Koordinaten: 42° 54′ 0″ S, 71° 19′ 58,8″ W
| Esquel | |||||
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| Allgemeines | |||||
| Offizieller Name nach MBD |
Esquel | ||||
| Authentizität | bestätigt | ||||
| Lokalität | |||||
| Land | Argentinien | ||||
| Region | Chubut | ||||
| Ort | Esquel | ||||
| Fall und Bergung | |||||
| beobachtet | nein | ||||
| Datum (Fund) | 1951 | ||||
| Beschreibung | |||||
| Typ | Stein-Eisen-Meteorit | ||||
| Klasse | Pallasit | ||||
| Gruppe | PMG | ||||
| Masse (total) | 755 kg | ||||
| Referenzen | |||||
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Esquel ist ein Pallasit aus der Hauptgruppe der Pallasite (PMG), der in der Nähe der Stadt Esquel in der argentinischen Provinz Chubut in Patagonien gefunden wurde. Der Meteorit besteht überwiegend aus großen Olivinkristallen, die in eine Eisen-Nickel-Matrix eingebettet sind.
Der Meteorit wurde wahrscheinlich bereits vor 1951 gefunden. Für seine ursprüngliche Masse existieren unterschiedliche Angaben. In der Meteoritical Bulletin Database wird heute eine Masse von 755 kg angegeben.
Die genauen Umstände und der Zeitpunkt des Fundes sind nicht sicher dokumentiert. Der argentinische Meteoritenforscher Lorenzo Orestes Giacomelli erwähnte den Meteoriten erstmals 1962 in der Zeitschrift Argentina Austral und schrieb lediglich, dass die große Masse bereits einige Jahre zuvor bei Esquel gefunden worden sei. Ihre Masse schätzte er auf etwa 1.500 kg, weitere Angaben über die Fundumstände lagen ihm damals nicht vor. Auf Grundlage dieser Veröffentlichung sowie eines Briefes Giacomellis vom 30. November 1963 wurde Esquel 1964 im ''Meteoritical Bulletin'' veröffentlicht. Dort wird der Fund auf wahrscheinlich vor 1951 datiert. Die Masse sei im Boden eingebettet gefunden worden, wurde nach Buenos Aires gebracht und habe sich dort zunächst im Besitz des Finders befunden.
Die in der frühen Literatur genannten 1.500 kg waren offenbar lediglich eine Schätzung. Der argentinische Meteoritenforscher Oscar A. Turone gab 1994 eine ursprüngliche Masse von 755 kg an. Dieser Wert wird heute auch von der Meteoritical Bulletin Database als Gesamtmasse geführt.
Der amerikanische Meteoritensammler und -händler Robert Haag erwarb in Buenos Aires einen Großteil der Masse und brachte ihn in die USA. Er bezifferte die Masse mit 680 kg. Diese Hauptmasse wurde in der Folge wiederholt zerteilt und zahlreiche daraus gewonnene Scheiben und Fragmente gelangten in Museums- und Privatsammlungen. In Haags Sammlungskatalog von 1992 wird die damals in seinem Besitz befindliche Hauptmasse mit 571 kg angegeben.
Esquel ist ein Stein-Eisen-Meteorit der Klasse der Pallasite und gehört zu den Main Group Pallasites, PMG. Charakteristisch ist die Mischung aus Olivin und einer metallischen Eisen-Nickel-Matrix.
Eine Untersuchung einer etwa einen Meter langen und rund 3.000 cm² großen Scheibe ergab einen Volumenanteil von etwa 66 % Olivin und 32 % Metall. Die Eisen-Nickel-Matrix besteht vor allem aus Kamacit und Taenit, daneben wurden unter anderem Schreibersit (0,76 %), Troilit (0,46 %) und Chromit (0,31 %) nachgewiesen.
Esquel weist die typische Struktur eines Hauptgruppen-Pallasiten auf, bei der meist fragmentierte Olivinkristalle von metallischem Eisen-Nickel umgeben sind.
Die Entstehung der Hauptgruppen-Pallasite wurde früher häufig als einfache Mischung von Material aus Kern und Mantel eines differenzierten Asteroiden beschrieben. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch eine komplexere Entwicklung. Für Esquel und verwandte Pallasite wird angenommen, dass metallische Schmelzen in bereits vorhandenes, teilweise fragmentiertes olivinreiches Gestein eindrangen. Untersuchungen von Olivinaggregaten bei Esquel und anderen Pallasiten liefern Hinweise auf eine komplexe Kollisions- und Wiederzusammensetzungsgeschichte des Mutterkörpers.
Messungen der chemischen Zonierung der Olivinkristalle wurden auch verwendet, um die Abkühlungsgeschichte des Meteoriten zu untersuchen. Eine neuere mineralogische Untersuchung bestimmte anhand der Nickelverteilung im Metall eine Abkühlungsrate in der Größenordnung von etwa 10 bis 20 °C pro Million Jahre.

Durch das Zerteilen der großen Masse gelangten zahlreiche Scheiben und Fragmente von Esquel in wissenschaftliche, öffentliche und private Sammlungen.
In Argentinien besitzt unter anderem das Museo de La Plata ein Exemplar von Esquel in seiner Meteoritensammlung.
Das American Museum of Natural History in New York zeigt ein großes Exemplar des Meteoriten in seiner Arthur Ross Hall of Meteorites.
Weitere Exemplare befinden sich unter anderem in Monnig Meteorite Museum der Texas Christian University, im Natural History Museum in London, im Muséum national d’histoire naturelle, im Museum für Naturkunde Berlin sowie im Naturhistorischen Museum Wien.