Gabelschwanzkolibri

Gabelschwanzkolibri

Gabelschwanzkolibri (Eupetomena macroura)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Eupetomena
Art: Gabelschwanzkolibri
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Eupetomena
Gould, 1853
Wissenschaftlicher Name der Art
Eupetomena macroura
(Gmelin, 1788)

Der Gabelschwanzkolibri (Eupetomena macroura), Blauer Gabelschwanzkolibri oder Schwalbenkolibri, auch Breitschwingenkolibri oder Schwalbenschwanzkolibri genannt, ist ein in Südamerika beheimateter Vogel aus der Familie der Kolibris (Trochilidae) und die einzige Art der somit monotypischen Gattung Eupetomena.

Merkmale

Gabelschwanzkolibris werden etwa 15 bis 17 cm groß, wobei die Flügel 7,8 cm, der tiefgegabelte Schwanz 90 mm und der Schnabel 21 mm lang sind. Der Kopf, Hals und die Brust sind dunkelviolettblau. Der Rücken, die Unterseite und die Flügeldecken glänzen dunkelgrün. Einige der Oberschwanzdecken sind dunkelweinrot gefärbt, während der Schwanz und die Unterschwanzdecken stahlblau sind. Die Flügel schimmern schwärzlichpurpurn. Schnabel und Füße sind schwarz. Die Weibchen sind etwas matter gefärbt und etwas kleiner. Während die Männchen ca. 8 g wiegen, sind die Weibchen mit ca. 6 g etwas leichter.

Jungvögel haben braune Federsäume an Kopf und Hinterrücken.

Nahrung

Die Nahrung der Tiere besteht aus dem Nektar von Pflanzen sowie aus kleinen Insekten.

Verbreitung und Lebensraum

Ein Gabelschwanzkolibri im Flug

Sie kommen in offenem lockeren Buschwerk und von Bäumen bewachsenen Campgebieten vor. Außerdem findet man sie in den Cerrados Brasiliens. Er gilt unter Brasilianern als bekannteste Art der Kolibris, da er häufig in Gärten nach Nahrung sucht.

Fortpflanzung

Die napfförmigen Nester bauen sie im Astwerk und in Astgabeln. Sie bestehen hauptsächlich aus verschiedenen Flugsamen und Baumwatte. Die Außenwände sind mit Moos und Flechten verziert, die mit Spinnfäden fest umsponnen sind. Der Bau erfolgt in ca. 1,5 bis 3 Meter Höhe, kann aber auch bis 12 Meter reichen. Die Brutdauer beträgt 16 Tage, wobei der Nachwuchs ca. 25 Tage Nesthocker ist.

Unterarten

Verbreitung des Gabelschwanzkolibris

Von der Art sind bisher fünf Unterarten bekannt.

Etymologie und Forschungsgeschichte

Johann Friedrich Gmelin beschrieb den Kolibri unter dem Namen Trochilus macrourus. Es war John Gould, der ihn in seiner Lieferungen 6 seiner Kolibritafeln 1853 in der neuen Gattung Eupetomena einordnete. Dieser Name ist griechischen Ursprungs und setzt sich aus den Worten »eu ευ« für »fein, gut« und »petomenos, petomai πετομενος, πετομαι« für »fliegend, fliegen« zusammen. Auch das Artepitheton »macroura« ist ein griechisches Gebilde aus »makros μακρος« für »lang« und »-ouros -ουρος« für »-schwänzig«. »Simoni« ist Eugène Simon gewidmet, der als Erster versuchte diese Art in Unterarten aufzuteilen. »Cyanoviridis« ist eine lateinische Wortkombination aus »cyaneus« für »dunkelblau« und »viridis« für »grün«. »Hirundo« ist das lateinische Wort für »Schwalbe«. »Boliviana« steht für das Land »Bolivien«. Lange waren die Sammelexemplare von Emil Weiske (1867–1950) und Berthold Krüger im Departamento Concepción die einzigen bekannten Exponate der Art in Paraguay. So gelang es erst Hans Krieg (1888–1970), Erwin Lindner (1888–1988) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) bei der „1. Gran-Chaco-Expedition“ von 1915 bis 1927 und der „2. Gran-Chaco-Expedition“ von 1931 bis 1933 weitere Nachweise für Paraguay zu erbringen.

Literatur

Commons: Gabelschwanzkolibri (Eupetomena macroura) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 John Gould (1853), Tafel 42, Volume 2. Das entspricht der Lieferung 6, Tafel 1 aus dem Jahre 1853.
  2. 1 2 3 4 Rolf Grantsau, S. 56.
  3. ↑ Yokshika Oniki, S. 655ff.
  4. ↑ IOC World Bird List Hummingbirds
  5. 1 2 Johann Friedrich Gmelin, S. 487.
  6. ↑ Carl Eduard Hellmayr, S. 386.
  7. ↑ Rolf Grantsau, S. 57.
  8. ↑ John Gould (1875), S. 370.
  9. ↑ John Todd Zimmer, S. 6.
  10. ↑ Eupetomena The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  11. ↑ macroura The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  12. ↑ Carl Eduard Hellmayr, S. 387.
  13. ↑ cyanoviridis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
  14. ↑ James A. Jobling, S. 193.
  15. ↑ John Todd Zimmer, S. 7, Verbreitungsgebiet
  16. ↑ Alfred Laubmann (1940), S. 9–10