Die European Democratic Education Community (EUDEC) (dt. Europäische Gemeinschaft für demokratische Bildung) ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel die Förderung demokratischer Bildung in Europa ist.
Mitglieder
Es gibt 8000 Mitglieder aus 29 Ländern (Stand November 2018). Dies umfasst 44 Schulen mit etwa 7800 Schülerinnen und Schülern, 26 Gründungsinitiativen, zwei Institutionen sowie 400 Einzelpersonen. Viele von ihnen haben seit Jahrzehnten Erfahrung mit demokratischer Bildung wie zum Beispiel die Kapriole in Freiburg (seit 1997), die Freie Schule Frankfurt (seit 1974) oder Summerhill (seit 1921).
Innerhalb der EUDEC sind Schüler auf allen Organisationsebenen aktiv: als individuelle Mitglieder, bei der Organisation und Durchführung von Konferenzen, der Planung und Umsetzung von Projekten und im Vorstand.
Der Verein organisiert Konferenzen, Treffen und Seminare und unterstützt die Vernetzung von demokratischen Schulen, unter anderem durch Schulpartnerschaften und Schüleraustausche.
Der Verein sucht den Dialog mit Vertretern des staatlichen Bildungswesens in den europäischen Ländern ihrer Mitglieder. Zur Erleichterung des Informationsaustausches wurden regionale Chapters für Ungarn, Frankreich und Griechenland gegründet.
2016 nahm die EUDEC am World Forum for Democracy in Strassburg teil, zu welchem der Europäische Rat eingeladen hatte. 2018 nahm eine Mitgliedschule, die Netzwerk Schule (Berlin), gemeinsam mit zehn staatlichen Schulen aus unterschiedlichen europäischen Ländern an der Free to Speak; Safe to Learn – Democratic Schools for All Projektkonferenz teil, welche im Wergeland Centre auf Einladung des Europäischen Rats in Oslo stattfand.
Von 2008 bis 2009 war der Verein ein offizielles Projekt der Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen. Die Gründung des Vereins erfolgte am 16. Februar 2008, die Eintragung ins Vereinsregister im März 2009.
In diesem Zeitraum fand im Jahr 2008 vom 28. Juli bis zum 2. August in Leipzig die erste Konferenz mit dem Namen European Democratic Education Conference statt. Sie wurde wie der Verein mit EUDEC abgekürzt und von Mitgliedern der International Democratic Education Conference (IDEC) organisiert. Ein Motiv für die Organisation einer europäischen Konferenz war die Reduktion der hohen Reisekosten, welche mit einer Teilnahme an den internationalen Konferenzen verbunden sind, da die IDEC regelmäßig auch auf den nicht-europäischen Kontinenten stattfindet.
Die Konferenz findet seitdem jährlich in verschiedenen europäischen Ländern statt und trägt wesentlich zur europäischen Vernetzung und Koordinierung bei. In sie integriert ist die Mitgliederversammlung (des Vereins), welche alle zwei Jahre den sieben- bis elfköpfigen Vorstand und andere Projektverantwortliche wählt und über alle wichtigen Entscheidungen abstimmt.
Die Abkürzung IDEC@EUDEC bedeutet, dass die europäische und die internationale Konferenz für demokratische Bildung gemeinsam durchgeführt werden, die IDEC gewissermaßen zu Besuch bei der EUDEC ist. In der Regel steht das „C“ in EUDEC wie im Vereinsnamen für „Community“ (Gemeinschaft), gelegentlich aber auch für „Conference“ (Konferenz). So steht auf der Website der EUDEC zum griechischen Chapter (abgerufen am 6. April 2019) „We are also the organisers of EUDEC18 (European Democratic Education Conference).“
2020 – EUDEC-Bulgarien; abgesagt wegen der Corona-Epidemie; sie wurde durch eine Online-Mitgliederversammlung am 18. und 19. Dezember ersetzt
2021 – EUDEC, 28. bis 20. Juni 2021, online
2022 – IDEC@EUDEC, 5.–10. August 2022 in Summerhill in England, Vereinigtes Königreich, während der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum von Summerhill
2023 – EUDEC-Konferenz in BuIgarien
2024 – EUDEC-Konferenz in den Niederlanden
2025 – IDEC@EUDEC-Konferenz in Belgien
2026 – EUDEC-Konferenz in Izmir/Şirince in der Türkei
1234Gronert, Maren & Alban Schraut (Hrsg.), Handbuch Vereine der Reformpädagogik, Bibliotheca Akademica, Reihe Pädagogik, Band 13, ISBN 978-3-95650-459-4, Ergon Verlag, Baden-Baden 2018, S. 455
↑Matthias Hofmann, Geschichte und Gegenwart Freier Alternativschulen. Mit einem Vorwort von Christian Füller und einem Nachwort von Dr. Klaus Amann. 2. Auflage 2013. Verlag Klemm + Oelschläger. ISBN 978-3-86281-057-4. S. 131 (Mitgliedsschulen der EUDEC sind häufig auch Mitglied im BFAS)
↑Nicola Kriesel, Jan Kasiske:Schätze bergen – Alltag in Freien Alternativschulen. 1. Auflage. tologo verlag, Leipzig 2014, ISBN 978-3-940596-95-6, S.165.
↑Nicola Kriesel/Hannah Hummel/Petra Burmeister, Spagat zwischen Inklusion und Exklusion? Teilhabe von Eltern in der Konzeption von Demokratischen Schulen, S. 190, in: Robert Kruschel (Hrsg.), Menschenrechtsbasierte Bildung. Inklusive und Demokratische Lern- und Erfahrungswelten im Fokus, Bad Heilbrunn 2017, ISBN 978-3-7815-2149-0
↑Niklas Gidion, Der Beitrag der „Demokratischen Schulen“ zu einem inklusiven Schulsystem, S. 211, in: Andreas Hinz (Hrsg.), Auf dem Weg zur Schule für alle. Barrieren überwinden – inklusive Pädagogik entwickeln, Marburg 2011, ISBN 978-3-88617-316-7.
↑Meital Hershkovich/Toni Simon, Demokratie als Grundlage ,guter‘ und inklusionsorientierter Schulen, S. 225, in: Gabriel Hund-Göschel/Swantje Hadeler/Klaus Moegling (Hrsg.), Was sind gute Schulen? Teil 1: Konzeptionelle Überlegungen und Diskussion, Immenhausen bei Kassel 2016, ISBN 3-934575-88-9
↑Klemm, Ulrich (2013): Geschichte und Gegenwart Freier Demokratischer Schulen. Warte, bis der Schüler den ersten Schritt macht. In: Gürlevik, Aydin (Hrsg.) / Palentien, Christian (Hrsg.) / Heyer, Robert (Hrsg.): Privatschulen versus staatliche Schulen. Wiesbaden: Springer VS. ISBN 978-3-531-18199-8, S. 133