MPEG-5 Essential Video Coding (EVC) ist ein Standard zur Videokompression, der von der MPEG im April 2020 unter der Bezeichnung MPEG-5, Teil 1 festgelegt wurde. Es soll beispielsweise bei der Übertragung von Video über 5G-Netze zum Einsatz kommen. Der Standard besteht aus einem lizenzkostenfreien Basis-Profil und einzeln schaltbaren Verbesserungen.
Das öffentlich zugängliche Anforderungsdokument skizziert einen Entwicklungsprozess, der sich gegen Patentbedrohungen zur Wehr setzt: Es werden zwei Sätze von Kodierungswerkzeugen definiert, nämlich Basis- und erweiterte Werkzeuge:
Der Standard basiert auf Vorschlägen der Firmen Samsung, Huawei und Qualcomm. Die beteiligten Firmen haben zugesagt, ihre Patentansprüche zu FRAND-Bedingungen anzubieten und innerhalb von 2 Jahren nach der Festlegung ihre Lizenzbedingungen zu veröffentlichen.
Samsung geht von einer Bitrateneinsparung im Basisprofil von 40 % gegenüber H.264/AVC aus, d. h. das Basisprofil ist hinsichtlich Kompressionsfähigkeit vergleichbar mit den Möglichkeiten von H.265/HEVC. In einem Test Ende 2021 lag die Bitrateneinsparung gegenüber x264 bei 30,2 %. Für das Hauptprofil geht man von einer Einsparung von 40 %, jedoch gegenüber H.265/HEVC aus. In dem erwähnten Test wurde dieser Wert mit 41,56 % bestätigt, das Hauptprofil liegt damit hinsichtlich der Kompressionsfähigkeit sehr dicht am konkurrierenden, ebenfalls lizenzkostenpflichtigen Standard Versatile Video Coding. Es ist aber nur 3,4 % besser als der lizenzkostenfreie, im Test als libaom-AV1 bezeichnete Codec. Dieser ist zudem beim Encoding und Decoding deutlich schneller.
Der HEIF-Standard sieht in der Version 2 auch Bildformate auf Basis von EVC für beide Profile vor.