiocarbon-Altersbestimmung ergab Werte von 25.733 bis 25.326 Jahre vor heute. Damit ist Eschatornis der jüngste bisher bekannte, eindeutig bestimmte Vertreter der Phorusrhacidae. Lediglich aus Uruguay stammen etwas jüngere Funde, die aber keiner speziellen Form zugesprochen werden konnten.
Mit einem Körpergewicht von 6,1 kg repräsentierte Eschatornis einen mittelgroßen Beutegreifer. Anhand von Isotopenanalysen bewohnten die Tiere offene Waldsavannen oder Galeriewälder entlang von Flussläufen.
Eschatornis ist eine Gattung aus der ausgestorbenen Familie der Phorusrhacidae, die umgangssprachlich auch die Bezeichnung „Terrorvögel“ trägt. Die Gruppe vereint mittelgroße bis große, zumeist bodenlebende Vögel mit überwiegend räuberischer Ernährungsweise. Auf letzteres verweisen unter anderem das hakenförmig nach unten gebogene, spitze Ende des Schnabels sowie die greifvogelartig gestaltete Krallen. Die Phorusrhaciden stehen den heutigen Seriemas nahe, welche die offenen Landschaften Südamerikas bewohnen. Die Familie ist bereits im Verlauf des Eozäns erstmals nachweisbar. Ihren Ursprung hat sie vermutlich ebenfalls in Südamerika. Einige ältere Funde aus Antarktika wurden anfänglich auch den „Terrorvögeln“ zugeordnet, gelten heute aber zumeist als anderen Vogelgruppen zugehörig. Im Verlauf des Pliozäns erreichten die Phorusrhaciden zusätzlich Nordamerika, wo sie mit Titanis präsent waren. Die jüngsten bisher bekannten Funde stammen aus Uruguay und datieren in das ausgehende Pleistozän. Innerhalb der Phorusrhacidae gehört Eschatornis der Unterfamilie der Psilopterinae an. Hierin sind überwiegend kleinere Vertreter der Gruppe mit grazilem Körper und schlanken Gliedmaßen eingeordnet, die möglicherweise noch gewisse Flugeigenschaften besaßen. Das bekannteste Mitglied bildet Psilopterus.
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von Eschatornis erfolgte im Jahr 2026 durch ein Wissenschaftlerteam um Victor Hugo M. Machado. Sie basiert auf dem fragmentierten Tibiotarsus (Exemplarnummer MCL-A-1.795) aus der Höhle Toca dos Ossos in der Gemeinde Ourolandia des brasilianischen Bundesstaates Bahia. Das Stück stellt den Holotypus dar. Der Gattungsname setzt sich aus den griechischen Wörtern ἔσχατος (eschatos) für „letzter“ oder „äußerster“ und ὄρνις (ornis) für „Vogel“ zusammen, was auf die Stellung der Form als bisher jüngstes bekanntes Mitglied der Familie verweist. Gemeinsam mit der Gattung wurde die Art Eschatornis aterradora benannt. Das Artepitheton entspricht der latinisierten Version des portugiesischen Wortes aterradora, was so viel wie „erschreckend“ oder „furchteinflößend“ bedeutet. Es spielt auf die für die Phorusrhacidae häufig genutzte triviale Bezeichnung „Terrorvögel“ an.